Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 16 (17.4.1860)
- Date
- 1860-04-17
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
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strecken? Auf die Uebersctzung allein, oder auch auf d^Krsmr^hes, UebersttzerM Da nHn^zügebcn .mM: t>aßEeiste^Uebersetzungf so - objeÄ^ sie^ auch gtMten sein mag, ohne Einfluß von der subjectiven Anschauung des Uebersetzers bleiLen kann; so scheint die Forderung, es solle das Glaubensbekenntniß und die Lebensweise des ^Uehersttzers scho,n für ^Richtigkeit, ftinerÄeMWn^'W^M^ Vielesfür^ch-'zu HÄöM-' Aber sie scheint es auch nur, begründet wäre sie nur dann, wenn eine Uebersctzung mitwer-Dlnrüaßun^ anfträte, den Urtert ganz zu verdrängen, oder wenn zu befürchten stände, daß cs einnral zur. Kanonisirung derselben kommen d könnte, wie es beinahe eirlstmals .in Israel' mit' der griechischen Uebersetzung der I.XX und mit der aramäischen des Onkelos dahin. gekommen wäre' und' in der katholischen Kirche.mit der VulZats wirklich ist. Allein das hat in Israel gute ÄZege, und ist heut 'zu Tage, ja sicherlich auch in alle Zukunft nicht mehr' möglich. Sobald der Uebersetzer sich nennt — und das wird und muß er doch — so wird Niemand mehr glauben,/ seine Uebersetzung sei .ihm von: Himmel gefallen, oder durch göttliche /Inspiration entständen. Fälschungen werden also noch immer rechtzeitig erkannt, und bevor sie böse Folgen hatten, berichtigt, werden können. Nimmt man nun noch hinzu, daß über die Religiosität eines Menschen fast eben so viele verschiedene Urtheile fallen werden, als Richter austreten, sö ist ersichtlich, daß eine Entscheidung darüber, w essen Uebersetzung für die beabsichtigte Bibelausgabe die. würdigste sei, nimmer zum Abschluß kommen wird. . '' 'HlÄaus folgt, daß, wenn eiirmal eine Uebersetzung nothig ist, die Bürgschaft.für deren Güte lediglich im Werke und» nicht in seinem Meister gesucht werden muß. Von diesenr Gründsatze aus werden auch die Stimmen zu prüfen sein, welche bis jetzt in/dieser Sache sich haben öffentlich v.crnehuren.lassen. .Zwei Männer haben, so viel bekäünt, bis setzt darüber, das Mort 'ergriffen, 'Herr Rabbiner L. Stein in Frankfurt a. M. sind' Herr I. .Hirsch in Halbersiadt, der.erstere in einem.2lufsatze^ im „Volkslehrer^, der andere in einem an alte Gemeinden versandten Pamphlet. Beide legen die ängstlichste Besorgniß an den Tag, wenn auch aus verschiedenen Beweggründen, beide aber lassen 'den geraden Weg liegen, der. sie hätte dahin führen müssen, /ihre Anforderungen an -eine gnteMebersetzMß cheßAÄckt auszusprechen, und wählen denSchleichweg, der nur zum Mißtrauen gegen den Urheber des Unternehmens, führt. Beide muthmaßen, dieser werde nicht blos die Ausgabe veranstalten, sondern auch seine Uebersetzung hinzufügen^ obgleich ^r .selbst Ww ßWn $$$$£ sich /noch''nicht erklärt^ hat.' Dies? ÄnnäHme 'kanrf nur daraust bemhen, daß von ihm eine Bibelübersetzung ^bereits vorliegt. Giebt diese aber Grund zu einer Besorgniß, so hätte es dem ersteren, als einem Gelehrten und Religion sichrer, < wohl angestanden,: seine Warnung oder seinen Protest aus ihr selbst zu motiviren, er hätte die darin befindlichen Fehler Nachweisen, seine Zweifel, an der: Nichtigkeit dieser oder jener Stelle aussprechen müssen. Er sagt, zwar, .. er könne sich mit der. Philippson'schon Uebersetzung nicht überall einverstanden erklären. Aber ist das Alles? Er nenne doch eine, mit der ber das könnte/ ES. worden überhaupt schwerlich zwei Uebersetzer ganz zusammenstimmen. Sa z. B. kann ich mich mit chehr vielen Uebersetzungen von Bibelstellen im St ein'schm Religionsbuche nicht einverstanden erklären, darum verwerfe ich noch nicht das ganze Buch. — Bis dahin also, daß Herr Rabbiner St. uns: Fälschungen,, Fehler und Jrrthümer in der Ph.'schen Uebersetzung nachgewiesen Hat, lassen wir.uns nicht bange machen, und da das Publikum, auch von anderer Seite her weiß, daß Mißhelligkeiten zwischen den beiden Herren obwalten, über die es zwar kein Urtheil sich erlaubt^ so wird es aber doch-auf diese Stimme kein besonderes Gewicht legen. ,,. , /. , , ... . ... . Noch weit, weniger aber kann , die Stimme, des Pamphletisten nur irgend Beachtung-verdienen., ,, Was will.dieser,, sich einen „ehrlichen Kaufmann" nennende Herr, das einen Bezug aus die, Bjbelauch gäbe hätte.?. Er selbst gar Nichts, wir erfahren nur aus 'seinem Briefe,.. daß :, ein, Herr. Districtsrabbiner Weiskopf in Wallerstein:Etwas, gewollt, habe, womit er sich einperstanden erklärt. Vermuthm läßt-sich, denn deutlich ist die Forderung nicht, ausgesprochen, daß jener eine rein traditionelle Uebersetzung haben wollte. Wie das gemeint sei, ist wieder nicht gesagt, läßt sich nicht einmal errathen aus den ge-