Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-12-05 · Heft 50 (5.12.1859) · p. Seite 724

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 50 (5.12.1859)
Date
1859-12-05
Page
Seite 724 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3226147-3226198--18195-3247149
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

7L4 meinde-Vorstandes schon in nächster Zeit die nöthigen Schritte gethan werden. Die große Synagoge zu Breslau hat von Herrn Th. I. Fla tau in Berlin eine-m. Wien gefertigte g r o ß e U h r zum Geschenk erhalten. - Berlin, im November. Der Berliner Synagogenbezirk ist nunmehr definitiv regulirt. Es. find demselben alle im weitern Polizeibezirk belegenen Ortschaften in Betreff der dort wohnenden Juden einverleibt worden, und außerdem gehören dazu auch die Ortschaften Blankenfelde, Französisch-Buchholz und Rosenthal Niederbarnimer Kreises, so wie Buckow, Johannisthal,. Lankwitz, Mariendorf, Marienfelde, Rudow und Groß-Ziethen Teltower Kreises. Ovsterxeichisch er Kaifer st aat. Wien, 13. November. Die „K. Z." läßt sich von hier aus schreiben: „Daß ein förmliches Judengesetz veröffentlicht wird, ist unrichtig, dagegen wird aber auch die vollständige Emäncipation nicht ausgesprochen. Die Wahrheit ist, daß ein kaiserliches Handschreiben an den Minister des Innern binnen Kurzem veröffentlicht -werden wird, in welchem es heißt, daß fürderhin alle Beschränkungen, welche rücksichtlich, der Stellung der Israeliten in Oesterreich seit dem Jahre 4851 eingeführt worden, als. .aufgehoben zu betrachten sind. Die Besitzfähigkeit ist ihnen demnach dadurch gewährleistet." Wien, 16. November. (Pnvatmitth.) Eine theilweise Neuwahl des Vorstandes steht vor der Thür. Herr Vertreter Mor. Goldschmied und drei Beiräthe wurden ausgelost und Herr Vertreter Josef Biederman trat freiwillig zurück. Es ist wohl außer allem Zweifel, daß Herr Goldschmied als Pertreter wieder gewählt wird; für Herrn Biederman muß jedoch ein Anderer gewählt werden. Es wäre wohl in dem jetzigen Momente sehr überflüssig, die Bedeutung der Wahl hervorzuheben. Man weiß es, daß diewichtigsten Interessen der Juden in Oesterreich jetzt in Verhandlung oder dem Abschlüsse nahe sind. Der Vorstand der Wiener Gemeinde ist aber durch seine Stellung dazu berufen, bei großen Fragen auch die Juden in den Kronländern zu vertreten. Kaum daß der Systemwechsel eingetreten ist, hat der Vorstand, .seine-Aufgabe erkennend, für das Recht der österreichischen Juden überhaupt plaipirt. *) Nun giebt eS so Manche Leute, die im Laufe -des-- Jahres eine Faust im Sacke machen, oder „hinter dem Ofen" Kritik üben. ES .fällt mir nun nicht ein,- eine Panegyrik des. Vorstandes zu schreiben. Da wie überall giebt es Schattenseiten. So z. B. besteht zum großen Nachtheile des Vorstandes große GeheimnißkräMerei. Die Gemeinde erfährt selten etwas von Dem, was der Vorstand im Laufe des Jahres thut, und doch haben insbesondere die Vertreter eine große Last zu tragen und eS muß hinzugefügt werden, sie tragen sie mit edler Manneskraft. Die Schriftstücke allein, die von demselben an die Behörden gehen, erfordern einen großen Aufwand an Zeit und Kraft.. Eben so findet man es nicht, angemessen, daß der Vorstand, um die Autonomie zu wahren, die Prediger bei rituellen Fragen nicht zu Rathe zieht. So sollen die Prediger bezüglich der Wiedereinführung der Mi scheberach gar nicht zu Rathe gezogen worden sein. **) Wie immerhin! Es ist eine Neuwahl. Das Publikum hat Gelegenheit, sich die Männer zu wählen, zu denen es Vertrauen hat. Möge daher Niemand die Wahl verabsäumen, möge sich in diesem Jahre nicht wieder die trostlose Erscheinung erneuerndaß mus Mangel an Metheiligung iwichecholentlich eüw Wahl.vorgenommen werden müßte. . - Allerdings entsteht dann die Frage: wen wählen? Die Wiener Gemeinde hat in den letzten Jahren, wie bekannt, einen großen Zuwachs erhalten. Gewiß find unter diesen Männern so manche, die des Vertrauens würdig wären, aber man kennt sie nichts Wir erlauben uns daher, daraus anzutragen, daß Wahlversammlungen gehalten werden. Mögen die Männer, denen das Wohl der Gemeinde am Herzen liegt, sich an die Spitze stellen und eine rege Betheiligung bei den Wahlen herbeiführem - ' ' *) Es war mir gegönnt, diese Denkschrift zu erhalten, und ich glaubte dem Verlangen der Leser!entgegenzukommen, wenn ich sie vollständig MitcheM.Miehe den Leitartikel in voriger Hummer).. Der der V^fqsser .ferier gediegenen Schrift ist, braucht wohl Denen, dre „die Juden in Oesterreich" kennen, nicht "gesagt zii'werden. Cörr. **) Das ist doppelt stark, die Mi Hebedüchs wieder einzuführen und ohne die - geistlichen Lehrer' der ^Genieind^ zu befragen und das llaffen-die se.fich Hefqllen? .'.i;.,.-;: - - Red. d. H. Z> O. Hnd.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.