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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-01-17 · Heft 3 (17.1.1860) · p. Seite 40

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 3 (17.1.1860)
Date
1860-01-17
Page
Seite 40 (sequence 8)
Language
German
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fatz verrotteter Vorudtheile - weg. '-Auch hier -haben die Zuden ein gesehen,-daß nur Einigkeit"und festes Zu- : -fammenhalten in rillen ihren geiftigeümnd sittlichen Interessen 'sie -stark, und frei machenkann, und so möge sich denn: daS Band der Eintracht und der Liebe im- * mer fester um sie schlingen, und' eine immer'größere GeisteSgenoffenschaft umfassen, auf daß sie, wenn einst das große-schöpferische Werde der socialen Emäncipation erschallt, würdig vorbereitet seien,- die-edle Himmelsgabe zu empfangen und zu genießen! 8. -; Preußen. - Magdeburg, im Januar. - (Privatmitth:)- In diesem^WiNter hält der Vr. Philippsonvon einem chiesigen Vereine aüfgefordert/Nach mehrjähriger Unterbrechung wieder öffentliche Vorlesungen, welche sich eines Beifalls erfreuenwie in unsrer Stadt kaum jiemaldi vorgekommen. Der große Börsenfaal, in welchem die Vorlesungen^ gehalten werden/ ist nicht nur dicht gedrängt und bis äüf den letzten Raum gefüllt, sondern zahlreiche- Gesuche um.EintrittSbilletS müssen von dem - Vorstände des Vereins abgewiesen werden^ Dabei ist die Aufmerksamkeit der sehr intelligenten Versammlung, an der Aerzte, Juristen, Beamte, Lehrer rc. Theil nehmen, - -während deS mehr als -1 '/r ständigen Vortrages die. gespannteste. Der Gegenstand, über welchen Herr vr. Philippson den Cyclus seiner Vorlesungen hält, -berührt die höchsten und wichtigsten Fragen dev Menschheit und greift überall, selbst in die Tagesgeschichte ein; erliest.nämlich: über die Resultate iwder Weltgeschichte, und verarbeitet mit Klarheit.-ein ungeheures Material. Wie wir hören,' werden die Vorlesungen, im Baumgärtner'schen Vertage im Druck erscheinen. - . - -Berlin, im Januar. Wie der Volks-Zeitung aus Kolb erg geschrieben wird, hatte sich der dortige jüdische Particulier Sußmann bei der Königl. Regierung zu Cöslin gegen?den an der Kolberger höheren Töchterschule an gestellten Lehrer Bethge deshalb beschwert, weil derselbe -seine, Sußmann'S, Tochter blutig geschlagen und -jüdische Schülerinnen mit spöttischen Reden gekränkt habe (er soll z. B. zu denselben sich der Anrede bedient haben: „Schmuel Jtzig, komm' mal vor! Die Ähmgl- Regierung hat, -wie die Volks- Zeitung weiter meldet, die Beschwerde für begründet erachtet' und gegen den Lehrer eine Ordnungsstrafe von Einem Thaler verhängt. Auö dem Poftnschen/ im December. (Privätmitth.) Innerhalb der Synagogen- Gemeinde P l e - fchen sind vor Kurzem wieder zwei neue WohlthätigkeitsVereine (einer derselben aus lauter jungen Mädchen bestehend) ins Leben gerufen worden. — Unter den Geschenken; welche der Gemeinde B o j a - nowo von auswärts zugegangen, befindet sich auch eins aus Jerusalem, wohin jetzt die Empfänger eine Dankadresse in hebräischer Sprache abgesendet haben/— Zu den Reformen, welche in der Gemeinde Böjänowo nach der Erbauung der neuen Synagöge vorgenommen worden, gehören namentlich die Abschaffung des „SchülklopfenS" und die Einführung deS „Chorgesangs beim Gottesdienste". — Das „Schulklopfen" ist mdeß schon in den meisten Gemeinden unserer Provinz abgeschafft. — Die israelitischen Schulen zu Rawicz, KrotoSzyn und In owraclaw sollen, wie wir hören, jede um eine Classe vergrößert werden. Oesterreichischer Kaiserstaat. Lemberg, im Januar/ Der „Presse" wird aus Lemberg, den 2. Januar, Folgendes geschrieben: Durch eine Specialentscheidung des Lemberger OberlandeSgerichts wurde das Patent vom 2. October 1853 hinsichtlich der Besitzfähigkeit der Juden dahin ausgedehnt,, daß den Juden in Galizien und Bukowina, mit Berufung auf das Patent vom 8. Marz 1805, selbst die zeitliche Pachtung landtaflicher Güter verboten sei. Bei dem Umstande aber, daß seit der Zeit der Robotaufhebung der größte Theil der landtäflichen Güter Hierlands in zeitlicher Pacht überlassen worden ist und die meisten Pächter Juden sind, ist diese Gcsktzdeduction sehr empfindlich; sind doch selbst die Güter des Ministers Grafen Goluchowski an Juden verpachtet. Mit dem Ministerialerlasse vom 9. März 1859 wurde unter Berufung auf das Patent vom 5. März 1805 den Juden in Galizien und Bukowina auch die Pachtung von Rusticalgrundstücken untersagt und nirgends wird daher die Entscheidung über das künftige Rechtsverhältniß der jüdischen Bevölkerung zum Grundbesitze sehnlicher erwartet als in Galizien. -v! "

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