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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-09-12 · Heft 38 (12.9.1859) · p. Seite 546

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 38 (12.9.1859)
Date
1859-09-12
Page
Seite 546 (sequence 4)
Language
German
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546: dürftigen in; die Hand; gearbeitet.werde.. -Unterstützungder Jugend,, um sich zu einem, tüchtigen Gewerbezu bilden, Unterstützung der Jünglinge-,und Jungfrauen, wenn sie sich in solider Weise, etabliren -wollen, Vorschußkaffen, für die Gewerbtreibenden u.dgl..; Pies find Werke, der Wohlthätigkeit,, welche den - ersten Platz einnehmen. Ueberhaupt aber -muß der ^jüdische Geistliche, die Barmherzigkeit als die edelste Merle in , „der Krone, des Priesterthums" - .ansehen; dies ist ein ererbtes; Kleinod/ -dessen Glanz keine Zeit und ihre Strömung abschwächen darf.: ./■! Abseitens dessen: hat der Rabhine seine seelsorgerische Thätigkeit aus alle- Mieder seiner Gemeinde auszudehnen. Er braucht den Reichen nicht zu hostren, und bei den Großen' nicht zu antichambriren. Aber -wie er dennoch diesen .nicht fremd , sein darf, da er ihrer zu höheren Zwecken' bedarf,, so muß er dem Aermsten und Elendesten leicht und stets, -zugänglich, sein.. Jeder muß wissen, daß er, ein offenes Herz und Ohr. her seinem, geistlichen Lehrer findet, immer Bereitwilligkeit, selbst wenn er ihm nicht helfen kann, ihm dennoch zuzuhören, und ein Wort des Rathes und des Trostes. Kranke besuchen, ,Todte bestatten, Leidtragende trösten, das steht geschrieben. Aber es giebt tausend Dinge, die nicht geschrieben stehen. , Jüdische. Seelsorge, heißt nicht, .die Sterbenden mit beängstigenden Reden und. Ceremonien zu quälen, die irgend Abhängigen in ihrem , religiösen Leben zu überwachen, und möglichst Proselyten zu machen. Jüdische Seelsorge besteht darin, daß der Rabbiner, -Prediger oder Lehrer überall Auge und Ohr offen habe, wo es etwas zu helfen, wo es etwas zu Herathen und zu bethätigen gebe, mit Wort und Schrift, mit Einstuß und Thal einzuschreiten, wo Unterstützung und Förderung zu bringen ist. Wir haben unser Capitel nicht erschöpft. Wir - haben auch kein' Ideal aufgestellt. Wir haben nur einige Hauptzüge aus.dem praktischen Leben herausgegriffen. Aber es soll doch ein Spiegelbild. für uns Alle sein. Selbstüberschätzung und allzu große Würdigung unsrer Vorzüge und Verdienste müssen bei uns weniger heimisch werden, als sie es find. Das Bewußtwerden,- daß unsre ersten und natürlichsten Pflichten von uns noch lange nicht genug geübt werden, kann nur heilsam sein. Wir bilden uns nicht ein, etwas Neues gesagt zu haben, aber wir Alle wollen es immer rund immer wieder durchlesen, damit wir bescheidener und thätiger zugleich werden. Jüngst sprach ein etwas hitziger. Mann? vor uns das Wort aus: „wenn die jüdische .Masse nicht besser als die meisten ihrer Führer wäre, würde, es schlimm um das Judenthum und die Judenheit stehen" — Hüten wir uns, daß dies. ein.-wahres Wort werde. Man hört, so/viele Klagen über, reli-f giösen Jndifferentismus 7— hüten, wir uns, daß map,Denselben nicht zunächst bei den Rabbinen, Predigern und Lehrern finde. Es ist eine Zeit, welche den höchsten Eifer, die größte Anspannung der Kräfte, die unermüdlichste Thätigkeit erfordert — bedenken wir, daß, ,,,, „wer und was nicht in die Höhe kömmt,.. . in die Tiefe sinkt." v Die israelitische Distel - Anstalt. Spenden zur Herstellung und Verbreitung,wohlfeiler Hebräischer und hebräisch-deutscher Bibeln: Lehrer S. Leffmanw in Lippstadt 3 Thlr.; I. Rosenberg in Unsleben 2 Thlr.; I. Herzberg in Hattingen ges. von sich 1/2 Thlr., L. Gumpertz, H. Gumpertz, S. Urins jeder V? Thlr., M. Gumpertz, M. Markus jeder */3 Thlr., I. Gumpertz 8 Ngr., S. Schmidt 2^/2 Ngr., zsm. 3 Thlr. 5 Pf.; Lehrer L. Mayer in N o n n e n w e i e r (Baden) von S. Weil 48 Kr., M. Baum 30 Kr., I. Dreyfuß, M. Mayer jeder 24 Kr., M. Weiljun., 3. Mayer, I. Wertheimer, S. Frank jeder 18 Kr., A. L. Weil, M. Mach jeder 12 Kr.,.zsm. 2 Thlr. 4 Ngr. 4 Pf.; Lehrer S. Löwenstein in Rüthen von B. Ruthenburg 1 Thlr.,.M. Herz heim 1 Thlr., H. Stern 1 Thlr., I. Löwen - stein 20 Ngr., S. Löwenstein, L. Stern, M. Ru - thenberg jeder */» Thlr., M. Friedmann, M Pollack, A. Friedmann, Wwe. Goldenberg, Gebrüder Goldenberg, I. Weinstein, Wwe. Salzkötter je-? der */« Thlr., zsm. 5 Thlr. 17 '/2 Ngr. Gesammtsumme: 2174 Thlr. 12 Ngr. 9 Pf. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Fürth, im August. (Privatmitth.) ES ist sicher sehr auffällig, daß in , einer Gemeinde, wie die hiesigeeine angemessene Leichenordnung noch immer, nicht hat Platz greifen können. Bei Leichenbegängnissen findet man die Trachten mannigfaltigster Art und Farben vertreten, die nicht selten an drei Jahreszeiten erinnern. Dann wieder einmal — unter gewissen Umständen — finden sich die meisten Herren in schwarzen Kleidern

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