Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 2 (10.1.1860)
- Date
- 1860-01-10
- Page
- Seite 25 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/3224737-3226202-3226205--18272-3247224- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
DneM Wirkest eist chechstMev Gchäuplätz - bis jetzt%& stimmt gewesen unddaß nun zsttn-zweiten Male Sst ihndtr Wanberrüfergangen,-wer-'ihn diesmal Nicht blvs" Nusseiner heünathlichen 'Provinz' -in'-dev er' zuerst'gewirkt, sondern auch aus seineni Vaterlünde hmweMhM Theüer/führte er im geistvollen Anschluß Ätt-rda'S'1 erhabene Vorbild des Patriarchen äüW bleibe Ihm' die Gemeinde, die er verlasse-, denn eie-habe den Baüin Abrahams dwdr den Baum der Religion -darin gepflegt, theuer bleibe sie ihm, denn 'er verlasse - mit 'ihr ein -12p rinrttt, das -Grab eines geliebten Kindes, das er ihrer Erde anvertraut. Mit steigender Rührung nahm er Abschied von der Gemeinde/ von. der Stätte, von der aus er das Wort Gottes verkündet/ und schloß, indem er in einfachen, aber wahrhaft ergreifenden Worten den in dichtgedrängter Menge den weiten Tempel bis in seine Vorhallen füllenden Anwesenden zum letzten Male den Segen ertheilte. . Ilge es der Gemeinde gelingen, einen eben so bedeutenden l als tiefempfundenen Verlust recht bald wenigstens annähernd zu ersetzen.*) Aus HinLerpommeru, 6. December./ (Privatmitth.) Die von Ihrem Caffeler - Correspondenten in No. 49. d.'Z. gemachte Bemerkung, daßsich' die Juden irgend eines/Landes in religiöser Beziehung am besten beurtheilen lassen, wenn man Acht daraus hat, wie sie Angriffe auf die Religion oder ihre bürgerlichen Rechte ausnehmen, unterschreibenwir mit voller Ueberzcugung. Wir freuen uns jedoch, von hier aus eben dies. Kriterium als zu einem, günstigen Resultate führend, benutzen zu können. v; Am 9. December findet für einen ausgeschiedenen Abgeordneten (Präsident.Naumann, Cöslin) eine Neuwahl für die Kreise Schievelbein, Belgard, Dramburg, Neuftettin in dem Städtchen Polzin statt«. - : Von der früher hier so mächtigen.Kreuzzeitungspartei ist, jetzt^ nachdem Wagener/zwei Mal hinter- '' *) Bet Lesung dieser Correspondenz stieg lebhaft die Frage in uns auf: ber solcher^ -Bewändtniß- ' warum Häven die/Posener Juden diesen Mann nicht-ber sich zst halten, gesucht, was sie doch durch einige, finanzielle Dpfer wohl gekonnti. Warum überhaupt bekämpfen unsere lAlau-- Lensgenossen, dje. meisten ihrer Nabb.inen /..Prediger, Lchrer , so lange 'diese bei ihnen im Amte sind,' und zünden ihnen WeihräUch an, wenn sie abghen2' Warmes nichf besser, sie thaten das Umgekehrte?'- ‘ R-WA'ckibn^'^ einander üÄerlegest - der bekannte^ MtakbeftsU det Kreuzzeitung /- - Gerkach, als- Candidat aufßestellt/ undwerden-M unerhörtestenAnstrengungen gemacht, ihn durchzubtingen^ Vorzüglich thut sich- - dabei der im Belgavber Kreise wohnende/frühere Oberpräsiderit der Rheinp'rovinz, v. Kleist-Retzow, hervor, 'der - per-' fönlich - die- Wahlmänner jedweden Standesbesucht/ umsiezu gewinnen. Nun sind es aber namentlich die' Juden/ welche neben den liberalen Wahlmännern diesem Wühlen entgegenwirken und selbst-die ihnen dadurch entstehenden pecuniären Nachtheile--nicht achtens um die Wahl v. Gerlachs zu Hintertreiben.- Es ist wahrhaft erfreulich^den 'Eifer zu sehen, mit - welchem Jeder -in seinem^ Kreise wirkt/ um dem von der liberalen Partei aufgestellten Candidäten,' Geheimerath Dunter in Berlin, zum Siege zu verhelfen. Unsere Gegner haben' es schon bei-früheren Wahlen selbst bekannt - daß es ein Fehler von ihrer-.Partel gewesen, den bekannten Antrag auf-Beraubüng unserer .politischen Rechte zu -stellen/ llnd wodurch beiden Juden eine nicht zu verachtende Gegnerschaft wider- We Bestrebungen. hervorzurufe'n.- Demüngeachtet unterläßt diese Partei nicht, auf alle mögliche Weift'lHast und Verachtung-/gegen -die Juden hervörzurüfeN' und jede Nummer-des Preüß. Volksblattes (Ableger der Kreuzzeitung) bringt dergleichen Sch'mähartikel, wie jedoch bei dem Gott fei Dllstk gesunden Sinne des preußischen Volks-ohne Spur vorübergehen. 14^ Dece m b e v. Krankheit des Correspondenten hielt die Beförderung-obiger Mittheilung zutück.-Mittlerweile w erden Sie schon aus den Zeitungen wen Sieg der liberalen ministeriellen-Partei ersehen haben-,^ Hiev wollen wir aut hervorheben/ daß von den jüdischen Wahlmänttern Keiner fehlte Und solche mit größtem Ciifer "uttd wahrer Hingebung fur-wen'Sieg - des' ministeriellen Candidaten -wirkten. Es verdient dies -um-' s0 mehr Beachtung, als unter der Gegenpartei-, welche den Adel und größern Gründbesiß repräftntitte /- die- Meisten mit Wen Juden - in Geschäftsverbindung stehen-Und mit Aufhebung derselben drohten, wcnN solche sich ihnen gegenüberstellen würden. -Während verschiedene christl. Wahlmänner/ daruntersogar reiche Grundbesitzer,' sich durch dergleichen Drohungen ünV'-V'ersprechüngen bewegen ließen, ihren früheren- Abstimmungen ungetreu zu werden,-blieben! die-Juden sämmtkich fest. Wo sind nun di^Kättsiichen Ünv-Chürakterlöftn? ' .'N.: t'U-i >\-uVn Welmch^