Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 41 (3.10.1859)
- Date
- 1859-10-03
- Page
- Seite 597 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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vT eS. fti^ tzenn. in Anwesenheitsämmtlicher CultuSvprstände dieses' ComitatS. ~ Welche 'Scheu man im orthodoren Judenthume vor einemhegt, ist allgemein: bekannt. . Das Mystische hat von jeher-auf das Volksgemüth eine unwiderstehliche Zauberkraft gestbt. 7^. Unten . am - Rande der Aufschrift ist der Name zu lesen. Zur Charakteristik dieses Namens -dürfen^ wir nicht unerwähnt lassen, daß mit derselben nicht: nurdie Geschichte der Gyönker, Gemeinde allein in enger Verbindung steht, . sondern in fast nicht minderem Grade,die sämmtlicher Israeliten unseres Comitats. — Herr M..Kanischa, der vor ungefähr drei Decennien das Rabbinat zu Gyönk bekleidete, gehörte nicht zu jener, v.prnehmthuenden, in unfern Tagen selbst.noch wenig gelichteten Schaar unthätiger Stubenhocker, hie-i dem; Schauplatze des Lebeys gänzlich; entrückt, vom Jammerbilde jüdischer Zustände keine Ahnung — mithin zu dessen Milderung weder den „guten Willen" noch die Befähigung hat.— Es war dieser im . Gegen theil ein Mann der lebendigen That, dessen praktischer Scharfblick trotzder eminentesten Gelehrsamkeit auf dem Gebiete des Talmuds sich auch außerhalb des beschränkten Raumes der. rohrt bus mo« 'i hinaus wagte. — Wo cs sich um Hebung und Förderung jüdischer Angelegenheiten handelte,, ließ er nicht nur stets seinen väterlichen Rath angedeihen, sondern scheuete es auch nicht, so'oft die Umstände es erheischten, für das gute Recht seiner Glaubensgenossen in die Schränken zu treten. Besondere Verdienste erwarb er sich um die Regelung der damals in Ungarn noch üblich gewesenen „Toleranzsteuer", wo feine menschenfreundlichen Bemühungen, wie bekannt, von den schönsten Erfolgen begleitet waren. — Man vermuthet, der qu. Brief enthalte ebenfalls nur diesbezügliche Urkunden, Weisungen und Rathschläge; eine Voraussetzung, die den Inhalt desselben natürlich als antiquirt bezeichnet und den Eifer zur'Lösung dieses Räthsels^wesentlich paralyfirt. Es dürfte diese Vermuthung doch kaurn mehr denn eine haltlose Beschönigung der kälten Apathie sein,, die.der minder'gebildete Jude seinen wahrhaft. großen Wäynern gegenüber an den,Tag «zu.legen gewohnt ist. — Stünde Herr M. K. im Gerüche-eines gewandten „ Amuletenkrämers", ein ähnlicher Fund würde, einem elektrischen. Funken gleich, die gesammte Judenheit Nord - und Südungarns mit einem Schlage durchzucken, aus allen Punkten des Landes würde Jung und Alt Wallfahrten, sich an der heiligen Reliquie, den 597 letzten Federstrichen deS großen „Sehers// noch einmal zu erbauen.Allein so, wo der ■ Nachlaß eines praktischen^Geistes höchstens - einige Rückblicke auf; die politische. Vergangenheit unserer Väter bieten kann — erweist sich das Zusammenbringen einiger Genseindevertreter als ein Ding der Unmöglichkeit! . Während: wir diese Zeilen niederschreiben, .erfahren wir, daß Bonyhad, die Muttergemeinde dieses Comitats, mit dem wackeren Cultusvorstande Herrn S. Krön an der Spitze, die Erledigung dieser Angelegenheit mit gewöhnter Energie. in Angriff genommen. Wir behalten eS uns vor - den Inhalt dieses S chriftstückes seiner Zeit durch diese Plätter zur öffentlichen Kenntniß gelangen: zu lassen. - : Schließlich noch die Bemerkung, daß Herr K. sein verdienstvolles Leben nicht in Gyönk beschloß; .im Greisenalter noch folgte er einem Rufe als Rabbiner nach Fraukirchen, wo er nach einigen Jahren-in Gott entschlummerte. Das Vorgefundene Schriftstück harret demnach seit mehr denn fünfundzwanzig Jahren der Erlösung entgegen.. M. Ehren theil..; Die Schweiz. - Ober - Endingen, im Sep tember. (Priv atmitth.) Dem Schweizerboten entnehme ich: „Der.Bundesrath hat den Cantonen eine gedruckte Denkschrift mitgetheilt, welche der Gesandte der Vereinigten Staaten von Nordamerika / Herr Foy, in Bern unter dem 26sten Mai dem schweizerischen Bundesrath einreichte. Dieselbe hat die Zulassung der nordamerikanischen Israeliten zur Niederlassung in der Schweiz zum Gegenstände, und erklärt die Verweigerung Seitens der Schweiz als Verstoß gegen die bestehenden Verträge, als ein Unrecht gegen feine Mitbürger. Er protestirt dagegen und verlangt Abhülfe, indem, das ungerechte Verfahren unter Anderm doch nur in einer bloßen „Loneurrsnes äs boutigus" (Brotneid) seinen Grund habe." Herr Foy gilt in der Schweiz als eine Eminenz und zwar nicht bloS um feiner Stellung, sondern seines. Geistes, und Charakters willen. - Sein Wort, wird gern gehört. Vor her Hand machen wif uns'keine sanguinische.Hoffnung, obschon wir der Ueberzeugung sind, daß, die Schranken gegen die Niederlassung der Juden in' gar nicht ferner Zeit fällen werden, da die Zahl der sich niederlassenden Juden in der. Schweiz immerfort im Wachsen begriffen ist. - . 41