Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 10 (6.3.1860)
- Date
- 1860-03-06
- Page
- Seite 154 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3224737-3226202-3226213--18411-3247371- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
fällig bleibt -es . aberdaß hje-BerlLneMZörftnzeAung Lo-:-wenig ihrer: Kundschaft. Rechnung trägt-.s Vor Längerer Zeit hatte wir erinnern Uns dessen.genau der Besitzer der Zeitung einen Juden qua solchen -verletzt, man rief Anathema über. ihn . und sein. Blatt. -Mit dem Geschrei war das Meiste! gethan.. Daher mag. es >sich auch schreiben, wenni feie-Mrsenzeitung, ein Blatt, das notorisch nurdurch Luden '.eriftirt,, es sich abermals herausnimmt, gegen Ende Januar dieses Jahres, in seinen Spalten von einem Act derPrivat- Criminal-Justiz des . Breiteren zu sprechenan dem nur jüdische Handelsleute und verschiedene jüdische Familien betheiligt sein, sollten. .Danach hatten diese Personenrin des Diebstahls verdächtiges Mädchen;5 Tage, .hindurch gewaltsam, inhaftir^gehatten. Diese . Juden hatten sich obrigkeitliche Gewalt angemaßt und sie noch überdies gemißbrauchtU Der, wie erwähnt, nicht judenfreundliche Publieist erklärt indeß in . diesen Tagen, daßnur die veritable Police! und der christliche Bräutigam des Mädchens bei diesem. Drama mitgewirkt. Welches. Interesse, so muß man in der That fragen, .bietet Börsenmännern eine fast vollständig erfundene alltägliche Hausdiebstahlsgeschichte? Liegt die Vermuthung nicht nahedaß nur die jüdische Gesellschaft in Scene zu setzen und zu geißeln in der Absicht deS Schreibers lag? Derartige Gehässigkeiten sollten Luden nicht immerhin leicht nehmen. Es giebt Stellenwo die -Börsenzeitung sehr sterblich ist.u-*- im Geldbeutel; dieser wunde Fleck sollte nicht immer wieder! durch Abonnements-Gelder aus Mischen Härtden geheilt werden. Der praktische Sinn unserer Glaubensgenossen will oft das Nächstliegende nicht sehen. Wenn wir der judenfeindlichen Presse nichts entgegensetzen und der judenfreundlichen uns nicht annehmen, dann mag eine Zeitung für das Judenthum noch am Platze fein, eine solche für die Juden bleibt ein klingend Erz und tönende Schelle.*) Oesterreichifcher Kaiserstaat.! Pesth> 30. Januar. (Privatmitth.) Es ist eine unläugbare Thatsache, dÄß bei allen in den österrei- *) Wir hasten dies den Berliner Glaubensgenossen oft genug gepredigtwas Hilst es aber, wenn man der Pretziger'Mder Wüste ist! Aber auch trägen die eigentlich/^chükd 'die Führer! die eingebÜddtt'n'Und dabei tttüsskgen' und wipkungsldseN Führer! Red actio -chischenj Staaten.-ibestPhekderv Verstcherungs ^Anstalten uysere jüdischen Glaubensgenöffenhervorragender Stellenstets -eingenommen?und! gegenwärtig noch-einnehmrm. Eine Ausnahme hiervon machte — in Ungarn wenigstens.—7 die hiesige General-Agentschaft der-Isten österreichischen Versicherungs-Gestllschaftsin Wien- "seit deren jahrelangem- Bestehen es nicht nur keinem Juden gelungen ist, -bei ihrals Beamter angestellt W werden, sondern sie befolgte bis. vow etwa zwei.Jahren . das intolerante Princip, selbst in der Provinz keinem- Judew! eine Agentschaft anzuvertrauen^ Shells vielleicht die Furcht, durch das JnslebentreteN der ungarischen Affecuranz-Anstalt*) eine rein christliche Rivalin zu erhalten und dadurch.Mit dem Nimbus, in dessen Besitze sie sich durch diese Ausnahmsmarime wähnte, auch einen großen Theil. ihrer Versicherer zu verlieren, theils aber die wirkliche Überzeugungdaß ihrechtiftlichen Agenten von den jüdischen-anderer-Anstalten überflügelt wurden, veranlaßte dieselbe/- wie bereits gesagt, vor etwa zwei Jahren-ndem, erwähnten Ausnahmszustande theilweise zu entsagen/' indem-sie sich seitdem in den Prövinzialstädten Ungarns wohl jüdischer Agenten, aber keiner Mischen Bureau - Beamten bedient. -v;r;. Ob bei der Direktion dieser Humanitären Anstatt in Wien dieses Ausnahmsgesctz noch -bestehtist uns unbekannt-und wäre-es wünschenswerth, wenn.einer Jhttr.geehrten Wiener Correspondenten dem verflchertttden Publikum hierüber Aufschluß zu geben sich die Mühe nehmen wollte, denn wir halten die OesseMfchM für das sicherste Mittel zur'Bekämpfung solchermittMlterlicher Principien. - - ü ' Wien, 12. Februar., Der N. Pr. Ztg. wiid geschrieben : „Die Veröffentlichung der'kaiserlichen Verordnung in Betreff der Grundbesttzfähigkeit.der Juden wird schon dieser Tage-erwartet. - Wie man vernimmt, ist darin das Befitzrecht der Juden in den meisten Krönländern Unbedingt, in Galizien Wjhgt. ausgesprochen; in. Steiermark,. Kram, Kärnthen und. Tyrpl, Hingegen bleiht es den dortigen Ständen überlassen--in der Sache zu entscheiden. Auch verlautet -jetzt- -daß 80 Notablen aus den verschiedenen Kronländern einberüfeN Üerdett . ' ...; .‘Cli IN .1,! U - - *) Zur Ehredieser Anstalt sei eb gesagt, daß sich jene hierin täuschen, indem die ungarische keine eoüftssionelle Ausnahme macht. -