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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-12-05 · Heft 50 (5.12.1859) · p. Seite 722

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 50 (5.12.1859)
Date
1859-12-05
Page
Seite 722 (sequence 6)
Language
German
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722 in noch einigen andern Communen Juden als Stadträthe, resp. als Stadtverordnete seit Jahren functioniren. Wie man sich erzählt, haben vor einiger Zeit auf Anregung diesseitiger Vorstandsmitglieder der israelitischen Culmsgemeinde sämmtliche jüdische Gemeindevorstände Anhalts in Köthen eine Zusammenkunft gehalten und dort unter dem juristischen Beirathe des Ministerialraths a. D. Koppe eine ehrerbietige Vorstellung an den ältestregierenden Herzog, als den landschaftlichen Oberdirector, entworfen, worin sie mit Berufung auf die ^beziehentlich seit vielen Jahrzehenden den Anhaltischen Unterthanen mosaischen Glaubens gewährte volle staatsbürgerliche Gleichstellung um eine Aenderung jener exclusiven Bestimmung des §. 14 der neuen Landschaftsordnung bitten." (Es ist ganz recht, daß die Vorstände des Princips halber petitionirt, oder protestirt haben — denn wem ein Recht genommen wird, das er. besessen, hat das Recht, zu protestiren — wahrscheinlich bleibt es unberücksichtigt, und damit können und werden sie sich trösten. Am wenigsten würde es gerathen scheinen, an diesen Landtag selbst zu gehen. Denn die Herren „Ritter" und so weiter werden nur Hohn dafür haben! Redact. d. A. Z. d. Jud.) Preußen. Berlin, 18. November. Deo „K. Z." wird von hier geschrieben: „Eine in den weitesten Kreisen der jüngeren preußischen'Juristenwelt allgemein bekannte Persönlichkeit, der Kammergerichts-Assessor Herzfeld, welcher hier seit einer Reihe von Jahren die Vorbereitung der Nechts-Candidaten zur Auscultator-Prüfung sich zur Aufgabe gestellt und darin mit großem Erfolge gewirkt hatte, ist kürzlich in eine andere Berufsthatigkeit übergetreten. Herr Herzfeld war wegen seines politischen Verhaltens im Jahre 1848 zur Disposition gestellt worden und hat jetzt, nachdem eine mildere PrariS in Betreff der politisch gravirten Personen Platz gegriffen, die Erlaubniß erhalten, sich als Anwalt niederzulaffen. Er ist als solcher und zugleich als Notar beim Appellations-Gericht in Insterburg angestellt'worden und bereits nach seinem neuen Bestimmungsorte abgegangen." (Wir bemerken, daß Herr Rechtsanwalt Herzfeld der israelitischen Confession angehört- und also wiederum ein Jude zum Rechtsanwalt ernannt worden ist. Red. d. Z. d. I.) Landöberg a. d. W., 12. November. (Privatmitth.) In Berlin ist mir von ziemlich'unterrichteter Seite erzählt worden/ daß der Graf von'Schwerin, Minister deS Innern, sich dahin geäußert habe: er werde sich freuen, recht bald in der Lage zu fein, einen Juden zum L and r a th ernennen zu können. Gott gebe, daß dieser Fall sich bald verwirklichen möge, denn dadurch würde unendlich viel Vorurtheil mit Einem Male niedergetreten. Vor wenigen Wochen hat die hiesige Stadtverordneten-Versammlung auf Antrag des Magistrats be-- schlossen, den jüdischen Geistlichen, Cantor und Lehrer gleich den übrigen Beamten zu betrachten und dieselben frei von allen Communal-Abgaben zu lassen. So wenig dies an Geld beträgt, so tief bekämpft dies den alten Haß und giebt den gedachten Herren eine bessere Stellung. Am Isten Januar scheidet der Herr Benny Burchardt nach 14jähriger Thätigkeit aus der Stadtverordneten-Versammlung und tritt in das Magistrats-Collegium als Stadtrath ein, da die Wahl von der Regierung bereits bestätigt ist. Sicher wird der verdiente Mann, der auch durch seine schöne Stiftung an der Gewerbeschule in Berlin bekannt ist, auch in dieser Stellung das Beste wirken. Berlin, 12. November. Die N. Pr. Ztg. hat den Schmerz, mittheilen zu müssen, daß in Belgard, einem Städtchen Hinterpommerns, das zu dem Wahlkreise „des (frühern) älteren und jüngeren Mitgliedes für Schievelbein", der Herren Wagenex und v. Gerlach gehört, unter 11 Stadtverorneten drei Juden des Ortes gewählt, der bisherige Stadtverordneten- Vorsteher, ein Gesinnungsfreund der Kreuzzeitung, in der Wahl aber übergangen'worden. (Wir glauben noch nicht schadenfroh genannt werden zu können, wenn wir der „N. Pr. Ztg." recht oft solchen Schmerz wünschen. Red. d. A. Z. d. Jud.) Aus Schlesien, 20. November. (Privatmitth.) Der berühmte Botaniker vr. Ferdinand Cohn, außerordentl. Professor an der Universität zu Breslau, ist Seitens der „kaiserl. naturforschenden Gesellschaft von Moskau" in deren Sitzung vom 1. d. M. zum „activen Mitglied" ernannt worden.. Dieselbe Auszeichnung ist Herrn Prof. Cohn etwas früher von der Londoner „Royal British Association for the advance of Science“ zu Theil geworden. —7 An der mm

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