Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 16 (17.4.1860)
- Date
- 1860-04-17
- Page
- Seite 236 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3226202-3226219--18505-3247471- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
neun gewichtigen Gründen bekräftigt hat, sags er: „das sind Facta, die man nicht leicht mit banalen Phrasen wegläugnen kann." „Deshalb glaube ich. auch", fügt er mit scheinheiliger Grimasse hinzu, „ohne die Unschuld der Juden bezweifeln zu wollen, , ihnen diese. wichtigen Momente sehr ans Herz legen zu müssen, uni ihre ganze Macht zur Entdeckung des Thäters aufzubieten. Nur auf' die Art können sich die Juden rein waschen." Aber hat der Rittet etwa die ZumuthuNg, daß ich mit ihm nochmals das lange blutige Capitel hier durchmesse? Darf ich die Hoffnung hegen, Viesen immer von BlntmeNschen mit Absicht auf dm Markt geworfenen Flecken, um ungestrafter mit Messern spielen zu können, und welchen meine GlaubenSbrüder mit Strömen von Blut bezahlten, mit wenigen Lintentropfen rein zu waschen? O nein, der Unverstand hört auf keine Vernunftgründe. Und bis es der Vorsehung gefällt, Euer Herz zu erweichen und Euern Verstand zu erleuchten, bleibt nichts übrig, als zu wiederholen: e pur si muove, Ihr seid unverschämte Verleumder. : : ' Itnb wenn Dr. Sebastian Brunner in seiner Kirchenzeitung-— hier im 2. Heft 4. Absatz — erzählt,. daß. ihm Dr. Ureolt Und weö. Veith „mit einem Crucifir in der Hand, in der Domkirche einen förmlichen .Entlastungseid zu Gunsten der Damastener Juden geschworen zu haben" in Abrede stellte, so thut uns das sehr leid, und zwar nicht der Juden wegen, denn alle Welt weiß doch,:was diese gewonnen hatten seit der Zeit, als man sich mit dieser Anekdote herumgetragen hat. Aber um des Pater Veiths Willen! Es mag freilich nicht in seiner Pflicht gelegen haben — wie Dr. S. Brunner auseinandersetzt — „ diese Sache, die durchaus nicht auf die Kanzel gehört, auf die Kanzel zu bringen." Aber als die Vorsteher von Judengemeinden aus Ungarn — mit einem Herzen voll Dankbarkeit — zum damaligen Domprediger Veith kamen,, um sich für seine Verwendung zu bedanken, und Veith ihnen in seiner liebenswürdigen Weise lächelnd sagte: „Ihr seid übel berichtet, liebe Leute, ich habe über diese Angelegenheit auf der Kanzel niemals, geredet"ha: hat sich unfers Bedünkens Pater Veith des besten Titels für die öffentliche Achtung begeben, der Convertite Veith mußte, .wenn auch nicht liebenswürdig lächelnd, das stand ihm frei, zu thun oder zu lassen, doch ernst hinzufügen: „jedoch bür ich jederzeit bereit, außer der Kanzel einen solchen Entlastungseid zu leisten", und damit hätte er der Wahrheit alle Ehre gebracht. Nach welchem Princip, frage ich den Dr. S, Brunner, rechnet er den -Patin: Veith zu den- Christenwährend er Byrne und; Heine zu den Juden zählt? ü r Heft 1. in der Vorrede heißt es : „Das- Gut Mer nichts,: die Wahrheit und; das.Mecht) sind unüberwindlich, unterliegen sie auch scheinbar,chdie-Zeit jhreö-Sie? ges muß. doch immer wiederkehren. - Man - kann bas Lesepublikum in seinem gesunden Sinneine Zeit lang irre führen am. Ende wird es doch -mit sicherm Tact herausfühlen, wo Jene sind, die es ehrlich meinen- und wy Jene, -die es auf Ueberlistung absehen"; Kann man wohl eindringlicher im Interesse des Gegners plaidiren? - -;t-: * „Ist es den Juden ernstlich um Gleichstellung, nicht aber um die Obherrschaft über die Christen zu thun?" Diese Obherrschaft dev Juden ist .ein. wahrer; Alp, -der sich , um das Urtheil dieser Herrenlagert und. es - nicht aufkommen läßt; immer kehrt d.iese lächerliche- Beschuldigung wieder, daß es - wahrhaft nicht-, klar --wird, - ob mehr Feigheit oder Ironie darin steckt, - - >; Heft 1. Absatz 2. Die Arbeiten der Judenemancipation. Der positiv gläubige Christ, ob er nun Katholik oder Protestant sei, kann die Stelle bei Matthäus 27, 22. 25. nicht ausstreichen: Pilatus sprach zu ihnen: „Was soll ich denn mit Jesum machen, der Christus genannt wird?" Da riefest Alle: „Er soll gekreuzigt werden!'Als nun Pilatus sah, daß er nichts auSrichte, wusch er seine Hände und sprach: „Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten^, und das Volk antwortete: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder! " kerseverat. usquein praesenliam diem liaec imprecalio super; Judaeos, el sanguis Domini non auferlur ab eis. Schauerlich!,. Die Verdamm- »iß der Juden ist durch, diese lateinische.Floskel -auf ewig verbrieft. . : .v T,, Was will nun die Ostdeutsche Post gegen vine solche dogmatische Argumentation, antworten? . Ist es nicht .bei jedem. ehrlichen Zweikampfe Reges, vorläufig die - Länge dev Ksingen mit einander, abzumessen? .hiev, aber .reicht die Spitzeder gegnerischen.. Waffe, .weit,west über die gesunde Vernunft hinaus,.... und isi.es dann. Wunder,, daß die Ostdeutsche Post, den Kurzem ziehen;-muß?.. Einem solchen Unsinn Vernunftgründe entgegensetzen wollen, heißt sich im Voraus für hcstcgt erksaW^;-!; i In seinem neulichen.Streite -^-drs.Dr.Brunner^— mit der Vorstadt-Zeitung in No.. 12. der Kirchenzeitung — er ist sehr martialisch und ist so ziemlich, ttotz . seiner Pastoralen Demuth, mit allen Redactionen in Hader.— schlägt er dem Redacteur als Zweikampf eine mündlich?