Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 16 (17.4.1860)
- Date
- 1860-04-17
- Page
- Seite 242 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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lung in Prag hat -uns -inverflossener Woche' AN 'von vr. Gröhman verfaßtes, vom Direktor - der Josefstädter Hauptschule/ Herrn Markus Winternitz in Prag, 'für jüdische Realschulen adaptirtes deutsches Lesebuch zugeschickt: — Wir können das Lesebuch seines mannigfaltigen Inhaltes wegen zur Verbreitung empfehlen, Nur hätten wir bei der Adaptirung für jüdische- Schulen dem jüdischen Elemente eine prägnantere und öfter hervortretende Färbung, gewünscht. Rabbiner E h r e n t h e i l. Wien, im März. Dr: G: W o lff theilt im „Wanderer" Folgendes mit: Wir theilen hier ein Dokument mit, welches manchen Leser überraschen dürfte. Es ist bekannt, daß die Juden in Steiermark und Kärnthen :c. jetzt nicht ihren Aufenthalt haben dürfen. Wir wollen hier nicht untersuchen, aus welchen- Gründen sie aus diesen Provinzen weggeschafft wurden, aber das nachfolgende Document kann den Beweis'-liefern, daß die Juden in Steiermark- und Kärnthen sich' um das Land Verdienste 'erworben-haben. Das - Actenstück ist datirt Graz am Montag vor St. Simon und Judentag (23. October) 1396, und lautet: . Wir Wilhelm von Gots gnaden Herczog ze Oesterreich, ze Steyr, ze Kernden vnd ze Krain, Herr auf windischer March vnd ze Porttnaw, Graue ze Habspurg, ze Tyrol/ ze Phyrt vnd ze Kyburg, Marggraue ze Burgow vnd Landtgraue ze Elsazz rc. bechenen für vns vnser lieben brueder vnd vnser Vettern, daz für vns komm vnser Juden' gemainlich in Steyr vnd in Kernden vnd zeigtm vns ein Hantuest, die In weilent die hochgebornen Fürsten -vnser lieben Herrn Herczog - Albrecht vnser Vetter vnd Herczog Leupoldt vnser -Vater dengot bayden gnedig sey ober ire Rechte Freyheit, gnad vnd gut gewonheit gegeben habent vnd der da geschriben ist zu Wienn an Sand Johanstag Gotz Tauffers zu SUnnwenden in den stben vnd sibenzigften Jar. Vnd Paten vns dyemuetikleich daz wir In von sundren gnaden gemehrten dieselbe Hantuest zu uernewn vnd zu bestetten. Nu haben wir gnediklich angesehen drenuczlichen Dinst vnd Hi lff, di e d i e s e l b e n vn f er! Juden in Steyr vnd in Kernden vnsere egenant e Herr en vnd au ch vn s vn c z her o ff t g etan habent vnd noch furbazzer tun mugent vnd haben darumb nach guter vorbetrachtuUg' vnd Rate'unserer Herrn vnd Rete, die daczemal bey vns waren, denselben vnsere Juden gemainlich in Steyr vnd Kernden, die gegenwärtiklichda sitzen vnd wonen werdent die obgenante Hantuest ' vdn ^sÄndrÄ -gnädÄ miewerh sieuestent vnd bestet, PMcÄern vnd bestdte'n In' auch sie wiffeütlich mit kräft diz btiefs tnit allen den Puncten vnd Artikeln' die darin sind begriffen vnd mäynH vnd wollen Sy darbey vnfurbazzer genzlich.. lassen beleihen vnd auch dabey vestiklichen ze schirmen vnd.ze hakten. Datvm' Gebieten wir A. vnserelieben geÄtven vnftin Hauptleüten hn Tteyt büd in Kernden vnsern Herren, 'Rittern vnd Knechten/ N allen Megdrü burggraüeth Richtern, Stetten, bürgern, läntlerühen^nh allen andern vnsere Amptleuten vnd vndertanen dasetbsi gegenwärtigen vnd kündigen den disir Brus wiÄ geczeiget vnd wollen ernstlich, daz Sy die egenänten vriser Juden in Steyr und in Kernden bey' den egeüänten vnser Bestetigüng Zü Rechten gnaden vnd'Freyhaiten genzlich' lazzen heleiben vnd Sy dawider nicht beschweren , Sündern Sy'dabey vestiklekchs'heMinnxn vnd hätten von vnsern wegen vnd Es9kAttm,/daz In dawider yemand kein Jnüell, gwett oder Vmecht tu, in dhainem weg. ' / ' Mit vrchund diz briefs Geben ze Gracz an Montag vor Sand SymonS vnd Sand Judenstag den heiligen zwelff. bothen nach Criste gepurd drewczehn hundert Jar darnach in dem Sechs vnd üevnczigsten Jare/ Aus Galizienim April. In einer der bedeuteüdj sten Provinzialstädte^ in Lernberg, würden einmal vor i alten Zeiten „verbotene Bezirke" eingerichtet, das heißt! Bezirke, in denen es den Juden nicht erlaubt war,- zu -wohnen. Das Jahr 1848 riß diese Schranke.nieder, -aber der Magistrat vbn Lemberg''kämpfte''sä?jylLrZeit! mit mehr oder minder Glück für die Wiederaufrichtung derselben: Und' dieser Kampf hat auch jetzt, mach dem' Erlasse der unzweideutigsten Verfügungen/ nicht. auHhs hört, wie nachstehende, von' M,,MorMpo^" nMethcilte Geschichte ■ beweist t Der' chHliche /Mufmanm Schumann 'betreibt' auf' dem' Lemberger HaHebieie eine Ziegelbrennerei. In diesems Geschäfte verwendet , er zwei Juden: Unglücklicher Heise befindet sich' aber' die Ziegelbrennerei im „verbotenen Bezirk".' Der Magistrat trägt Herrn Schumann auf, die Juden zu entfernen;' Herr Schumann' reeürrirt und.fuhrt unter Anderm an, daß, da hs deiiJüden^ erlaubt M chrisiliche/ .Dienstboten zu' halten', seinem Christen gestaitet/Mn^ könne, jüdische Bedienstete zü "verwenden/ ' Dem Recurs wurde jedoch keine Folge gegeben, der Hagisirqj wies die Bitte folgendermaßen ab: ''