Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 50 (5.12.1859)
- Date
- 1859-12-05
- Page
- Seite 719 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Herat 1× ep/1047496
- Odesa 1× ep/1000834
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719 Cantor Jsaacsohn in Güsten ges., von sich selbst 74/2 Ngr., Fran I. Victor 15 Ngr., Em. Rohner 7*/2 Ngr., Hirsch Wittwe 15 Ngr., Herrn M. A. Friedlander 15 Ngr., zsm, 2 Thlr.; M. Fröhlich in Kauthen 1 Fl. n. W. --- 20 Ngr.; Siegm. Schwarz in Ara-d (s. vor. Nr.) von Ignatz Deutsch 4 Fl. öst. W., Wilhelm W o t ti z 1 Fl., Nathan Steinitzer 1 Fl., vr. Alex. Herz selb 1 Fl., Heinrich Blaul Fl., S. Rau sch - bürg 1 Fl., Frau Henriette Steiner 1 Fl., Herman Schwartz 1 Fl, Marcus Deutsch 1 Fl., S. B. Weiß 1 Fl., David Kronberger 1 Fl., Leon B. Tedesco 1 Fl., I. Birnstingl 1 Fl., Simon Reiter 1 Fl., Ad. Hauser 50 Kr., Albert Deutsch 60 Kr., Sigmund Ring 50 Kr., Simon Krönberger 50 Kr., B. Pollack 50 Kr., M. Weißmandl 50 Kr., Josef Jritz 40 Kr., Bernhard Kohn 50 Kr., Marton Deutsch 50 Kr., Jakyb Weiß 50 Kr., Gabor Schwartz 50 Kr., Aaron M a n n 50 Kr., zsm. 23 Fl. n. W. --- 15 Thlr. 10 Ngr. — Gesammtsumme: 3014 Thlr. 8 Ngr. 4 Pf. Die Verfolgungen. Die Zeit der großen Verfolgungen der Bekenner des Judenthums ist vorüber, die Zeit, wo sie in großen Schaaren aus den Ländern getrieben, in Städten niedergemetzelt, auf Scheiterhaufen verbrannt wurden. Aber ist darum die Zeit der Verfolgung schon vorüber? Bilden wir es uns nicht ein. So angenehm der Traum ist, daß endlich Humanität und Recht zu der Obherrschaft gekommen seien, welche ihnen gebührt, welche ihnen niemals gekürzt werden sollte, so ist dies eben nur ein Traum, , der zwischen Schlaf und Erwachen der dämmernden Seele vorüberschweben mag, aber niemals das Bewußtsein des Erwachten bethören darf. Erfuhren wir nicht in dem bald.vollendeten Jahre von dem Blutbad, das in Herat (Persien) über unsre Brüder verhängt war, da der Haß der Perser gegen die Engländer in irgend einer Weise sich Luft schaffen wollte, und die Wuth der Schwachen sich darum an den Ohnmächtigen kühlte? Sehen wir nicht in diesem Augenblicke die Feindseligkeit der Marokkaner gegen die Europäer, dir durch das kriegerische Auftreten Spaniens verdoppelt worden ist/ die Juden aus d^n Küstenstädten Afrikas in Schaaren vertreiben und dem höchsten Elende Preis geben? Und dennoch haben die Europäer unfern Stamms- und Glaubensgenossen an mehreren Orten einen ähnlichen Haß erwiesen, freilich von den Europäern die erbärmlichsten und verkommensten, die Griechen, in Galatz, Odessa und anderen Orten. Nein, die Zeit der Verfolgungen ist noch nicht vorüber, wenn sie auch zu kleinlicher Natur abgeschwächt worden. Die Folter mit ihren schrecklichen Torturen ist abgeschyfft, aber Messerstiche und Geißelhiebe sind noch nicht verschwunden. Jüngst theilten die öffentlichen Blätter mehrere Facta aus dem Kirchenstaate mit. Es waren uns dieselben längst bekannt; die jüdische Presse in Italien und Frankreich hytte sie weitläufig mitgetheilt. Wir aber scheuen es, von gegnerischer Seite irgend zu dem Vorwurfe Veranlassung zu geben, als ob wir gerade den kirchlichen Autoritäten gegenüber Vorgänge aufsammelten, welche ein trübes Licht auf jene werfen könnten. Es ist ja unfern Gegnern so angenehm, einen Vorwand zu haben, uns eine Feindseligkeit gegen die Kirche zn infinuiren, die wir in der That nicht empfinden, und die nur dann natürlicher Weise in uns entsteht, wenn wir uns so grausam und zugleich mit empörendem Hohne behandelt sehen. Jetzt aber, wo die deutschen Zeitungen diese Thatsachen selbst mittheilen, brauchen wir nicht zurückzuhalten, sie als Beweise anzuführen, wie wenig die Zeit der Verfolgung schon vorüber sei. Aus Pesaro gehen bittere Klagen über die Unterdrückung und unmenschliche Behandlung der Juden eim So schreibt man der „Nazione", daß ein Jude gegen zwei Monate eingekerkert gesessen hat, „weil er im Auslande gewesen war". Er war nämlich nach Toscana schachern gegangen, bei seiner Rückkehr eingesperrt und nur auf vielfache Verwendungen jetzt wieder frei gelassen worden. Es wäre glaublich, daß unter den jetzigen Umständen eine Reise nach Toscana bei der päpstlichen Regierung wohl politischen Verdacht erregen und eine solche Verhaftung nach fich ziehen konnte, aber es wird zugleich ein officielles Dokument andrer Art als Beitrag zur Behandlung der Juden eingesandt: Es wird dem Hebräer .... gebürtig .... Erlaubniß gegeben, sich von diesem Ghetto für die Zeit ..... mit der ausdrücklichen Bedingung zu entfernen, daß seine Aufführung von jeglichem Fehler (mancanza), .fei es gegen unsre heilige Religion, sei es gegen die guten Sitten, während seiner Abwesenheit vom Ghetto frei bleibe, daß er nach seiner Rückkehr in dasselbe das Gegenwärtige dem Tribunale so schnell als möglich abgeben muß und fich nicht ohne neue geschriebene Erlaubniß von demselben wieder entfernen könne, mit der. Erklärung, daß die Erlaub- 49*