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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-11-21 · Heft 48 (21.11.1859) · p. Seite 696

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 48 (21.11.1859)
Date
1859-11-21
Page
Seite 696 (sequence 8)
Language
German
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696 auch die Frei h e it VeÄahrWn^^gestchert'chkeiben^-man wird Euch allgemein anerkennen als -würdige und f-r eie Bürger des deutschen Vaterlandes. So lebe hoch unsere nach dem Besseren strebende Ingend! Es lebe Den t sch l an d! Es lebe die gesetzliche Freiheit!" — ' ■ - - ’ -■'■■■■• : Die Absingung von zwei Strophen der „Freude" beschloß sodann die erhebende Feier, welche fast anderthalb Stunden gewahrt hatte. — Noch möge Folgendes in Bezug auf die hiesige Schillerfeier hier Platz finden. Ein hiesiger, Israelit (vr. B. Beer) hatte vor einiger Zeit bei einigen Mitgliedern des Schillercomites in Anregung gebracht, ob es nicht angemessen sei, daß die schöne '„äußere Bautzener Straße", welche nach dem Dorfe Loschwitz führt, wo Schiller einen Theil des Don Carlos gedichtet hatte, den-Namen „Schillerstraße" erhalte-.' Zerre Comitemitglieder' gingen auf diesen V örschlag ein 'und machten' darüber weitere Mittheilung an die-betreffende! Behörde In Folge dessen beschloß der Stadtmagistrat, nach eingeholter Genehmigung Sr. Majestät des . Königs/daß jene Straße den Namen „Schillerstraße" vom 10. November an erhalte. Diese Namengebung , ward unter Feierlichkeiten vollzogen, wobei nächst'dem Bürgermeister aüch ein i s r a e l itisch e s Mitglied des Schillercomites, vr. Berth o ld Au erb ach/ einetreffende Rede hielt. Er sagte unter Anderm,' daß es außerdieser sichtbaren Schillerstraße auch eine unsichtbare -gebe/ eine Schillerstraße des Geistes.! Wer im Leben strebt nach Wahrheit, in warmer Liebe sich hingiebt der Menschheit ohne Unterschieddes Stammes, der wandelt die Schillerstraße des Geistes! Der Redner -schloß mit einem Segen an Alle,; die die sichtbare und geistige SchiÜerstraße wandeln. Preußen. > Magdeburg, im November. Selbst die „Wagener'schen" Blätter müssen melden : „Auch aus- Mehlauken in Ostpreußen - wird gemeldet, daß dort ein Jude mehrere Jahre hindurch Dorfschulze gewesen ist, sein Amt vor Kurzem niedergelegt, dann wiedergewählt ist, aber abgelehnt hatt" - >; Es muß dieser Fall'unter einem liberalen Landrath vorgekommen sein, so daß er nicht zur Kenntniß des -Oberpräsidenten, der k. Regierung und des Ministers von Westphalen gelangte/ vog denen, wie gesagt, wir selbst ineiner Dorfschulzenangelegenheit die verneinenden Rescripte 'iwHänden - gehabt/-^ Abermals aber erweist diesir Fall ganz'checiell^" wieMrHensch die Voraussetzungen 'derer'' sind/ die immer--und immer wieder' behaupten/ das'Volk wolle - keine, jüdischen Beamten/ und werde aufrührerisch' gegen sie/ - Uebexall/ wo man Gelegenheit ließ, bethatigte: sich das Gegentheil.' Aber am Ende wissen' dies /diese Leute , sehr wohl, aber ^- sie wollen keine-Gelegenheit.dazu eiiü räumen, Um den Gegenbeweis nicht geführt zU sehen. Wir brauchen wohl nicht hinzuzufügen/-daß wir in der „Augsb. Allg.-Zeit/< dennoch das Gegentheil immer wieder behauptet sehen werden l nv. Aus Westphalen, 8. November/ (Privatmitth^) Am 1. November starb zu Peckelsheim Herr Israel Weiler, der seit einer langen Reihe von Jahren! was Amt eines Vorstehers der dortigen, nicht unbedeutewden israelischen Gemeinde, nebst dem eines Magi?- strats-Mi'tgliedes verwaltet hatte.. Größtentheils seif nem regen Eifer verdankt die -Gemeinde die bessere Organisation des Schul-, Gemeinde--und Synagogenwesens, sowie' derselbe 'überhaupt seine'herrlichen Geistesgaben in näheren wie in weiteren Kreisen zum Wohle seiner Mitmenschen bethatigte. Von seinen letztwilligen Verfügungen erwähneni wjr>MerMur: 300 Thlr. zur Gründung einer Chewra, 100 Thlr. für das Waisenhaus in Paderborn — das/beiläufig gesagt, bereits 12 Waisenkinder, ausgenommen und wahrlich attseitiger Theilnahme.würdig. ist. ,. 100 Thlr. für, den Lehrerbilbungs-Verein zu Münster und noch . andere; große Summen zum Besten, der Armen des Ortes. Seiner Leiche folgte eine .unabsehbare Menschenmenge,- unter ihnen die ersten Honoratioren der Umgegend, der'Landrath und die städtischen! Behörden an ihrer Spitze. Die Lehrer. Braunschweig zu Peckelsheim und Alsbach zu Ca men. riefen -ihm die letzten Worte nach. ’ Möge. der'Herr die; betrübten Verwandten, insbesondere. die tiefgebeugten, /betagten Eltern, die in dem. Dahingeschiedenen bereits dasvierte ihrer. Kinder beweisen-, aufrichten und trösten! '' A. v Oesterreichischer Kaiserstaat. : Wien, 8. November. Die heutige „Presse^ enthält folgende Notiz: „Wenn sich ein uviel.verbreitetes

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