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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-11-21 · Heft 48 (21.11.1859) · p. Seite 693

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 48 (21.11.1859)
Date
1859-11-21
Page
Seite 693 (sequence 5)
Language
German
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693 halt.des zweiter, Abschnittes ans. - Der Verfasser hat in der Behandlungdieses Gegenstandes die. talmudischen Quellen reichll.cher, benutzt als/ seine Vorgänger, und die Auffassung und. Entwickelung Seitens -der Tradition überall betont. Indemwir.daher Mit Vergnügen diese. Abhandlung als eine umfassende und erschöpfende bezeichnen, wollen wir hier über einzelne -fragliche Punkte im Verstcindniß des Bibelwortes j -in? denen der Verfasser sich auch mit uns nicht in Uebereinstimmung findet, nicht weiter auslaffen. Wir. können nur wünschen, daß der Verfasser in der Behandlung/solcher einzelner Gegenstände fort.fahre, und dadurch die richtige, Erkenntlich wichtiger i biblischer Objecte fördert. - : . ,, ' > M a g d e b ur g, 3. November. „Pastgraphie mittels arabischer Zahlzeichen. ... Ein Versuch von MosesPaic. Semlin 1859." Es ist bekannt, daß sich schon Leibnitz mit der Idee herumtrug, eine Universalschrift zu erfinden, vermittels derer Jeder seine Gedanken niederzuschreiben vermöge, daß alle Völker sie lesen und verstehen können, ohne die Sprache des Schreibenden zu kennen. An die seit jener Zeit gemachten Versuche reiht sich auch der vorliegende, welcher zu dieser Universalschrift die gewöhnlichen arabischen Ziffern vorschlägt. Die nothwendige Bedingung für eine solche Universalschrift ist, daß jeder Begriff.seinbestimmtes, besonderes Zeichen hat, bei welchem ein-Jeder diesen Begriff faßt, in welcher Sprache er auch rede, so daß z. B. dasselbe Zeichen dem Deutschen ,,Mensch", dem Franzosen ^homme“, dem Lateiner „homo“, dem Griechen „av&QtoTtog“) vem Hebräer „ülK" rc. re. bedeute. Zu einem solchen Zeichen schlägt nun der Vers, irgend eine bestimmte Zahl in arabischen Ziffern vor; alle Flectionen werden durch bestimmte Zahlen, die der Zahl des Wortes vor- oder nachgesetzt und durch einen kleinen Bindestrich verbunden wird, ausgedrückt. Wir eignen uns ein Urtheil über diesen Vorschlag nicht an. Wenn aber, die Schwierigkeit einer derartigen Universalschrift überhaupt darin liegt, daß, wie im Chinesischen, für jeden Begriff ein besonderes Schriftzeichen sestzustellen und zu erlernen ist, was also eine ungeheure Zahl solcher Zeichen erfordert, so erhöht /der. Vorschlag des Vers, diese Schwierigkeit ungleich mehr, weil Zahlen dem Gedächtnisse in solcher Menge zu übergeben, wohl nur .für sehr wenige, kolossale Köpfe geeignet wäre, und immerfort "nach einem Lepicon-zu schreiben und zu lesen, die Nutzbarkeit sehr verringerte.. Wir meinen, daß die Möglichkeit einer Universalschrift nur in einer Art Hieroglyphen läge, so daß der Begriff in einem kleinen Bilde wie: von. selbst gefunden würde. Jedenfalls ist der Versuch, des Vers. geistreich gefaßt und durchgeführt,. und seine Darstellung, wie die grammatischen Formen durch Ziffern zu geben seien, ergötzt durch die scharfsinnige Combination. Magd eburg., 4. November. „Jahrbuch für Israeliten, 5620, herausgegeben von Joseph Wertheimer. Wien 1859." Wir brauchen es hier nicht abermals hervorzuheben, daß dieses Jahrbuch die erste Stelle unter den schon jetzt zahlreichen Genossen seiner Art einnimmt, und daß die Mannigfaltigkeit und Fülle seines Inhalts diesen als einen reichen bezeichnen läßt. Der vorliegende Jahrgang reiht sich seinen Vorgängern in würdigster Weise an. Den Reigen .eröffnet wieder Grätz durch eine biographische Skizze des' Minister-Rabbinen Samuel Jbn-Nagrela, anziehend geschrieben, wenn auch in etwas siüchtiger Schreibart^ — Das Hausgesinde vom Standpunkte des Judenthums und der Menschenerziehung von Simon Sza nto, für die österreichischen Juden gewiß sehr willkommen, da sie vor Kurzem von der Auffrischung des Verbotes, christliche Dienstboten zu haften, bedroht waren, sonst aber etwas weitschweifig und in dem prätentiösen Style geschrieben, den man an dem Vers, kennt. —- Das Handelshaus Ezmel in Tudela von Dr. Kayserling, eine geschichtliche Curiosität, die uns auf die vom Verfzu erwartende „Geschichte der Juden in Navarra" um so gespannter'macht. — Heirathell. Ein Lebensbild von Leon Härzberg-Fränkl, führt uns wieder in die schauerlichen-Zustände der galizischen Juden, in welche wir nur mit Entsetzen einen Blick werfen, so daß uns nur der Gedanke entschädigen kann, daß die öftere Besprechung etwas zur Heilung beitragen werde. — König Johann III. Sobieski und sein Verhältniß zu den Juden in Polen, historische Conturen von Dr. MaX Lelteris, ein Helles, leuchtendes Bild, dem wir nur eine noch weitere Ausführung wünschen. — Rückblicke auf das verflossene Jahr von Joseph Wertheimer, mit vieler Gewandtheit, Umsicht und Fleiß gearbeitet. — Aus Jerusalem, einige Nachrichten über die dortigen Stiftungen. — Rückblicke auf, die jüdische Literatur seit Mai 1857 von Dr. B. Beer. Der ausdauernde Fleiß und die unparteiische Kritik, die diesen Gelehrten auszeichn.en, haben den gehäuften Stoff, der sich' für einen solchen Zweck darbietet, zu überwinden vermocht. Daß hier und da es an Vollständigkeit mangelt, daß an dem Urtheile selbst hier und da zu mangeln wäre, nimmt dem Aufsatze seinen Werth nicht, und darum

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