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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-11-21 · Heft 48 (21.11.1859) · p. Seite 695

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 48 (21.11.1859)
Date
1859-11-21
Page
Seite 695 (sequence 7)
Language
German
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695 >' — „muß die. Bekleidung: i - Man ändern nach dem Fuß, der /unaufhaltsam ' Voran zum Ziele strebt."; , Der Fuß an sich wird, doch immer dieselbe Bekleidung haben! können, aber,diese muß. nach Jahreszeit und Beschaffenheit des Ortes verändert: werden. Welche Wortstellung in den Worten: „Die Frühern wenn wie Engel waren", soll 'heißen: >,wenn. die Früheren wie Engel waren", Wie hart: „Klugsein, Frohsein ist Moral"! Doch genug. Unsere Leser wissen,-daß-wir. uns selten in -solche Details einlassen, selten, Fehler aufsuchen, und an's. Licht ziehen. Wir sagen uns .dansi immer: wozu Dies? das Schlechte und Mittelmäßige- Beides schwemmt die Zeit schnell hinweg, und das Gute wird anerkannt und bleibt. Allein wenn gewisse Männer, weil man fie ruhig ihres Weges ziehen läßt-, glauben, ihre Products besitzen wirklichen Werth, und sie: haben ein rechtes Urtheil über Andere, da muß ihnen einmal an gedeutet werden, daß fie wirklich die.Mittelmäßigkeit selbst sind. Wir haben „angedeutet", wir stehen Mit „Erweisen" zu Diensten. s Z Si tustg sn a chri ch ten. . Deutschland. Dresden, 13. November. (Privatmitth.) Ueber die bereits, in No. 46. d^. Bl. vorläufig, angekündigte! Schillerfeier in hiesiger israelitischerGemeindeschule, welche unter den Bewohnern unserer Stadt allgemeine Anerkennung fand und auch in den hiesigen Journalen ehrenvoll erwähnt ward, kann ich Ihren Lesern heute folgendes Nähere mittheilen. -.; Die Feier begann am 10. November früh 9 Uhr in dem mit Schillers umkränzten Bildnisse verzierten Schullocale in Gegenwart der Mitglieder des israe- .litischern Gemeinderaths, vieler Schulfreunde und Eltern der die'Schule! besuchenden Kinder, durch Absingung zweier Strophen des Liedes „an die Freude" („Freudeiheißt die starke Feder" und „Aus der Wahrheit Feuerspiegel"), vom Knabenchor. Hierauf hielt der Qberrabbiner vr. Landau^ einen sehr gehaltvollen Vortrag über die hohe Bedeutung Schillers als Mensch, Schriftsteller und Dichter für die deutsche Nation und für ulle das Sittlich - Höhere erstrebende Menschen. Dieses ewig Wahre in seinen Dichtungen war. es auch, daß, obgleich Schiller ~ einige Aeußerungen in der „Sendung Moses^! abgerechnet; die Juden und das .Judenthum; in seinen Schriften nicht speciell berührte, doch jüdische Jünglinge allenthalben mit Eifer und Begeisterungdie Werke der Schiller'schen Muse ergriffen, daran sich .bildeten und viele Dichtungen desselben in,die Sprache der Psalmen übertrugen. Ist ja der hohe sittliche Geist, der in Schillers Poesien wehet, mehrfach identisch mit den . Grundprincipien des leider so sehr verkannten Judenthums: Gott, Tugend, Freiheit! .Wie Mendelssohns Uebersetzung - des Pentateuchs, das deutsche Element in die religiöse Bildung.der deutschen Juden gebracht. hatte,, so wirkten Schillers erhabene Dichtungen fördernd auf die allgemein-humanistische Bildung der Juden. — Sodann schilderte der erste Lehrer vr. S. Hahn das Leben Schillers für die Jugend, .worauf eine Schülerin, das Gedicht „Die drei Worte des Glaubens" recitirte, dem der Vortrag;einer von einer anderen Schülerin unter Anleitung. des vr. Hahn ^gefertigten. Ausarbeitung, über das nurgedachte Gedicht folgte. Nun trat ein Schüler hin, declamirte.ein Fragment.aus.der „Glocke" von S.chil-»^.- '<)(ja. ler und .ein anderer Schüler dasselbe („Wohlthätig ist^ des -Feuers Mache" re.) hebräisch nach der .meisterhaften Uebersetzung dieses - Stückes vom Oberrabbiner Rapoport in Prag (siehe Likkurs Ittim Jahrgang 5587 Seite 116.) zur Zufriedenheit aller Anwesenden. — Jetzt wurden an die begabtesten Schüler und .Schülerinnen Prämien vertheilt, bestehend in einzelnen Werken von und über Schiller; sämmtliche Schüler der beiden oberen Elasten erhielten Eremplare von „Schillers Leben", herausgegeben vom Pestalozziverein. — Sodann ergriff der Gemeindevorsteher vr. B. Beer das Wort und sprach etwa Folgendes.: „Meine lieben Kinder! Ich hoffe und wünsche, daß die heutige Feier zu Ehren Schillers stets in Eurer Erinnerung bleiben möge, indem Ihr durch Fleiß, Tugend und Sittsamkeit den hohen Zwecken', die der große Dichter im Auge hatte, nachstrebet. Erwählet Euch einen nützlichen Lebens beruf und gedenket, daß Schiller sang: „Ehrtchen König seine Würde, ehret uns der Hände Fleiß!" — Beherziget ferner die schönen Lehren - in dem Gedichte :„.die drei Worte hes Glaubens ", die eben aus Eurer Mitte erklangen. Seid glauben.streue Israeliten durch innige Festhaltung des Be-! kenntniffes eines einzigen Gottes. — Seid edle Menschen, übet das Recht und die Tugend im Leben und in Euern Berufskreisen!Dann wird Euch

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