Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 37 (5.9.1859)
- Date
- 1859-09-05
- Page
- Seite 534 (sequence 8)
- Language
- German
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534 rneinsame Vertretung besitzen, welche in diesem Falle die Sache vor ein höheres Tribunal hätte bringen können. . . ■/. Großbritannien. London/ im August. Be r ich t von Sir Moses M o n t e fi o re, Baronet, an die Londoner Lepütirten-Commission der 'brNschen Juden über seine Mission nach Rom. Meine Herren! In Folge des in einer am Mittwoch Abend den 22. December vorigen Jahres abgehaltenen Versammlung Ihrer Amtsvorgänger einstimmig gefaßten Beschlusses, wegen der Mortara-Angelegenheit bei dem Oberhaupt der päpstlichen Regierung zu petitioniren, und des Ansuchens an mich, dem Papst eine Bittschrift zu überreichen; ferner in.Folge eines weiteren in der am Mittwoch Abend, dem vergangenen 26sten Januar abgehaltenen Versammlung des letzten Board ebenfalls einstimmig genehmigten Beschlusses, welcher mir unumschränkte Vollmacht in Bezug auf meine Mission gewährt, verließ ich London am vergangenen 1. März, die allerfrüheste Zeit, wo Lady Montesiore's Gesundheit eö erlaubte. Außer Lady Montefiore waren meine geschätzten Freunde Gershom Kursheedt Esq. aus New-Orleans und vr. Thomas Hodgkin meine Begleiter bei meiner Fortreise von London. Lady Montefiore's empfindlicher Gesundheitszustand nöthigte uns, sehr langsam zu reisen, und kamen wir auf diese Weise erst am Dienstag den 5ten April spät Abends in Rom an. Ich verließ England,, vollkommen überzeugt, daß ich mit mannigfachen Schwierigkeiten zu kämpfen haben würde; aber das innere Bewußtsein, daß ich im Aufträge des letzten Board und vieler wichtigen Gemeinden auf dem Continent' und in den Vereinigten Staaten Amerikas handelte, und daß ich die innige Theilnahme vieler christlichen Freunde für mich hatte, ermuthigten mich, auszuharren, so daß, wenn selbst meine aufrichtigen Bemühungen mißlingen sollten, wir wenigstens die Genugthuung haben mochten, zu wissen, daß wir unsre Pflicht, wenn nicht erfolgreich, so doch gewissenhaft erfüllt haben. Von. dem Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten, mit .Empfehlungsbriefen 7 an Mr. Odo Ruffel, den Attache Sei . Ihrer MajMt/Gesandtschast in Flö^ xenz, der aber in Rom wohnt--ausgestattet,: setzte üch mich unmittelbar nach meiner Ankunft in dieser Stadt in Verbindung mit Mr, Ruffel, wel.che.mfch fürffeine-beständige Zuvorkommenheit, und ausgezeichneten Dienste während meines längeren Aufenthalts in -Rom, den ich in Wahrheit als eine lange Kette von. Ungewißheit und Besorgniß bezeichnen kanntief: verschuldet bin. 7 7 Auch meinem geschätzten Freunde,- Mr.stursheedt, bin ich für seinen Rath, und seine Hülfe, welche er mir stets auf die freundlichste Weife -zukommen ließ) sehr verpflichtet. .- .0; Mein erstes Bestreben war, eine Audienz beim Papste zu erlangen, und als Repräsentant des Boarä die Vittschrift in seine Hände - zu legen, und - mich um Gewährung der barin enthaltenen Bitte eifrig; zu: bemühen; die Einführung-schien mir, ätn befttzlndurch die Vermittelung von Mr. Odo -- Ruffel: bewerkstelligt werden zu können. - 7 . . -- - . Ich bedauere indessen, sagen zu müssen, daß: seine Bemühungen sowohl als die weinigen, sich als ganz fruchtlos erwiesen; es würde zu Nichts dienen, Ihnen die Gefühle von Hoffnung und Entmuthigung zu beschreiben, welche abwechselnd erhebend öder niederdrückend auf mich einwirkten. . > - ,7; , . Am 12.. April benachrichtigte Mr. Oho. Ruffel, daß in einer Unterredung, welche er mit Cardinal Antonelli gehabt habe, Seine Eminenz verweigerteauf den Gegenstand einzugehen, indem er sagtepaß es eine „closed question, eine abgeschlossene Sache sei", und theilte mir ferner mit, daß. er von Seiner Eminenz an dm Monsignor Pacca, den päpstlichen Maestro di Camera, oder an Monsignor Talbot verwiesen wäre, um von Seiner Heiligkeit eine Audienz für . mich zu erlangen, aber daß Seine Eminenz hinzugefügt hätte, er hielte es für diesen Augenblick für sehr schwierig. Mr. Ruffel wandte sich zunächst ay Monsignor Talbot, welcher ihn versicherte, paß der einzig mögliche Weg sei, mich schriftlich oder persönlich an den Maestro di Camera, Monsignor Pacca, welcher im Vatican wohnte, zu wenden; Monsignor Tachot glaubte, ,daß der Papst mich empfangen würdebetrachte aber die Angelegenheit ebenfalls als erledigt Mr. Ruffel sagt in einem Briefe, der mir diese.Nachricht mittheilt: „Ich fürchte, Sie hatten nur zu. Rechts als Sie. sag-, ten, daß unsere einzige Hoffnung in dem großen Gpttz