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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-09-26 · Heft 40 (26.9.1859) · p. Seite 584

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 40 (26.9.1859)
Date
1859-09-26
Page
Seite 584 (sequence 10)
Language
German
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bescheidensten Minderzahl. Groß aber ist das'Wohlj wollen, dessen sie sich von Veiten der ganzen Ein- \ wohnerschast, und namentlich von Seiten ber Ge-; meindebehörde zu erfreuen hat. / So empfangen die» israelitischen Armen, gleich den christlichen^ tegelmä-! ßige Unterstützung aus der städtischen Arm'eNkäW; so l erhält die israelitische Schule/welche' nur Relrgiöns-! schule'ist, jährlich 1*/2 Klafter Holz' aus dem Stadt-; Walde unentgeltlich,' und eben so der Lehrer "WKlaf-! ter zu seinem Privatgebrauch. Wenn dieses' allein! schon den Geist der'währen Liebe und des wahren; Fortschrittes bezeichnet, welcher die hiesige christliche; Gemeinde und namentlich deren aufgeklärte Vorstände beseelt, so ist doch aus jüngster Zeit noch eine weit; höhere Kundgebung ihres Edelsinnes erfolgt, welches die weiteste Verbreitung verdient. Es hat nämlich! die hiesige israelitische Gemeinde ihre Synagoge restaurirt, namentlich mit Subsellien und Chorbänken \ versehen, um hierdurch die Abhaltung des Gottes-; Dienstes"selbst' in bessereDorm zu bringen, und em-; psing aus diesem Anlaß Beweise der aufmunterndsten Theilnahme von Seiten der christlichen Einwohner-! schaft, namentlich von einem Kaufmänne eine sehr; schöne Schulchan-Decke, und von der Gemeindebehörde einen Beitrag von 250 Fl. auS der Stadtkaffe als freies Geschenk; dies ist aber eine Munificenz, welche vielleicht einzig in ihrer Art dasteht. So wurde auch die Wiedereröffnung der restaurirten Synagoge allseitig mit aufrichtiger Theilnahme begleitet/nicht nur durch die Anwesenheit der achtbarsten Personen aus allen Ständen, sondern auch wieder durch verschiedene Gaben, z. B. lange weiße Wachskerzen, die einer der ersten Bürger und Geschäftsmänner zur Verwendung bei der Einweihung gesandt hatte. — Diese Wiedereröffnung fand am verflossenen Sabbath Nachmu statt, und es nahm! der hierzu berufene Bezirksrabbiner Schott aus Bühl Veranlassung, sowohl in der Predigt des humanen Verhaltens der städtischen Behörden und Einwohnerschaft zu gedenken, als auch nachher in Begleitung des Vorstehers, Herrn Hirsch Low, dem Herrn Stadtdirector Scheible, dem Herrn Stadtbürgermejster vr.z Hammer und dem Herrn Stadtdecan Buchdunger Dankbesuche abzustatten, bei welcher Gelegenheit die gedachten Herren sich auf das Wohlwollendste aus-; sprachen, und das gute ehrenhafte Streben! der hie-' sigen Israeliten anerkannten. ’ : 1 584 Zum Schluffe zu Diesem selbst habe ich noch mitzutheilen, daß man hier die; vortreffliche Gvttesdienstordnüng der Gemeinde Bühlänzunehmen.boschloffen, und zu diesem Zwecke einengüten^ Vorsänger 'und Lehrer in der' Person des Herrn Models von,.Bühl engagirt, wobei die Gemeinde die bisheriMÄdsöldung des'Lehrers! um 100 Gulden erhöht hat, was" hei ihrer Geringzähligkeit gewiß ein großes Opfer istl' Gott möge eö ihr lohnen. Preußen. Brandenburg >' 15 September. Hier hat jene ehemals so . mächtige Partei der Kreuzzeitung einen abermaligen Versuch gemacht, den Justizrath Wageüer in das, Abgeordnetenhaus zu bringen, da eine Ersatzwahl 'zu treffen war.' Dieser hwlt in der Vorversammlung selbst einen Vortrag, fiel aber bei der Wähl mit 52 Stimmen gegen.201 abermals durch. ' Magdeburg, 16. September. (Privatmitth.) Aus Frankfurt'am Main erhalten wir von einem Missionär die Erklärung gegen den Artikel aus Trzemeszno in No. 37. d. Ztg., daß' die Missionsgesellschaft seit Jahren schon und nicht jetzt erst ein "sin mit (Lutherischer) Uebersetzung für einen Thaler, ohne Uebersetzung für 15 Ngr. verkauft, und daß die Missionsgesellschaft die nunmehr nahe Verwirklichung der israelitischen Bibelanstalt mit Freuden gewahre. — (Ob dieser letzte Ausspruch ein aufrichtiger sei, lassen'wir dahingestellt, und bemerken, daß, wenn die Sammlung für „die israelitische Bibelanstalt" bis zu ihrer Ausführung so fortschreitet, wir die Bibel mit Uebersetzung zu noch billigerem Preise zu. geben ich Stande sein werden. Redaktion der Allg. Ztg. d. Jud.) ' Aus dem Posenschen, 13. September. (Privatmitth.) w ■'itn nVi Als Ergänzung resp. Berichtigung der Mittheilung aus „Trzemeszno" vom 23. v. M. in No. 37. d. Z. dürfte es Pen geehrten Lesern Jhres geschätzten Blattes nicht uninteressant sein, zu erfahren, daß die Missionsschule zu' Gnesen ' nur. eine Filiale der zu Jnowraclaw ist. In dieser 'letzteren Gemeinde bestand nämlich seit mehr denn 2 Decennien eine zweiclassige Missionsschule. Vergebens hat wohl der Eine oder Andere gegen diese ängekämpft, bis eS endlich den Bemühungen der jüdi-

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