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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-01-17 · Heft 3 (17.1.1860) · p. Seite 38

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 3 (17.1.1860)
Date
1860-01-17
Page
Seite 38 (sequence 6)
Language
German
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Papiere eines lachenden Philosophen-." Der Einband mag Wohl Manchen reizendieses Buch anzükaüfen; aber der Inhalt desselben verhöhnt alles Religiöse, Erhabene, Edle und Gute, tritt alle-Moral mit Füßen. Daß wir/Juden ebenfalls darin hart mitgenoinmen werdenmag -Jeder leicht begreifen, aber in so schändlicher Weise, daß man den Blick mit Ekel davon abwendet. ES ist also jeder brave Israelit vor dem Ankäufe desselben zu warnen. Darmstadt, im December. (Privatmitth.) Endlich/ nach langem Sehnen und Hoffen, ist die Rabbinatöstelle für -hier so wie für die Provinz Starkenburg durch die Person des Herrn Dr. Landsberger, Prediger aus Posenbesetzt worden. Wir sind der Großherzoglichen Regierung, von der die Wahl auSging, vielen Dank für das treffliche Gelingen derselben schuldig, 'denn nicht leicht hätte die Stelle ein tüchtigerer Mann erhalten können, als der Obengenannte. Noch Nicht lange im Amte, hat Herr Dr. Landsberger sich schon das Vertrauen Aller -erworben und es herrscht in allen Kreisen ein eifriges Streben, dem eben so gelehrten als liebenswürdigen Manne freundlich entgegenzukommen. Am Sabbath Thouldous hielt derselbe seine Antrittspredigt, die ein Muster von Beredtsamkeit und Klarheit)' -voller lieblicher Bilder und treffender Gleichnisse war. Die Synagoge ist jetzt allsabbathlich von Zuhörern gefüllt, die herbeieilen, um das lange vermißte Wort Gottes zu vernehmen. ' Die-hiesige- Gemeinde ließ für Herrn Dr. Landsberger ein Zimmer ausmöbliren und veranstaltete ihm zu Ehren ein Festessen. --Weiter ist noch von hiesiger Gegend zu berichten, daß die Statuten der Lehrerversammlung, die seiner Zeit in Ihrem geschätzten Blatte zu lesen waren, von der Großherzoglichen Regierung nicht genehmigt wurden, die Petition jedoch, die erst dem Dr. Landsberger zur Beürtheilung vorgelegt werden soll, wird jedenfalls lchte Berücksichtigung finden. .< Leipzig, 5. Januar. (Privatmitth.) Für Ihr geschätztes Blatt, düs'jeder ehrlichen Und rechtschaffenen Bestrebung im Sinne -Und Geiste des Judenthums seine Vollste Sympathie zuwendet, und solche aufs Kräftigste unterstützt, * dürfte vielleicht die Mittheilung nichtiluftwillkommen feindaßHestev^ als am Tödesl tage Mosis Mendelssohns, hier eine Gedachtnißftier des großen Verewigten stattgefunden hat. Es ift'dies daS erste Mal, daß hier in Leipzig 'sich eine solche' .warme Pietät für Viesen edelsten Sohn unseres Skam^ mes kundgab, und dieses Symptom echter' und auf-' richtiger' jüdischer Gesinnung" ist Um so höher änD schlagen, jemehr eS jeden Freund des Judenthums j mit einer gewissen Wehmuth erfüllen wußte, bei denl selben Juden, die am zehnten verflossenen Novembers -sich mit ihrem ganzen Herzen an dem herrlichen deutschen Nationalfest betheiligten, für ihre eigenen großen Männer so 'wenig liebevolle Erinnerung währ-; zunehmen. Der Einfluß Schillers auf'die Juden wäre \ unwirksam, ja ganz unmöglich gewesen,' hätte er' nicht einen solchen Vorarbeiter Pie Mendelssohn gehabt, l Mendelssohn machte den Juden erst zum Menschen,! bevor ihn Schiller zum Staatsbürger gemacht. Mendelssohn Und Schiller sind in der geschichtlichen Entwickelung der modernen Juden wie Ursache und5Vir- - kung, der innige logische Zusammenhang jedes großen -und schönen Gedankens mit der nothwendig aus den- - selben sich entfaltenden reformirenden That. Die gestrige Gedächtnißfeier hat mir jenes beklem- : wende Gefühl genommen und die Ueberzeugung'ver- Mafft, wie empfänglich und fruchtbar noch immer dev iBoden ist, in welchem das Judenthum der Gegenwart ^wurzelt, unh wie sittlicher und geistiger rZortschritt, in-!vem er die Beziehungen-desMenschen zum Menschen -in immer veredeltere Formen prägt, gleichzeitig auch -befruchtend aüf'dasgemüthlich'e Element um Manschen wirkt, -Und ihm eine treue Anhänglichkeit, eine selbstbewußte verständnißvolle Liebe für seinen Stamm einflößt, eine Erscheinung, die sich die concordätsüchtigen Dunkelmänner aus;unserer eigenen Mitte wohl 'zu' Herzen ziehen'könnten. - " ' ' M ) Gestatten Sie mir noch eine kurze Beschreibung des gestrigen Abends, den ich mit innerer Genüg- ' thuüng alS eine glückliche Phase/einen vielverheißenfteu Wendepunkt in dem Leben der hiesigeü' Gemeinde betrachte. In dem mit Palmen und Cypressen sinnig geschmückten Saale des Hotel de Pruffe versammelten sich' um halb sieben Uhr Abends ung% führ' zweihundert'Personen in festlicher Toilette, ,51% auf - daS, Wohlthuendste imprefsionirt von dem. auf schwarzem Hintergründe befestigten lorbeerumkvänzten!- Bildniffe unseres Moses Mendelssohn/ zu dessen beiden Seiten zwei gewaltige, «ftp MarmvrsäuM Pe-'^

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