Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 18 (1.5.1860)
- Date
- 1860-05-01
- Page
- Seite 264 (sequence 4)
- Language
- German
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wohl Mch folgendes. Schreiben, sn; Verbindung,,. welches uns, Hostie zugegangen ist: q^i?; ' ..... - .. . ,.; , Rze sz ow, im April. , In den rbgelaufenen Osterfeiertagen machte,her. Herr Mrr.ex Jllinski^die -allerhöchste,Verödung, wornach den Israeliten.. gestattet, wurde, ohne.vorhergegangene behörd-. liche.Bewilligung .christliche. Diensthpten < zu-halten,? -zum- Gegenstände, seiner. Predigt. ..Dieselbe begann ihrenei--- genüichenpolitischen Inhaltmit,,folgenden Morten: - . ,,,Die.kaiserliche-Negierung gestattet den Juden, christliche Dienstboten zu halten., . die. Kirche, .jedoch verbietet diesig. . .. .Hiexauf verbreitete sich die .Rede über -die Verworfenhell her..Juden: und Heren Nnwurdigkeit, daß rin Christ sich,-ihnenmahere •M3)ett Juden soll von den Christenin keinem Falle Beistand,, in -seiner- Noch Hülfe geleistet, werden. . Wer bei rinem Juden im Dienste .steht und mit ihm unter, einem -Dache wohnt, wird von , der-katholischen Kirche geächtet. Einem solchen Christen, wird kein Sacrament gespendet, sein. Leichnam wird wie der eines Selbstmörders begraben. Die Kirche zieht, ihren - Segen: von ihm zurück und verflucht ihn u. s. to," 3n ähnlichem Sinne ist auch, in anderen Kirchen dieser Diöcese aus Anlaß des Hirtenbriefs, welchen der zum Erzbischof.ernannte hochwürdige Bischof von Przemysl, Herr v. Wierzchlejskh, publicirte, während .der Ostern gepredigt worden : , „Der Jude soll und warf keine Scholle unserer hei-, ligen Erde besitzen, er soll von Euch nicht ein einziges Ackerbeet erhalten, es soll ihm kein Körnchen Eurer Ernte geborgt, oder verkauft werden, Ihr sollt ihm in -keiner Weise behülflich sein, daß er christlichen Grund und Boden benütze oder gar besitze, Ihr sollt besonders bei ihm weder dienen noch arbeiten, Ihr sollt Euch ganz von. den Juden .zurückziehen u. s. w." „Auch auf die Gefahr hin, von. gewissen Seiten als „Judenblatt^ verschrien zu werden, halten wir es für unsere Pflicht,. diese Thatsachen zur Kenntniß der Regierung zu bringen. Die Haltung unserer Zeitung in-Bezug-auf die Rechtsverletzungen, die gegenüber dem Kirchenstaat begangen. wurden, .hält wohl .die Verdächtigung von uns fern, als ffei unser Blatt von irgend einem einseitigen konfessionellen Standpunkte präjudicirt. - Auch in der. sehr bedenklichen Angelegenheit, die uns - heute vorliegt, ist .es. nicht der konfessionelle Streit, der uns präoccupirt, - sondern die. Frage der - vffenMchen- - Sicherholl nfüp - Hundert-: i tauMde von- Meyschen/ dst zyun> einmal, .mast-Mg M! Haffen jvblw lieben, lsntexthanen des Staa-tes^sindundwie? j den wollen.Anspruch auf? -den.Schutz; dexMehördem habMi i Es, ist nichtzu verkennen.-und. man macht-in -dMiRegie-! rungsregionm - M; gewiß, keines Illusionendarüber. - i dass; Aeußerungen dep/oben bezeichneten Mt-^mit^ allerMuto-': - ritgt der Kirche -vostder Kanzel herabgeschleudert- Wie Häuer--; liche-Bevölkerung Galiziens, deren Bildungsgrad s und Be-i - griffsklarhell ohnehin,-nicht auf einer?Mühenden Stufe steten,, in einem ^für die öffentliche Ordonng!-bedrohlichen Grad; fanatisirenmüssen.,, Der.-Haß,,Wer-hier--gepredigt! wird, - wirst eine gefährliche?-Dackel;stn. die Mittesdyn Bevölkexungsclassen, - welche durch Mingende Berhä-ltniffenangewiesen sind, im steten regen Verkehr meben Md mlliein- -ander zu leben. ,Oer aufgeftachelte-Fanatismus- -wer-kann - seine Grenzen bestimmen?.? Wir haben vor? rtwafünfzehn > Jahren? gesehen, .-zu welchergrausamen Energie der?Haß der! galizischen LandhevölkerMg stch steigern kann.; Jeder ruhige ^Beobachter, wird zugestehen,. daß Religion und, Kirche noch:! gewattigere .Faktoren sind, um die Leidenschaften der-Menge -zu entflammen. Fern sei - es. - von uns,- insinuireNzu wol- - len, der Hirtenbrief des Przemysler Kirchenfürsten.oder, die Prediger in seiner Diöcese wollen austeizend über denllhnen zunächst, liegenden Zweck hinaus greifen. Aber indem sie mit so drastischen Mitteln für die Erreichung dieses Zweckes wirken, wird eine gefährliche Saat ausgestreut, welche, -wenn ste erst Wurzel saßt, zu ganz anderen Dingen führen kann, als zur Enthaltsamkeit vom -Dienste * in jüdischen Häusern und auf jüdischen-Meierhöfen." .? . „Es ist nicht unsere Aufgabe, zu untersuchen, wo jene delicaten Grenzen sich .befinden, an? welchen. die Staatsgewalt aufhört und die Gewalt der Küche unbedingt in ihr Recht tritt. Wir gestehen offen unsere Unkenntniß in. Bezug auf die Vorbehalte, welche der Staat-gegenüber möglicher Uebergriffe der Kanzel besitzt. - Wir halten nur an einem Gesichtspunkte fest: Nach vieljähriger. Ueberlegung, nach langen und. gründlich gepflogenen Berathungen ist die kaiserliche Regierung,zu dem Entschlüsse gekommen, daß es zweckmäßig, gerecht' .und - politisch, geboten sei, der israelitischen Bevölkerung Oesterreichs - einen bedeutenden Theil jener staatsbürgerlichen Rechte zuzugestehen,, von denen sie im Gegensatz, zu der Gesetzgebung in? den meisten Staaten des-. übrigen Europas .bisher? ausgeschlossen waren." vi-jr, ., {„Die kaiserlichen; Erlässe, die inden letzten Monaten publicirt wurden, waren keine überhasteten Eruptionen einer revolutionären Zeit, sondern Resultate--gründlich gepflogener! pMischers, rAd s national - ökonomischer Unterst r