Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-03-06 · Heft 10 (6.3.1860) · p. Seite 153

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 10 (6.3.1860)
Date
1860-03-06
Page
Seite 153 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/3224737-3226202-3226213--18410-3247370
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

158 .'LuHlsSitz Md- Stimme im Areopage - der? Wissens Haft erhÄtem-rperde^ - -Eine)Ansicht/ .welche übrigensj dergelehrte )Hle.rr Red acte u ridieses Blattes, wenn! auch -iw anderer -Form und bei einer andern Gelegenheit, a.Mgespro,chen hat. -7-. Der Redner bezeichnete alsvanm den Studi; phil. ^J. Freudenthal aus Bodenfelde als Sieger ides :vom Herrn Redakteur Lehmann gestifteten -rPreisesufür/ einejüdisch-theologische Abhandlung, dem Bemerken, daß die qu. Arbeit von tiefer Auffassung und wiffenschastlicherDurchdringung des Stoffes zeuge. Herr Freudenthal verlas hierauf einen Theil seiner Preisfchrift und erntete durch brillanten Vortrag wie durch deren, tiefen Gedankeninhalt den allseitigsten BeifalU Es verdient' wohl erwähnt zu werden, daß Herr Freudenthal seine wissenschaftliche Ausbildung.zumeist dem hiesigen Seminar verdankt. Mit der: Vertheilung der Stipendien, welche vom Stifter wie. von anderttiGönnern der Anstalt fundirt worden sind,- schloß der 'Actus, .welchem. auch sonderbarer Meise ein, -vermöge seiner, geistigen Eigenschaften dem Judenthume mehr nützlicherals. schädlicher Spediteur fürs Himmelreich — vulgo Missionar — beiwohnte. ES kann dem Herrn Redakteur d. Bl. wohl nur zur Freude gereichen, daß der erste Impuls zur Gründung. einer. Pflanzstätte für jüdische Wissenschaft, wie das Seminar es ist, von ihm in begeisterten Worten ausgegangen, ist. — Fortes creaiitur fortibus et bor nis.*) :=); j . Dr. H. Berlin, 18. Febr. (Privatmitth.) In dieser Zeit . .religiöser Zerwürfnisse, wo die römisch-katholische Kirche sich in ihrem Oberhaupte gekränkt sieht, ,die Dissidenten *). Der geehrte Einsender dieses Artikels bat^,um unverkürzte Aufnahme dieses Artikels, und so mußten wir es geschehen lassen, daß unser in demselben zwei Male erwähnt ward. -Hierzu nur folgende Bemerkung^ Als wir vor- 18 Jahren. per. damals beliebten „Trennung d-es.Religiösen vom politischen" gegenüber wiederholt daraus hipwiesen, daß die Thorah integnrend das Religiöse, Sittliche und Sociale verschmelzt, in der Jhentificirung derselNn'rhren' Schwerpunkt hat, Leben und Idee von einander durchdrungen' haben will/ Und darin als die LehrmeisiepiM der Völker Md Zeiten auftritt — 'lehnte man d.ieS....sMsHsteigend ab. . Wir haben -dies seitdemiy die-- sen^ Blattern, in Ünserm Bibelcommentar und unseren Vorlesungen über die Entwickelung der religiösen Idee und die- Peligioy. ^.er Gesellschaftausführlich. entwickelt- und jetzf beherrscht vie.se-Anschauung die ganze:jüdisch.e Theologie.; Redaktion.: - die staatliche'Einmischung, in der Bekenntnißfräge, ubekämpfen und die -Juden nach voller Gleichberechtigung rmit'- den -christlichen Bewohnern der alten'. Welt ringen, gebietet es das Parteiintereffe,. nach überall hin ein wachsames Auge zu haben. Der Jüdenzeitung' gebührt das Verdienst einer treuen Streiten«: für' die Sache des JudeMhums. Schaarte sich Israel so um sie, .wie -es ein Organ der Juden beanspruchen' darf: es. gereichte zur Stärkung des Strebcns der - Zeiturig es gereichte zur Kräftigung der Gesinnung unter den -Juden-. Und das Letztere thüt vor Allem Roth. Die gegnerische Presse ist rührig — und was thun wir? Das P reußische Dolks blatt verkündigte noch vor wenigen Wochen an allen Straßenecken Berlins als Programm: „Dem Streben nach Gleichberechtigung der Juden mit den christlichen Unterthanen des Staates werden wir wie bisher mit aller Energie entgegentrelen."; Der passtve Widerstand der-Juden reicht allenfalls soweit/ daß sie sich dem Blatte nicht zuwenden, wenn aber eine andere Berliner Zeitung: -,der Publicist", keine Gelegenheit vorübergehen läßt, seine Criminal-Geschichten dadurch piquant erscheinen zu lassen, daß er bei jedem Verbrecher jüdischen Glaubens diesen besonders als Juden kennzeichnet, so übt in Bezug auf dies. Blatt die nicht geringe Zahl jüdischer, Abonnenten und Inserenten eine Toleranz, :mc sie der Herausgeber des' Publicisten, der bekannte Verfasser des-seiner Zeit Aussehn erregenden Buches : „die jüdischen Gauner", nicht: verdient. Für: eine solche Duldsamkeit giebt es — soll sie. nicht Gesinnungslosigkeit sein, nur eine Erklärung, die sich in folgenden Witzworten findet. Als man einem Juden christlicherseits den Vorwurf machte: seine-Glaubensgenossen betheiligten sich überall in auffälliger Weise und- Majorität,/ bei allen öffentlichen Schaustellungen.-erblicke man nur Juden, auf der Promenade wimmle: es. von ihnen, antwortete dieser lakonisch: „ Wollen Sie die Juden in der auffälligsten Minorität gegen Ihre Glaubensbrüdersehen,, besuchen Sie nür die Zuchthäuser." — Die Kreuzzeitung behauptet, die ganze Presse sei Domäne der -Juden, und nach ihren grunWnllchen Anschauungen hat: sie -ein Recht-, ihnE diesen Besitz und dies Lehen nach Kräften zu verkümmern. Sie vertritt übrigens hierbei die Memüng ihres Leserkreises, Zeitungen, sind nicht! selt.en Fabrikate für besttmmte'Abnehmer, . und in Geschqftssachen verschmäht auch sie/es nicht, ihren VorthM wahrzunehmen. Anf-r 10 **

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.