Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-10-03 · Heft 41 (3.10.1859) · p. Seite 598

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 41 (3.10.1859)
Date
1859-10-03
Page
Seite 598 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/3224737-3226147-3226189--18054-3246999
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

mZn M'gjM Tagen"suchte ich auf dM sehr lMch- Mttzge^'Archiv 1'0Zürich deü M Juden - betreffenden' Akten ündkM mir auch folgendes Analogon der Mörtar'ageschichte in die Hände*) r lAnno 1392 entführte Rudolf vvn Loölin-'"ein Mönch voN Mädenschweil^mit Schwester Cacilia im Ketzis thürli (ein SchwefterhaUs)/ welche, Meisterindieses" SchwesterhäüseS in Zürich war, Joseph-deni 'Juden ein Kind' aus der Stadt und 'wurde dasselbe zu- Schwyz getauft ohne des Juden - Wissen und Willen. Auf eine;> an ihngebrachte Klage gab der- Rath in Z. fich alle' Mühe, auf den' Grund der' Sache °zu kommen. Es ward erkannt: „Man solle nüchgan und richten, wer gerathen und gehulfen habedaß des Jüden JoftfS Kind also weggeführet ist."- -Ein Goldschmiv, zu dem das Kind oft ins Haüs kain/ und dessen Magd bezeugten diese Wegführung^ Letztere sagte a'üs : Als -sie. ob dem Bach' wusch, habe sie gesehen, daß^- eine-Nonnedasselbe Kind die Steingaffe abgeführtdas Kind habe einen Nonnenrock - a'ngehäbt und ein Tüchlein auf dem Haupte. Eine Nonne gestand bei dem Verhör, - daß eine andere Nonne des Geschlechts- Wülfflissgdn oft bei des Goldschmids Bruders-Tochter gewesen Und selbige Beide mit einander gesprochen: Es -wäre Sch a d e , daß man das K i n d Nicht z u eine m Ehr ist e n ma ch e. Letztere gestand bei dem Verhör: Bruder Euvadi von Mädenschweil habe mit einer fremden Schwester das Judenkind weggeführt. Hier hören die Acten auf. Aus dem ganzen Verhöre Uber sieht man, daß der Rath zu Zürich diesen Kinderraub nicht billigte. Im Schwabenspiegel §♦ 34. heißt es: Die Juden soll niemän betwingen zu der Christenheit und zu der Christan Glauben; mag man sie mit guten Worten darzu bringen , das soll man tüän. Und -im Jahre 1859 hat man es noch nicht so weit gebracht, als diese - einfache und klare Vorschrift des Schw'äbeNfpiegels ' verlangt! - M. G. D re y fuß, Lehret Frankreich. im September. - Die ,,4reb. isr. de Fr.“ Heilen auscheM Jahresbericht des Hohlthätigkeüscomites des Consistoriums für Paris für 1858 eine Üeberstcht der Einnahmen und Ausgaben'mit. ' Die -' *) Rachpnd Richtbüch Gestell V. Band 6. S. 13 pnd 14. : : erftereü' bestanden^ in^ 1Ü6/000-FrcS. / während' die Ausgaben 148,000 Frcs. betrügen, so daß ein'Ueberschuß v0W18-000 Frcs. zUrückblieb. Für die Wäisenanstalt, die -erst Mei Jahre eristirt/ uNdbereits 19 KnabeN und 7 Mädchen enthält, -würden- 35M0'Hrcsl a'üsKgeben. (Dieft Summescheint-unsekiorm'da auf diese Wöise 1346 Frcs., di i^ über'MD Whäter für jedes-Waisenkind verwendet wüMnIl- Redacü der A. Z. d. Jüd.) Mehr als 8^00' 'Familien Erhalten regelmäßige monatliche Unterstützungen/ - außerdem werden Holz/- Arznei/ 'Wasche, 'KleidMg-für Kinder (18/609' FrcSl), Mietheü. stürü gespendet - - Sparkaffenbücher aü die Schüler und Schülerinnen -befäft fen einen Posten von 2100 Frcs. Äon 400israelitischen Beerdigungen würden 247 von : dem Co mite auf seine Kosten veranstaltet (17,500'FrcsK'Bei-solchen Zahlen-und beider Natur dieser Geschäfte kön^- nen die Männer - welche sich der Verwaltung "tmtet* ziehen, nicht genüg gerühmt werden. — ' ' '' Unter den jüngsten Ernennungen zu Rittern der Ehrenlegion befinden fich außer einem Publicisten Und einem Dramatiker auch ein - Marine - Jügenieur und ein Ingenieur der Brücken und Wege' -israelitischer Confession. - -- ' An zeig e n. Bei der Gemeinde zu Güstrowsolldie mit einem jährlichen firen Gehalte von 2ÖÖ Thlrn. nebst freier Wohnung, den Schechita- Gebühren und sonstigen Accidenzien verbundene Stelle als Vorderer und. Schochet mit Nächsten! besetzt werden. Bewerber wollenufich in postfreien Zusendungen ihrer. Zeugnisse. an den. Unterzeichneten wenden. ' . br. Salomon Cohn, ' ' Großherzogl. MeÜleNb. - Schwerinscher . /! ' Landes -Rabbiner, l i . Schwerin, 15. September 1859. r. : Unsere Gemeinde beabsichtigt einen.geprüften Religions- und Elementarlehrer, der zugleich an Festtagen das chülfsdorbeten übernimmt, mit einem firirten GehäÜ von 200 Thlrn. Crt. pro ^nno vom Isten Januar 1860 ab zu engagirem- . . Reflectanten wollen sichin portofreien Anfragen an uns wenden. G r.. Ä s ch e r s l e b e n, den 18. September l 859. . Der Vorstand der hies. Synag/-Gemeind^ G Mannheimers M. MepMnnü M. Herzberg.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.