Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 39 (19.9.1859)
- Date
- 1859-09-19
- Page
- Seite 563 (sequence 5)
- Language
- German
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miyare. zu Münster eine solche: Anstalt! nicht bestanden habeL>..Sie werden esjgewiß.gern sehen, daß ich diese, ohne.-Zweifel aus;Versehen--die,schon seit länger als dreißig Jahren dahier bestehende, Lehrer-Bildung s-An st alt ignorirende Behauptung hierdurch.berichtige. Sie werden';diese Berichtigung um so. ljebep vernehmen, : als ich hinzufügen kann, daß diese >- wohl die älteste Lehrer -Bildungs-Anstalt in Deutschlandwie von Anfang an,-auch jetzt noch der größten Sprgfalt des;rProVinzial-Vorsteher-AmteS sich erfreuendaus>einem jungen Bäumchen, :zum kräftigen Stamme. ■, herangewachsen ist. Nicht nur daß die Zöglinge freien Unterricht haben, auch Wohnung und. Tisch Haben..Aste gemeinschaftlich, und mindestens 10 jene, mindestens .6 diesen unentgeltlich. Wie viel die Juden.^ Kurhessen: dieser. Anstalt zu danken haben, läßt sich ermessen, wenn man bedenkt, daß die meisten gegenwärtig angestellten Lehrer aus ihr hervorgegangen sind, und unsere. Schulen entsprechen in. jeder Beziehung den billigen und gerechten Anforderungen. Während, in, allen Ländern der Mangel an Lehrern, außerordentlich. groß, ist, hat eS unsitt der Provinz Niederheffen, trotz der größtentheils geringen Besoldung, niemals gefehlt und waren höchstens die geringsten Stellen unbesetzt. Auch im Auölande sind unsere Lehrer so gesucht, daß eine verhältnißmäßig beträchtliche Zahl der in. unserer Anstalt gebildeten Lehrer durch auswärtige Vocatio.n uns entzogen worden ist, ..und sie haben thatfächlich bewiesen, daß in der Anstalt sowohl für genügenden..Unterricht, als religiöse und sittliche Bilwmg alles Erforderliche. geschieht. Was den ersteren betrifftso werden nicht weniger als 18 Stunden auf da.S Hebräische, Religionslehre und.'biblische und jüdische Geschichte verwendet^; Pentateuch mit nTiap ,sw-i ,"fd , , via , nsan: sogar die. Vorbereitung zum Cantor-Unterricht sind mit Hauptgegenstände deS Stundenplanes. Gleichwohl sucht man von einer gewissen Seite die Anstalt zu verunglimpfen und mit ihr unfern ganzen wackern und - tüchtigen Lehrerstand. Mag dieser sich mit dem talmudischen Spruche trösten: . ■’ap ab a-ip« ^ap. allwip. " iw - Dr. Adler, Landrabbiner, i, Nachschrift. Der Aufruf zur, Gründung eines Fonds und Vereines zur Unterstützung von Lehrer- Wittwen und Waisen hat vielen Anklang. gefunden und wird mit GotteS Hülfe bald zur Verwirklichung gelangen. ., r'; Preußen. '^ Stettin^ 1:. September. (Privatmitth:) Seit dem Abgänge des Herrn ivr.: Meise! nach :Pefth ist daS hiesige Rabbinati unbesetzt und wird -lauch alleuWahrscheinlichkeit nach bis Neujahr 1860; noch unbesetzt bleiben. , Herr Meisel hätte die hiesige 'Rabbinerstelle etwa 16 Jahre inne, eine geraume. Zeit :für einen jüdischen Geistlichen, um durch segenreiches Wirken und durch Begründung nützlicher: Institute - sich - ein bleibendes Denkmal in der Gemeinde zu sichern^ - In seiner Abschiedsrede wies Herr Meisel auch mit sehr: lebhaften Worten auf die Verdienste hin, die er sichum die" hiesige Gemeinde als Rabbiner erworben; er nannte die Vereine, die er ins Leben gerufen, und hob namentlich hervor, wie er vor sechszehn Jahren die Gemeinde und den.CultuS vorgefunden, und was , unter seiner geistlichen Obhut daraus nun geworden sei. Es ist wahr, daß Herr Meisel außer einigen-andern, minder wichtigen Instituten wie Initiative -zur. Errichtung eines.jüdischenWaisenhauses ergriff; daß er auch im CultuS manche Reformen eingeführt/wodurch der Gottesdienstverbeffert worden. Aber ist dies nicht, auch an andern- Orten, selbst in den kleinsten Gemeinden , geschehen? Hat nicht überall in dieser Beziehung ein Fortschritt stattgefunden. veranlaßt durch die größere Bildung unsrer Zeit? — Wir wollen aber mit:'diesen Bemerkungen keineswegs daS: Wirken deS Herrn vr. Meisel als Rabbiner, in unserer Gemeinde unterschätzen, ihm vielmehr die Anerkennung: widerfahren lassen/ daß: er das Gute stets erstrebt,- selbst unter erschwerenden Umständen, und wir sind^ überzeugt, daß er in seinem: neuen Wirkungskreise sich bald die Liebe und das Vertrauen erwerben wird, dessen er. in vollem Maße würdig ist. Herr Meisel besitzt einen kostbaren Schatze die Gabe der schönen Rede, wodurch es ihm immer gelingen wird, sich die Herzen; seiner Zuhörer zuzuwenden. Darum wird sein - Nachfolger in Stettin auch nur dann, darauf-rechnen können!,- seine Stellezu allseitiger Zufriedenheit, auszufüllen, -wenn er ein guter Redner ist. ES ist ganz;gewiß bedauerlich, Waß die Männer, deren Sache eS: ist, Meisel'S Nachfolger zu wählen, vornehmlich, auf einen guten Redner veflectiren, weniger darauf, ob der anzustellende Rabbiner auch ein Gelehrter in seinem Fach und ein Schulmann sei. Auch die letztere Eigenschaft ist sehr wichtig,..und besonders, hier.. Unsere Schule bedarf