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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-02-14 · Heft 7 (14.2.1860) · p. Seite 97

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 7 (14.2.1860)
Date
1860-02-14
Page
Seite 97 (sequence 3)
Language
German
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m Wort.ist die: ,.S-H^ks^jeaff.es.amssdey Volks? meiNMgseiner AM-Md.MSk-WyeNlKmiuS \» -Die Volksmeinung PichtM ähstz.dMEU ch-Hjsch mm t&t if;. zige ei n e;n, i9 selbst Mr br schert sch «jp Juden, das-rachsüchtigss■,■ Al i em a y d r n •und Archts,,;;alö. daß G.2e l-v^ U,ehey-d-e Gsmütch;: Shakspeare^'Genius aber dichtete den großen, -nationalen, Weltgeschichte lichen Schmerz, eines' unterdrückten.Stammes, d idj t-.et e das auö tausend Wunden bluteyde, .-verletzte Gemüth meysch-!ich fühlender>-und-doch: so zuymenschlich gehandelter Wesen. -7^7H^Epe.axejchegriff-,-. w aKau;$ Menschen merde.n müßt er, an. .deren edleres Selbst! -Keiner glauben, wolle. -TnrMix würden-uns an dem Gemps einest .Shakspeare zu. versündigest fürchten, - wollten wir seiner Darstellung^ juden-, seiiidl-iche.iMotiveunterschieben: — - Das. M sexypon uns.' Bleib er,^ochr-.&eir. der Darstellung jenes Monstrums, uns. die psychologische Motivirung nicht, schuldig,:wenn epSHYlochisesnen unversönlichen Haß;.und,seine)Rache gegen Antonio mit -dem- Schimpst der Kränkung und Mißhandlung erklären läßt, von Antonio erfahren, „Und was hat: erfür .Grund?.Ich bin-ein Jude. — Hat nicht,ein Jude Hä,yde,-Gliedmaßen, Werkzeuge> Sinne, Neigungen-, Leidenschaften? Mit derselben Speise g e nä.h.r t, .mst;denselben.Waffen v e r-l.otz t„ denselben Krankheiten unterworfen., -mit deyselben.* Witte.!«• -gs-» heilt, gewärmt und; gekältet.von eben dem Winter und- Sommer-,, als ein Christj? Wenn Ihr uns stecht, bstuteu. xoip;'sticht-?- WeM-Jhr u.nS-xkst-tz e-lt,,lache.nwir,.ni ch't? Wenn Ihr uns v erg ifte t,. ster b,en wir nicht? istlnd wtznn-.Jhr uns H ele-idjgt,- sollen wir. uns nicht rächen?//: : , .7 . i Sv/ dichtete, denn-.Shakspeare einenJudenwie er nych d en well g eschichtli ch en- V or.a u s s-e tz un gen hätte, werdenmüssen.: daS..aber beweist yoch lange nicht, .daß. er also in.dexThat-werden mußte-i-.E:^ giebt Ettvfas, w a s -a k l e rm e y s ch1 i ch eanWere..chuyng> selbst-d eI) eineS-so g ewa l tst g e n <V e-nschst W,ie Ei h.fl k sste a r e. s p o dt e t:- d ast -ist d as gMZ e-ßtßt, imnist steS inyersten &tß:ns i m V ö.lk^xsteb-em! -!->..Es bedurfte her gewaltigen Phantasie eines. ShaWM,-nym ein: Monstrum wie Shylock zu erstydey-uMH.' sterWirkl i ch k e i t st st e s. nich t. ,. Ja..noch mehr,. -uyd das ist.wohl beachtestswerth h- Shakspeare mußte,, a,m. hirses.Ungeheuxr zu gestaltest, eine-wirkliche Begebenheit umnrodeln,.die.sich im Jahre. 1 bß'J in dex Thar.zugetragen,'-7 Die.', in -jeuer Begebenheit, handelnden.Personen, sind ein angesehenerreicher,- rönrischeu Kaufmann,-; Mamens.-Paul- MMnHccchi,! und: iein. jüdischer "H.andolsmann „rSitnson Ceneda: dottst in der wirkstich^ey B-egeIe?nheit ist es Uber der - Jud-?,-!ay7.deMi jene^Unthatz verübt.merdennsoll-,Lund NM die. Menschenfreundlichkeit. Md Grrechtigkeitsliebe des Papstes SirtuS V.; rettet den Juden. *) Jenes Monstrum : also , vor, hem, wir auf der-j Bühne, uns .entsetzen,, stff in Wirklichkeit.-kein.Jude. — Shakspeare mußte seinen: Shylock erfinden: e-rdst ch>t e:te >j wi-e Kesag^- aus dom Volksgeiste und aus." seinem Genius; -nicht so unser ^esstngi»;er dichtet0 s.einemRathandemiWM-ten - gestKe na-chst- .! ...--.lL Es könnte die Behauptung kühn scheinen, wenn wir stm Gegensätze /zu jener blaffen, .farblosenMeftalt:des Schema, und zu jener infernalen Gestalt - des Shylo.ck - den. Lessing'- schen Nathan als ein. der: Wahcheih'und Mirklichke.it.ent^ lehntes getreues Bild auffaffen, wenngleich jener Nathan lehrt: daß „Gott zu, Gunsten, T>erer,. di<^ .i,hnlzebey,; auch Wunder thun könnet und ein -Wuttd.er.stst eß,-allerdings zu nennen, wenn nach jenen geschichtlichen Voraussetzungen, denen die Juden ünterlagem das Prototyp'eines Shhlock nur e r f u n d e n , das eines Nathan g'e fu n d e n werden konnte. Aber wissen wir es aüch, daßstn Nathan der Jdealmensch gezeichnet ist und daß es Lessing um die M e n schheit, nicht um eine specielle Nation oder Religion^zu.thun war; ja, müßten wir e8 als eine Sünde gegen den großen , umfassenden Geist eines'' L'effing bekraWü / wollten wir ihn, den Unparteiischen, zu irgend^ einer Pstxtei hmüberziehenL M ist - es dennoch bedeutsam, daß ,Le.sstng. die, Möglichkeit einer so vollendeten ErscheinUng>::wie)Nythan, gerade innerhalb e i n e s s 0 g e m i ß a-chit e t-e n Volkes, wie die Juden zeigt, und dies -konnte auch nur das WerkZeines so tief blickenden Geistes'üud'eines so warm empfindenden Gemüthes, wie das eines Leasing seist. Ja; Lesfing konnte von stnein Volksstamme seine genngeMeinung haben, aus--dem sein-Freund MeydelsfoHst.-hervorging, über den :er!<gleich,.nach der. ersten Bekanntschaft stch äußert: „Seine Redlichkeit und -sein philosophischer Geist läßt mich ihn im Voraus als einest'Miten'Sprstoza'betrachten, dem zur völligen Gleichheit mit dem Erstern nichts als seine Jrxthstmer Men7,.,.wie.:WestdelSWn,stiUchitS freisinnig ufld^wa,hchei.tStieheHd.-:gmug.iwar-,'-.um es auszusprechen: „Im Grunde gereicht der-Nathan, wie wir gestehen müssen,:..derMhristeyheit zur, Pahren Ehre! — Auf welcher, hohen Stufe der Aufklärung mnp Bildung muß ein Volk sein, in - welchem stch - ein Mann zu dieser 0)*hr,Nach,,MMorist'.$0, PiogWh Sirius V. - - 7*

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