Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 38 (12.9.1859)
- Date
- 1859-09-12
- Page
- Seite 553 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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- Malbim 1× ep/1002711
- Odesa 1× ep/1000834
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M worin zwar nicht gedaMet, sondern rein erklärt wurde, daß ,eine moderne Schule ein Götzendienst sei, daß die j .Lehrer der hiesigen Schule ärger als Mecchimudjm. wären und daß die Eltern, die ihre Kinder in die Schule! schicken, zwei Mal sitzen müssen, indem sie die- \ selben geistig und. moralisch tödten. Sie. können -sich! denken, welcher Fanatismus durch solche Reden zum - Vorschein kommt. Das Lehen der Lehrer sowohl „als der Eltern, welche Kinder in der Schule chatten, war bedroht von. dem Haufen des gereizten gemeinen. Pos-i kes, und denselben Tag wurde von Malbim eine Tal-! mud-Thora eröffnet, worin die Kinder der Schulen (deren Eltern theils aufgereizt, theils bedroht wurden,; und da gerade Ferien waren) ausgenommen wurden. \ Man führte dieselben zuerst zu einem Flusse, um sievon der Münde, eine moderne Schule besucht zu haben, zu waschen und sie dann nach dem alten Cheder- \ syftem Talmud und Bibel im sogenannten polnisch-jü- - dischen Jargon zu unterrichten. Auf Verwendung der! Bessergestnnten wurde diese Talmud-Thora polizeilich Z gesperrt (nach 2 Wochen) und unsere Schute bereits wieder angefangen. N. Popper und Kahän. (So eben erhalten wir No. 1—10. des Wochenblattes, das in obigem Artikel erwähnt ist. Der Titel ist: „Principatelle-UnitS. N'i, TIMH yjy“, und erscheint die eine Spalte deutsch mit hebräischen Lettern, die andere romanisch. Die Nummern bringen Artikel wie: Das Schebuothfest, Treue und Eifer ' der Israeliten für das Vaterland, über das jüdisch-! polnische CostHm, die Concurrenz, der Unterricht injüdischen Schulen, D'Jsraeli's Vertheidigung der Ju-! den, Tischea beab rc., und dann in jeder Nummer eine politische Ueberschau, sowohl aus dem.Auswie aus dem Inlande. Wir wünschen von! Herzen dem mit! Opfern und Anstrengung Seitens der Herausgeber begonnenen Unternehmen den gewünschtesten Erfolg,! damit es seinem Ziele mit immer regerm Eifer zu-! streben könne! Die Redaction.) Rußland. Odessa, 13. Juli. (Privatmitth.) Jedem. gewissenhaften Menschen gilt es für ein Verbrechen, falsches Zeugniß abzulegen; allein Berichterstatter lassen sich oft von Volksgerüchten verleiten, einen' Unschuldigen vor der öffentlichen Meinung anzuklagen. Eine solche Uebereiltheit ließ sich der Correspondent im zweiten Bericht No. 21. der Allg. Ztg. d. Juh.- - zu Schulden ckpmmen; indM. ex hei der Schilderung der. traurigen Katastrophe der. setzten Ostertage den Pr. Rosenblum als sVexrätherseiner -Ration ,anklagt, derdurch Bestechung sich verleiten liest,, . den am Hellen Tage ermordeten Juden;ajö; natürlich verstorben wegzuschaffen.^;;;i Da. diese Anklage auf Nichts-beruhet, im Gegmtheil jedem unparteiischen Sachkundigen. wM bekannt ist, daß. Pr. Hosenblum eifrig bWÜHet<war, jetzeMögliche Verfälschung. zu, verhindern, .Wodurch ex sich auch geschadet hat,^so . halte , ich xs füp recht und billig, den Lesern. dieses geschätzten Blattes das..Betragen d^spr. Rosenblum der Wahrheit gemäßzu schildern,. wam.it sie sich selbst überzeugen,- daß. er nicht NU.r-keinen Tadel, sondern den größten Dank - seiner, .Glaubensgenossen^ verdient :hgt.^: öi. . };; a Nachdem Pr. Rqsenblum am 13. April bisin die späteste Nacht beschäftigt war, den Verwundeten Hülfe zu leisten, wurde, er. als Stadtarzt vom Zirkelmeister beauftragt, für den im Viertelhause gebrachten Ermordeten eineu Leichenzettel auszufertigen.. Die Vorschriften genau, kennend, faßte vr. Rosenblum den Todtenzettel in folgender Form ab: „Abführen der Leiche des Verstorbenen auf den Gottesacker zur Sektion." Die Vorsteher, der N->2n.,. mißtrauisch gegen den Ausdruck. „Verstorbenen-',^beharxten,. er solle ausdrücklich „Ermordeten" schreiben. Umsonst bemühete. .sich der Doctyr, ihnen zu erklären, daß er vorschriftsmäßig die Todesursache nicht por her Leichenöffnung aygeben, darf. Die anwesenden.; gekränkten und erbitterten Gemüther erlaubten sich, -den Doctyr mit Grobheiten ayzufahren, dep aher.ihre Gereiztheit zu . entschuldigen wußte und um größere Zwistigkeiten zu verhindern, dio Proposition machte, die Leichenbeschauung im Viertelhausezu machen, um so das .Mißtrauen.der .Eiferer einerseits und dwVerantwortlichkeit gegen da.s Gesetz andererseits von sich abzulenken. Der.Vorschlag ward acceptirt und im Beisein des Kreisphystkus (Christ) und mehrerer jüdischen Herzte,, des Rabbiners Md 12 Zeugen ward die Obductipn-gemacht. - .; . Nun überzeugten sich aste Anwesenden von der Aufrichtigkeit des vr. R.osenblumz er machte die Secjion mit größter^Aufmerksamk.e.it-.uuh folgerte in stim Protokoll den- Schluß,, daß in Folge der von der R.ücke.nseite versetzten Stichwunde in die Lunge der Tod .sogleich erfolgte, was, auch der Kreisphystkus aus seine Veranlassung. hestMgte.. n 38**.