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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-01-17 · Heft 3 (17.1.1860) · p. Seite 36

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 3 (17.1.1860)
Date
1860-01-17
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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heim.er'sche Piblio.theß, .Mlche por moch niM gar langer- Zeit, zur -Schande der reicher Juden,-Deutschlands .nach Orfprd, wandern mußte....Der.Verfasser. der.auch .noch, heute mit Recht geschätztenLjbliothepa.Lledrapa, der Proftssor.^Wolf, in.,Hamburg, , war.der erste,.christliche Gelehrte, . welcher von diestr.reichen,,Sammlung Hebräischer Werke Gebrauch gemacht unduvsten .has.Mekenntniß. ab-, gelegt Hat,, daß, ,ohye die.rPenutzung.derselben,. ein. Theil seines Werkes nie., hätte, entstehen können. .-Kiefergab,-, nachdem er sich.vergebens an den Abt des in der Nähe Hannovers gelegenen Stiftes Lockum gewandt hatte, seinem Landsmanne, dem Diplomaten. Anderson, welcher sich, nach seiner Rückkehr vom Friedenskongreß zu Utrecht eine Zeit lang in Braunschweig und Hannover aufhielt, den, Auftrag ,, :stch nach der Bibliothek des berühmten Oberrabbiners zu. erkundigen. Ein trauriges Zeugniß für den Bildungsstand und das wissenschaftliche.Streben der damaligen Hannöverschen Geistlichen spricht^ sich, darin aus/ daß sie, ich,, will nicht sagen; sich nicht bemühten, diese Bibliothek zu.benutzen., -sondern nicht , einmal von ,ihrer Eristenz unterrichtet waren. Anderson wandte sich, an die „vornehmsten Geistlichen und Weltlichen der (Stabt" — Niemand wußte ihm Auskunft über die Bibliothek zu geben; Allen war das Comptoir des Cohen Oppenheimer'- schen Hauses bekannter als die Bibliothek. Erst nachdem ihm ein neues Bittschreiben Wolf's „neuen Muth und Appetit, gemacht, nach , derselben zu inquiriren", gelang es ihm endlich.sie; durch Vermittelung eines Hamburger Juden zu entdecken;,, es. wurde ihm auch alsbald „Adresse gemacht, sie zu sehen", „Ich bin gewiß erstaunt", heißt es in einem seiner Briefe.an Wolf, welche, der um die Bibliographie, verdiente Herr Dr. Hoffmann in Hamburg und einigen andern von David und Joseph David Oppenheimer aus der reichen Handschriften-Sammlung der.Hamburger Stadt-. Bibliothek jüngst veröffentlichte (8erap8um, Na. 21, 15. November 1^59),/„einen solchen unbekannten und ganz vermuthlich nirgends in der Welt mehr in solcher Vollkommenheit anzutreffenden Schatz von jüdischen Büchern zu erblicken. Der Eigenthümer war selbst nicht gegenwärtig, sondern in Prag abwesend. *) Sein Schwiegersohn aber erwies mir alle herlängliche Civilits^ und der alte Vorsänger bei.der Hiesigen Schulen zeigte mir das notabelste von Büchern und wornachich etwa fragte. Zumahl kein CalaloguS, bey der Hand war, als welchen, der Rabbiner .-*).David Oppenheimer war bekanntlich seit 1690 Rabbiner in Nicolsburg, seit 1704 vonPrgg.! ' .! *:■■■■ \ Oppenheim er stets , mit sich auf die Reise nimmt. *) Den Numi merum der vorhandenen Bücher konnte er nicht eigentlich sa-, gen, den ungefährlichen Verschlag nach aber, welchen ich nach den Repositoriis machte, finden sich zum wenigsten in die j 6000 Codices. oder Volumina, .worunter gern 2000 Ma-; nuscripts **) in allen Theilen der Weltvon Juden geschrieben, und daher, wegen ihres differenten, doch allezeit rabbinischen Charakters . curieur; zu sehen. Deren viele, wie er mir sagte und auch wohl vermuthlich,, noch nie. mahls gedruckt worden. Weil -aber, selbige eben nicht lesen kann, so remarquirte mir, ein Stück von der Bibel auf, groß Pergament geschrieben, .aus dem thora, Section. Prophet, und Hagiqgraph. bestehend , so ziemlich uhr alt scheinet und eins dergleichen in. ,kleinerm Format von einem reichen Juden vor wenig Jahren überauß sauber geschrieben mit der Masora in margine, welche auf: jeder Sette auf eine besondere Manier von Rahm - . Laub- - ' Schrenck-Werk, thier, Fische etc. theils nur per microscbpium lesbar ad stuporem usque angebracht. Unter den Gedruckten ^findet sich .eine verwunderungswürdige Quantils von Bibeln; alle Lditione» vvn talmud und an gantz unbekannten Orten und kleinen Dörfern gedruckte Gebeth¬ und andere Bücher. Der Professor — Oberrabbiner Oppenheimer— hat außer der Lommodits der großen Cor- , respondence, welche das Oppenheimerische Comtoir durch die gantze Welt hat, noch diesen Vortheil, daß er ein durch die kaiserlichen Erblande und, Pohlen, also auch in Venedig und in Jerusalem angenommener Rabbi ist. Wes wegen er über all Alles haben kann, was die Juden aufzufinden capabel sind, und braucht er die Precaution, wenn er etwas verschreibet, daß er an denjenigen, welcher es auffinden würde, nicht allein ein raisonnables premium verspricht, sondern , auch eine espece von Bann androhet, falls er.sollte,auffinden und unterschlagen wollen. So wegen seines habenden großen Credits vy.n guten Effect sein soll.***)? Er eollegirt über diese *) Bereits 1711 publicirte Oppenheimer ein, auch in Wolf's Werk aüsgenommenes Verzeichniß der Bücher und Ausgaben, welche Schabtai anmerkt und die der Sammlung noch fehlen; ein Verzeichniß der Handschriften hat. .schon vor dem Jahre 1714 eristirt, und der Besitzer beahsich'tigte einen Jratalog der Bibliothek unter,dem Titel, lin lyn zu' schreiben. Zuttz, zur Geschichte 'und Lite-' rätur, 236. - -! i:'i;:i - **) Wolf schätzte die Zahl der Bände auf 7000, worunter etwa 1000 Handschriften. Zunz, a. a. O. 235. ***) Diese Mittheilung ist auch von Wolf in seiner KMotheea und?1826 von Gurlitt in.dem Hamburger?

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