Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 3 (17.1.1860)
- Date
- 1860-01-17
- Page
- Seite 39 (sequence 7)
- Language
- German
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.^eytze AHx-MkeMN Ln silbernen Leuchtern, brannten. Ein Hr die "Gelegenheit -paffend. zusammengestelltes - Programm, bestehend in zwei gelungenen Vorträgen, 1 wovon, der eine das Leben.MendMohns,^ders. andere j Hessen Wirken in Höner,und^ schwungvoller Sprache behandelte, drei Gedichten, hie alle /.eine .begeisterte / Liehe und Verehrung für Mendelssohn und das Juden'thum. athmeten, und ferner drei musikalischen Vor-! tragen bildete d.en geistigen, Theil der Feier«. Von den Gedichtenwurden die ersten zwei : ein. Prolog von unserm begabten, jungen Dichter Herrn Livius Fürst, und eine Dichtung des Herrn vr.; Moritz Rapaport aus Lemberg, von unserer hochverehrten Frau; vr. Äoldschmidt, die sich mit; der liebenswürdigsten : Bereitwilligkeit dazu erbot, in einer Weise vorgetra- . gen, welche eben so sehr eine seltene Tiefe des Gemüths, als eine wahrhaft künstlerisch durchdachte Auf- faffung bekundete, und auf die Versammelten einen herzerhebenden Eindruck hervorbrachte.. Das dritte Gedicht,; die drei Mose betitelt, aus unbekannter Feder, wurde ebenfalls von einem Herrn mit vieler Lebendigkeit wiedergegeben, wobei die dichterischen Empfindungen eines jugendlich warmen Gemütheö recht prägnant zur Geltung kamen. Nicht minder anpassend waren die musikalischen Vorträge, ein Conöertstück von Felir Mendelssohn-Bartholdy, so wie eine Composition von unserm verdienstvollen jüdischen Künstler und Componisten Herrn Edouard Berensdorf, und wurde der glänzende und, feurige Genius des großen Meisters, so wie die tiefe Innigkeit und liebliche Tonfülle des zweiten Musikstückes von unserer liebenswürdigen Mitbürgerin, Madame Finkelftein, mit besonderer Anmuth und einem für eine Dilettantin ungewöhnlichen Verständniß zum vollen Ausdruck gebracht. Das dritte Musikstück, ein Trio, die fesselnde Composition eines andern jüdischen Künstlers, Herrn Jadassohn, wurde von dem Componisten selbst und zwei andern Herren auf das Anerkennenswerthefte erecutirt, und erntete gleich allen andern Vorträgen einen wohlverdienten stürmischen Applaus. Der geistigen Feier, die gegen zehn Uhr endigte, und sich einer ununterbrochenen theilnahmsvollen Aufmerksamkeit/ Seitens der Versammlung erfreute, schloß sich eine gemüthliche heitere Vereinigung an, die nicht weniger reich an freundlichen Momenten war. Den Kern dieses zweiten TheilS der Fejer bijdete ein Toaste von unserm verehrten Prediger Herrn vr. Wldschmidt, in welchem, he.rselh.e jy geistvoller- Weise. auSeinandkOtzte,^ weshalb die Ichden gerade den; Todestage.ihrer: gxoßen Männer in festlicher, und freudiger StjmlyiUng begehen. Hierauf folgten andere mehr; oder; minder: bedeutende Meden unp Tynksprüche, welche die.Gesellschaft ln der angeregtesten Launk. Wu nach..Mittertzachtj zusammenhielten.^/ . , . /;/±> Die Feier selbst aber ging von einem seit, ungefähr. einem Jahre hier bestehenden Verein zur Förderung geistigen, Fortschrittes, im; Judenthum aus. Dieser Verein, der sich ein so würdiges und verdienstliches Streben zur Aufgabe gestellt, wirkt seit seinem Bestehen mit warmem, unverdrossenem Eifer und wirklich; edler lohenswerttzer GesiMUng^Merfreut sich hier bereits eines Western Anklanges. Seine Ausdehnung ist zwar im Augenblick noch nicht so groß, indeß darf er zuversichtlich mit der Zeit auf. die allgemeinste Anerkennung rechnenso wie auf eine reiche Vermehrung seiner Mitgliederzahl, wenn er sein.schönes Princip unablässig verfolgt, und in seiner, rüstigen Thätigkeit nicht .ermattet. Besonders, gehoben hat sich der Verein, seitdem Herr vr. Goldschmidt ihm seine warme Unterstützung angedeihen läßt, und. eine Reitze von gediegenen Vorträgen, die. er bereits daselbst.gehalten, haben den Sitzungen, die allwöchentlich stattfinden, ein erhöhtes Interesse verliehen.. Auch die Mitglieder selbst, durchgehendS Kaupeute, haben bereits recht viele anziehende Vorträge gehalten , *) die das erfreulichste Zeugyiß geben von dem regen geistigen Sinne, der in unserer Gemeinde lebt, und welcher derselben eine; schöne Zukunft prognosticiren läßt. . Ich hoffe, Sie werden meinen kurzen Mittheilungen einen Platz in Ihrem geachteten . Blatte einräumen, um so mehr, als es Ihren Lesern von Interesse sein dürste, zu erfahren, daß in der noch so. jungen Leipziger Judengemeinde ein so kräftiges und warmes Leben pulstet, und daß selbe einen Standpunkts einnimmt, der für unsere Stadt der Intelligenz und der Wissenschaft so: sehr angemessen ist. Auch hier bleiben die Juden nicht hinter der großen Zeitströmung zurück, die jetzt in Deutschland itzre mächtigen, segenspendenden Fluthen fortwälzt. Ueberall quillt es fruchtbringend aus den Geistern und schwemmt den Boden- - *) Die beiden Vorträge bei der Mendelssöhnfeier, sein Letzen und Wirken behandelnd - sind ebenfalls von zwei MgliehemMftS.Vereins