Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 16 (17.4.1860)
- Date
- 1860-04-17
- Page
- Seite 241 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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m Die GeMinhe Peiö^etschM MLH^csMsten) ward am i 4. d. M. von einem, äußerst'harten :. Verluste betrosfen. Der.MerbftckLche Tod entriß ihr ihM Seelenhirten,den ehrwürdigen « auch gts Literat bekannten) Hrn. Abräham-Lovysohn, welcher durch 21 Jahre sin genanntem '.OM. mit seltener Hrem.und Hingebung das Rabbiner - und Predigerarnt verwaltet hatte. — Me Israeliten von P. haben in diesem Manne, in jedweder Beziehung so viel verloren, daß sie mit Recht klagten und jammerten.: ’rnüy rtböi. Äi Grgbe, wohin der Leiche eine unübersehbare Volksmaffe folgte, sprachen die Herren Rabbiney Jacob Löwy und vr. Wiener, von denen Elfterer aus Beuchen und Letzterer aus Oppeln herübergekommen war. Der Verblichene hat auch zu den erstcrn.Gründern des oben erwähnten „oberschlesifchen Lehrervereins" gehört, so wie er überhaupt ein eifriger Förderer deS israelitischen Schul - und Unterrichtswesens immer gewesen. Friede , seiner Asche! Behufs „Sammlung, resp. Annahme von Beiträgen zur Errichtung von Armen- oder Pilgerhausern in Jerusalem" hat sich nun auch-in hiesiger Provinz ein Comite gebildet, das außer dem Königl. Landrabbiner Tiktin in Breslau — aus den Rabbinern und Vorstehern ^von.'7 oherschlestschen Gemeinden zusammengesetzt ist und von welchem dieser Tage, — unter dem Motto von Psalm 137, 5. — ein „Aufruf" an die sämmtlichen jüd. Gemeinden Schlesiens erlassen worden. Oesterreichischer Kaiserstaat. Äus^ Böhmen, im Marz. siPrivatmitth.) Während. aus allen Gauen des großen österreichischen Vaterlandes die. Opfer des Dankes für die jüngsten für uns' so günstigen. Erlässe.Sr. Majestät durch jüdische Deputationen an den Stufen des Thrones niedergelegt werden, hat astch, Böhmenin einer Deputation, die aus Präg zu dem Zwecke nach Men abging, seine Pertretpng, gefunden. — Daß zu dieser Deputation nicht, wie in Mahren, Ungarn und der Woiwodina, auch Vertreter Hr ansehnlicheren Landgemeinden,' und wenigstens ein^Vertreter der jüdischen Seelsorge in Böhmen zugezogerr wurde,, ist. eine Frage, die hier und da bei uns' und die wir mit dem besten Willen nicht genügend zu beantworten vermögen. — Nicht um bloße Eitelkeit zu beftiedigen, nein! um das S e l bstbewußtfein, um das Nationalgefühl zu erwecken und wach zu erhalten, wäre es. zwechnMg, bei solchen Anlässen nicht immer stereo type, wenn auch noch so verdiente Persönlichkeiten, sondern dann und wann auch Männer aus den zahlreichen Landgemeinden zu wählen, Männer, die durch Bildung,-Eharakter und Stellung würdig sind, Mitglieder der das böhmische Judmchum vertretenden Deputation zu sein. — -Utow rrd — Daß Keiner der jüdischen Kanzelredner Böhmens zur Theilnahme berufen wurde, diesen Umstand wollen wir schon aus dem Grunde nicht weiter erörtern, -weil es aus unserer Feder gar zu sehr pro domo schiene.— Von unserem Landsmanne, dem wackeren Herrn Med. vr. Arnold Hirsch, wird gegen Ende dieses Monates am Burgtheater in Wien ein Lustspiel unter dem Titel:, „ Der Famil ie n d i p l omat" in Scene gehen, einige-Zeit spater wird von demselben Vers, ein Drama: „ B l a n c a v o n B o u r b o n " im Hostheater in Dresden aufgeführt werden. In letzterem Stücke, von dem Einsicht zu nehmen uns gestattet war, hat der geehrte Herr Verfasser Gelegenheit gefunden, nicht nur sein herrliches Talent, sondern auch seine wahrhaft biedere Gesinnung in rühmlicher Weise zu entfalten. — Wir wünschen ihm den verdienten günstigen Erfolg. —7 Daß seit dem Erlasse von der Realbesttzfähigkeit der Israeliten bis * zum heutigen Tage wenige oder gar keine Grundankäufe von jüdischen Capitalisten gemacht wurden, zeigt von dem richtigen Tacte unserer Glaubensgenossen, die ein bescheidenes, gemessenes Vorgehen für die! beste Widerlegung unserer zahlreichen maskirten und offenen Feinde halten. Ad vocem Feinde! Herr Sebastian Brunner hat, wie uns die Zeitungen berichten, gegen' den wackern Redacteur der „Ostdeutschen Post", Herrn I. Kuranda, einen Proceß wegen Ehrenbeleidigung anhängig gemacht, und zwar, wie man erfährt, ' in Folge des nicht genug zu lobenden Freimuthes, mit - dem der erwähnte Herr Redacteur die zügellosen unverschämten Auslassungen der Kirchenzeitung gegen das Judenthum in seinem Blatte zu geißeln und zu widerlegen wußte. Man ist gespannt auf die Verhandlung, in der Herr Brunner es wahrscheinlich versuchen wird, das Recht einer, ganzen Nation zu brandmarken und mit lästerlichen Schmähungen um sich zu werfen, für j(tc§ und seine Bannerträger zu vindiciren, denGeschmähftey hingegen das Recht der Selbstverteidigung de jure ubzusprechen — vederemo! Für jetzt dürften die kaiserlichen, das Judenthum -in Oesterreich betreffenden wohlthätigen Erlässe der feuerspeienden vrunoerisns wohl einen Dämpfer aussetzen.— Die Credner'sche Hofbuchhand- - 16