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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-03-20 · Heft 12 (20.3.1860) · p. Seite 175

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 12 (20.3.1860)
Date
1860-03-20
Page
Seite 175 (sequence 3)
Language
German
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.sich Ms .von/Nettem auf als. wir! üu ivetn vom Institute zur,, Förderung.der israelitischen Literatur..herausgegebenen ,,3ahxhuche für.-Geschichte dep Judenüund E Judenthums" eiyer/Erzählung, stes fin? der zieüenu russischem Literatüv sehr j vorteilhaft bekannten Herrn- Räbbinowitsch begegneten^udel- \ reri! j-eutsche ^ebersetzung-iwir. der schönen: und rastlosen-Fei-; Wx,hesiIr. Jost,zu verdünkem:ha.ben- "Für uns hat chiese \ Erzählung., eine urehrfache Bedeutung,- und wollen wir die--! selbejM wenigen Zeilen zu'beleuchten versuchen. /- Diese-Be-! öettttsng. .bezieht-sich;micht sowohl sauf .deninneren-Werch! VevvErzählMg. selbst, ünlK auf den/ Inhalt 'derselben ', der \ MS in-Me--nicht-sehr ferne Zeit -und. iu!ein benachbartes - L^anw versetzt, .das anderthalb Millionen runserer Brüder'-ber- ' .herborgt, während! andererseits wir nicht umhin können, dem - Derfasser. selbst-reine: besondere Aufmerksamkeit; zu:-schenken. ,^)ie- .traurige Lage.-, her. Juden .in Rußland -unter der Herrschaft ^des.,verstorbenen Kaisers - NikolauS - ist in ihren allgemeinen Umrissen m.änniglich bekanntu: Wer-weiß aber nichts.welchen Unterschied eö -geben muß -zwischen-einem der Dogelperspectivei der Entfetnung und der -Sage entnommenen < Nebelbilde , unserer.Einbildung> und der naturgetreuen Schilderung, .jener-Zustände durch einen! intelligenten Augenzeugen. - Eine.-solche/ Schilderung - - aber hat uns' 'Herr Uabbinomitsch.geliefert.Sie bildet'den Anfang -einer ganzen Reihe -von Darstellungen, die ein - helles Licht aüf 'die damaligen:-und. noch jetzt leider nicht ganz verschwundenen Verhältnisse, der russischen-Juden!-werfen werden, undgewiß nicht ohne Wirkung auf die öffentliche'Meinung des russischen-Publikums, sowohl 'als auf die regeneratorischen Tondenzen der-jetzigen Regierung sein dürften. - Herr Osfist Rabbinywitsch.zählt'nicht blos als'Literat v'on gutem Klange im Gebiete der neuen russtschen Belletristik. Ihm gehört auch unstreitig - die -.Ehre,', unter den im'Rußländ lebenden Inden der- Erste - gewesen ^zu sein, der v or dem russischinPublikum mit,-offenem Panier für -die hier--wie in früheren Zeiten anderwärts/ mit -Füßen - getretenen - Menschenrechte seines Stammes.! einzustehen dsnsMüth hatten -Seine ^literarische Laufbahn .fing noch zu einer- Zeit an/ wo-die russische Pressemit? Maulkorb und Fesseln einherschleichenmußte, wo - das - -wirkliche- Leben keiner wahrheitsgetreuen Besprechung ^unterzogen -werden durfte,?: in einer Zeit/ wo es? genügte /: .einenr .breitkrämpigen Huk oder'-langes - Haupthaar zu tragen^, um. als Liberaler berüchtigt und in däS'schwärze Buch: der/Verdächtigen eingeträgen zu werden-' M a n ka n n sich -/daher/ die /Schwierigkeiten 'vörftelltzn, "gegen welche eist Schriftsteller:, unter solchen' Umständen' zu kämpfen hätte'. Aber. schon >daAäls hat'er sich -durch sein'Talent bemeM lich zu machen-gewußt, mnv'iventtes -ihm stöch nicht gegönnwwär, jene Frage, - die'/ ihm ^so nahe äm Herzen -liegt, vorndas Forum der? rüsfischeN'rPreffenzü bringentveil dazumal überhaupt -knnesocialen Fragen: discütirt werden durften^ so -ist er mit um sogrößerem Geschickim Felde der reinen' Belletristik thätig gewesen./ -' In-- dieser Beziehung haben 'auch seine Erzählung Moritz' S eP har di', so wie. sein -später!im- Sotvreme'nmk--erschiemnet'iKäl0iÄ d äskoP - mehr - bleibenden -Werth'.? ----- r Nw -nun'- ällfuvi'e obengenannte-Mrz-ählung' zurückzUkow-men) rstl'führt'rst^ üüs mchf so sehr in das--Innere-/des -jüdischeä'Ldbcks"jener Zeit ein! als ' vielmehr aus den .Schauplatz - der ^gemeinschaftlichen Widerwärtigkeilen? -und Schicksale des ganzen Volkes; -sie enthüllt uns jene' trmirigen -Schattenbilder," die ans den principiellen, - systematisch ' durchgeführten Verfolgüngen entstehen' mußten/ welche iknser -Volk -zu"erdulden hätte. " Die Gestalten, die Herr Nabbinowitsch uns - hiervdrste'llk, "sind naturwüchstg, -ivahrnund lebensvolle --Sie--sind von Fleisch und? Blut,-und sinkennie zu "jeärn" ungeheuerlichen-Puh'-- pen-herab, die ihr-Scheinleben-nur'der Phantasie ihred Schöpfers - verdanken/ ohne' einen'-Stützpunkk -in derUvirk^- lichen-Welt zufinden. -Die-Händlungew^ünV^Eteigäifft der vorgeführten lPersonin find einfach und nicht verwickelt. - Nichts -desto weniger istdie AüfMerksämkeikd^s'Lesers' durch den tiefen? Ernst und-die Wahrhaftigkeit des'Inhaltes gefesselt, und fehlt es nicht an ergreifenden Stellen. Wir enthalten Uns,'-den Stoff dieser Erzählung wiederzu^ geben, um dem Genüsse nicht Abbrüch -zu' thun/ den män sich? durch's Lesen' selbst - sicherlich; verschaffen - wird. - - Wir haben aber, wie? gesagt,"in best' NMYchMen Schilderungen nicht sowohl-deren inneren-Werth'Und literarische Be^ deutsackkeit hervorheben wollen- - Mr" wöllten vielmehr in denselben dem? für-den Zustand der .russtschen- Judeni fick) interessirenden Publikum eine' Naturgetreue Darstellung.eittpfehlen / wie "sie utts 'entweder ganz! mangelte- oder''wohl durch lückenhafte'Berichte nüt! sehrUmangelhaft ekfttzt-chetden HonnMr^-Freilich,''tvvM'Ääir die? ich früheren -Er^ zrUgNiffen' vielfach än den Tag"gelegte Leistüngsfähigkeft des Autors ins Auge ssäffen' ÜNd das uns vorliegende WeM chen eilier "strengeren Kritik unterwerfen, 'so Äürdb es nicht sehr'schwer faM/'-dem'--Ver'faffO>aÄch'Manch-Undöllkommenheik zum Vorwurf -zu machet So"könnte -MirfM gM,?. warum er bei'feiner"MövachWssg8gübe/^bel''feinÄ genau^'Bekanntschaft'Mt allen SchattirüNgen und N'üänren des jüdischen Lebens, bei seiner glänzenden Darstellungskunst und dem edlen Humor, die br alle in semen srühe-- ren Schtisten'germgsäm -Veürkündfte') "sich-jetzt Mg denk 12*

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