Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 3 (17.1.1860)
- Date
- 1860-01-17
- Page
- Seite 37 (sequence 5)
- Language
- German
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Bibliothek nunmehr: etliche zwanzig Jahre ohne Ansehen der Kosten oder-Mühe." * *) So weih der Brief Anderspn's vom April 1714. Einige Wochen später ertheilte er von Braunschweig aus Wylf den Rath, selbst nach Hannover zu reisen und bemerkte, daß er „dem Juden Sulomon Philipp in Hannover, welcher in der Neustadt ohttfern von der Synagoge wohnet, Auftrag gegeben: habe, ihm allen verlänglichen Vorschub zu thun, damit er seine Curiostts völlig stillen könne. Der Jude Salomon Philipp wird mit Sie nach der Schulen hingehen, über welcher die Bibliothek stehet." Diese von Wolf so häufig benutzte Bibliothek steht, wie oben erwähnt, nicht mehr „über den Schulen", aber eine andere füllt, fast , an derselben Stelle, ihren-Platz wieder aus, welche freilich nicht so bändereich, aber eben so gewählt ist, als jene. Herr L. Rosenthal sammelt seit Jahren mit unermüdlichem Eifer alle neuen und alten hebräischen Werke, deren er nur irgend habhaft werden kann, und ist so im Besitz eines Bücherschatzes, welcher sich in Deutschland einen wohlverdienten Namen erworben und schon manchem jüdischen Gelehrten treffliche Dienste geleistet hat. Wir hoffen, daß ihr ein besseres Loos beschieden sei und ste auf Deutschlands Boden verbleiben möge. Dr. Kayserling. Zeitungsnachrichten. Deutschland. München, 6. Januar. (A. A. Z.) Außer der Beförderung Boye's und der Wiederzulaffung des früheren Landtagsabgeordneten Dr. Rubener zur ärztlichen Praris, bezeichnet den Geist und die Anschauungsweise unserer jetzigen Regierung auf diesem Gebiet, eine neuere Beförderung: die des Dr. Engelmann, Assistenzarzt bei der Irrenanstalt zu Jrsee, zum dirigirenden Arzt an der Anstalt St. Georgen bei Bayreuth. Dr. Engelmann ist ein ausgezeichneter junger Medicincr, aber Israelit, dadurch gewinnt diese Be¬ Correspondenten wiederholt. Der selige Chacham Bernays trat dagegen auf und schrieb in dem Hamburger Correspondenten eine „Ehrenrettung Oppenheimers" (Bemerkung Hvffmanns). *) Herr Dr. Steinschneider fand vor mehreren Jahren in Orförd ein Verzeichniß, welches Oppenheimer 1683 anlegte, worin er sich vornahm, von hebräischen Büchern anzuschaffen, was er bekommen konnte. > förderung Bedeutung,' weil es der erste Fall in Bayern sein dürfte, in welchem ein Israelit! zu 'einer solchen, Stellung berufen wurde. - . / - - ' i 5 Cassel, 4. Januar. (Privatmitth.) i Jetzt ist Ihr Bibelinstitut auch hier in Cassel zur Sprache gekommen. ■ Am verflossenen noon r>2«: brachtet der-Rab-. biuer dasselbe in seiner Predigt »oci untt hielt die Gemeinde um Förderung desselben an./.Zugleich vertheilte er unter die Angestellten der Gemeinde Circulare zur Einsammlung von Spendenin welchen 'es' heißt: „Herr Dr. Philippson, Rabbiner in Mägde-' bürg, beabsichtigt durch eine Sammlung von. Beiträgen die Herstellung einer so wohlfeilen Bibelausgabe zu erwirken, daß. den.Armen das Gottesbuch unentgeltlich verabreicht werden kann- und auch den Wohlhabenden zu:den^ billigsten. Preisen. In der Voraussetzung, daß Jeder durch ein kleines Scherflein dieses Unternehmen zu för^; dem den Wunsch hegt, habe ich auch hier eine: Sammlung zu veranstalten nicht unterlassen wol- ' len, und sollen die kleinsten Gaben entgegengenommen und ihrem Zwecke entsprechend, verwen-i det werden. . :... -n Cassel, den 1. Januar 1860. Der Land-Rabbiner Dr. Adler." Es wäre gewiß zu wünschen, wenn dies, in allen Kreisen Kurhessens nachgeahmt.würde.! Solche Circulare ergehen zu lassen, wird, jedem Kreisrabbinen ein Leichtes sein, und alle Lehrer ohne Ausnahme sollten Hand ans Werk legen, das segensreiche^Unternehmen nach Kräften zu fördern. Jedenfalls aber erwartet man von der hiesigen reichen Gemeinde: mit vollem Rechte, daß sie ihr Möglichstes thun werde; denn da man hier: ein Herz gehabt, Tausende. hinzugeben/ um einige jüdische Schauspielerinnen ausbilven zu lassen, so wird . man auch. gewiß, ja .um; so mehr :ein - Herz haben, ein gottgefälliges?, heiliges: Werk zu fördern mit aller Kraft, damit. eS baldigst. zu Stande.komme... Warten.wir deshalb in bester Hoffnung den Erfolg. ab. —; •h-' ' :?■ 3ur judenfeindlichen Literatur. . Seit Weihnachten liegt in allen Buchhandlungen ein Werk in wahrem Prachtbande zur Ansicht, dessen. Inhalt aber von jedem Gebildeten wie eine Pest geflohen wer-, den sollte. Es heißt.: „DemokritoS, oderchinterlaffene..