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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-10-17 · Heft 43 (17.10.1859) · p. Seite 620

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 43 (17.10.1859)
Date
1859-10-17
Page
Seite 620 (sequence 4)
Language
German
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Ännähme/ welche das Königliche Prövinzial^Gchul-Eöllegium! in-dem Bericht vom ^mit BeÄfung^ iaüf Äktikel 'der 'PerfäffuN'g'vertM/ däß eS für jüdische Eltern, die ihre Söhne in christliche Schulen schicken , zü! hetz ^bürgerlichen Pflichten gehöre, dieselben auch Sonnabends am Unterricht theilnehmenzu lassen/ und daßdeshalb eine'Dispensation der^Zuden' für diesen Mg^ nicht zu' gestatten ser, kann als 'zutreffend nicht - änseseffen werden. Die^ 'Schuk- Verwältützg kann 'den Änsprüche'n solcher Eltern/ welche aus religiösen Motivenihre Söhne atü Sönnäbentz gänz oder^ für die' Stunden bes Gottesdienstes vom Schulbesuch' entbunden 'zu sehen wünschen/ die gebührende Berücksichtigung nicht versagen. Demgemäß beistimme ich,- daß in den Fallen, wo die Eltern selbst bei dem Königs Provinzial- Schul - Collegium darum nachsuchen, jüdischen Schülern die gedachte Dispensation' ertheilt werde; wobei erstere darauf hinzuweisen sind/ daß die 'Schule keinerlei Verantwortung für die aus derartigen Schulversäumnissen bei den' betreffenden Schülern entstehenden Folgen übernimmt. Hiernach hatdas' Königliche Provinzial-Schu^Eöllkgium auf die 'wievet beiliegende Eingabe des Rabbiners N. vom --yitrib auf die gleichfalls anliegende Reklamation des Vorstandes der jüdischen Gemeinde in N. das Erforderliche'zu veranlassen.' Berlin, den 6. Mai 1859^ Der Minister der geistlichen rc. Angelegenheiten.' v/ Bethmann-Hollweg. An das König!. Provinzial- Schul-Collegium zu N." —. Die Deputation des Magistrats für Gewerbe und Niederlassungs-Angelegenheiten hat an sämmtliche Gesellen- und Fabrik-Arbeiter-Kaffen folgendes Circular gerichtet: „Nach 'einer Mittheilung des Vorstandes der Kraüken-VerpflegungS-Anstalt der jüdischen Gemeinde werden dort für kränke Gesellen keine höheren Kosten berechnet, als die der Königlichen Charite. 'Wir dürfen daher voräussetzen, daß erkrankte jüdische Gesellen' Seitens der Gesellen - und Fabrik-Arbeiter-Kässe'n dem Krankenhause der jüdischen Gemeinde überwiesen werden?- '' Berlin-'9. Oktober. (Privatmitth.) Als ein Curiosum sei hier' bemerkt, daß ein unternehmender Kopf am Rüsttage zum Neujahrsfeste einen besonderen Eisenbahnzug von Leipzig nach Berlin und Magdeburg unternahm, Um jüdische Kaufleute von der Messe gerade vor dem Beginne des Festes dahin zu spedirerü Ob- 620 gleich! er die Preiseerhöhete, war' sein Unternehmen doch ein sehrlueratives. — Das neue Wagener'sche Platt „Preußisches Volksblatt", das; bestimmt ^, die Lehd' der Kkeuzzeitüngspartei in das Volk zü wer^ pflanzen-"hat-seit seinem Debüt noch wenig in Jüdenhäß -gemacht.' Ein kleines Stzecimen 'ünschüldWd Art ist"folgendes Ärtikelchen: „Im Mäder'schen Locale Unter den Linden,- -'einst' von"I a gor - verwaltet, wird "jetzt "eine Mschere" 'Küche'für Jüd^n' und ihre Festlichkeiten eingerichtet. DaS alte Berlin ivürbö solche Veränderung für unmöglich halten, aber die gesellschäftlichett -ZUstänöe'dw^Siädd^WMfei^sechSzig ^Jahren eine gewaltige Umwälzung' erfahren. IM Jahre 1800 waren die Gäste JagorS Officiere vom Regiment Gensd'armen und die reichen Pürger, vw auf - Alles , was Jude hieß, verächtlich herabsahen, heute ziehen die Juden in das feinste und vornehmste Local'der Stadt ein. —" ' .; Ja, für die Kreuzzeitungsritter ist es 'eine herz^ zerreißende Erscheinung, daß selbst die Officiere und reichen Bürger Berlins die Juden nicht mehr verachten, sondern' mit ihnen gesellschaftlich siaternisiren. — Ein ander Mal erzählt eS, daß die Direction der Köln - Mindener Eisenbahn dem Cardinal- Erzbischof vonKöln das Verlangen abgeschlagen habe, die Rheinbrücke bei der Eröffnung einzusegnen, und hebt nun hervor, daß in dieser Direction sich auch ein Jude befinde. Als ob dieser Umstand an jener Ablehnung schuld sei. An der Spitze der Köln-Mmdener-Eismbahn-Direction stehen aber Männer, die' keine Juden sind, und selbst wissen, was sie zu thun haben. Oesterreichifcher Kaiserstaat. Aus Galizien, Ende September. (Privatmitth.) Seit der Veröffentlichung des kaiserlichen Manifestes vom 15. Juli sind die Erwartungen der österreichischen Israeliten, die noch wenige Monate früher auf der Scala der öffentlichen Meinung unter Null standen, bedeutend gestiegen. Seitdem sich nämlich in Folge dessen die österreichische Presse freier bewegt und das auszusprechen wagt, was sie früher kaum anzudeuten sich getraute, sprechen sich die bedeutendsten Blätter der Monarchiemit erfreulicher Einhelligkeit zu Gunsten dieser verkannten, so oft verhöhnten und verlästerten Religionsgenoffenschaft auS, und da man gewöhnlich von solchen Kundgebungen auf einen Umschwung in den höchsten Kreisen der Legislatur zu

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