Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1860)
- Date
- 1860-05-15
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
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Be ilag e zu Wr M der Allgemeinen ^eitnnn de6 5e,Mi,tlliltti6" Gegen die Pamphlete.; GapN) 30, April.- AlS ich die. gegen Sie und die „israelitische Bibelanstalt^ gerichteten Pamphlete las, war es mir klar, daß jene durch, die letzteren vielfach gewinnen rverde; denn jeder redliche und Wahrheit liebende Israelit wird.stch npn,um. so mehr gedrungen fühlen, die segensreiche Anstatt initzuvegründen und, Zeugniß abzulegen den.Pamphletist^n gegenüber. Daß.Sie daher, Herr College, der Würzburger „Fackel der Wahrheit" nicht antworten, ist vollkommen gerechtfertigt. Weder wäre es Ihrer würdig, noch ist sie esrwerth. Demungeachtethalte ich es für nöthig, daß Andere^darüber sprechen, denn „verleumde nur ftech, es. bleiht, jmmep Etwas.kleben" — ist das alte Sprichwort, das JhreH^gner, bethätigen. ' Nun, so lassen Sie mich auch Einiges .vom den. falschen Behauptungen und den Fälschungen beleuchten, welche das Würzburger Pamphlet sich gestattet.; . .Dieheilige Schrift, ist für den Israeliten das ehrwürdigste, aller Bücher. Ihre Lehren und Anweisungen von ,dem, was wir zu. unserer Beseligung thun oder lassen sollen,, sind . ewig pn^,unverletzlich. Me^gstbt..uns erhabene Beispiele von.dem Lehen, und Wirken unserer gottbegeisterten Ahnen; wenn wir ihnen nach ahmen, r wie könnten wir ha,irre gehen.! In den. Morten, welche ihr. heiliger Mund gesprochen, in den Myrten her Belehrung, der Zurechtweisung,, der.Mahnung. und Mapnung.,. her Barmherzigkeit; und.,des- Trostes —^ in ihnen istalles Licht,und,Segen.'. Gleichspohh-giehh die, Bibel ihre Helden nicht für unfehlbar, nicht für Engel, sie giebt fie für Menschen auS, die anfeiner sehr hohen Stufe der Sittlichkeit und des Gottesbewußtseins standen, die aber doch irren, fehlen konnten. Abraham, Isak, Jakob, Rüben, David, der königliche, gottbegeisterte Sänger, ja Moses, der Mann mit dem strahlenden Angesichte, der die ganze Welt erleuchtete, keiner wird als fehlerfrei geschildert, auf alle findet, das &*7N •)■>&* *0 seine Anwendung. Und die - Rabbinen, haben sie die Frommen, welche uns die Bibel als Muster und Vorbilder aufstellt, mit einem solchen Heiligen- und Glorienscheine umgeben, daß an ihnen kein Fehler,, kein Makel, auch nicht der Schatten eines Jrrthums haften , bleiben dürfte? Mit Nichten! Nach Pesachim 11-9 klagen sich Abraham und Isak an, daß sie entartete Kinder, hatten und erzogen, klagt sich Moses an, daß er durch seinen Fehler das Hineinkommen ins gelobte Land, verwirkte, klagt sich.! Jakob an, daß er zwei Schwestern geheirathet.. Nach B. Raba . 11 soll Abraham dem astrologischen Aberglauben gehuldigt. Haben. Diese Freiheit, an, den biblischen Heroen die. einzelnen / Fehler frank und frei zu rügen, hat auch die .Halacha adop-, tirt, und zum Nutzen und Frommen der. Nachwelt angewen-, det. Dem, der Untreue, verdächtigen Weibe,, sprach das hohe Gericht in Jerusalem. Nachstehendes vor:, „Meine Tochter!/, die Erhabensten, und Edelsten sind von Leidenschaft hinge-. rissen worden, Rüben, Jehuda, Amnon (Maim. Sota 3, 2). Man verbot es schon zur Zeit des zweiten Tempels, . die Affaire des Rüben und David bei öffentlichen Vorlesungen durch