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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-09-05 · Heft 37 (5.9.1859) · p. Seite 532

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 37 (5.9.1859)
Date
1859-09-05
Page
Seite 532 (sequence 6)
Language
German
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militärische und diseiplinarische Haltung ausgelassen. Es kann diese Belobung aus so hohem Munde unsre Jünglinge nur anfeuern, sich auch fernerhin um die Anerkennung ihrer Vorgesetzten, deren Berichte diese Zufriedenheit am allerhöchsten Orte bewirkt haben, eifrig ft zu bewerben. Magdeburg, 29. August. (Privatmitth.) In diesen Tagen hat auch die Königl. und Universitüts-Bibliothek in Königsberg sich unter die Abonnenten des „Instituts. zur Förderung der israel. Literatur" aufnehmen lassen, und wird derselben auf ihren dringenden Wunsch noch ein vollständiges Exemplar der früheren Jahre angeschafft. — Wir nehmen Veranlassung, unsere jüdischen Schriftsteller aufmerksam zu machen, auf die Titelblätter ihrer Schriften doch nicht „Mitglied der deutsch-morgenländischen Gesellschaft zu Leipzig-Halle" zw stellen, selbst wenn sie dies sind. Bekanntlich kann Jedermann gegen 5 Thlr. jährlichen Beitrag Mitglied werden, wofür er ein Exemplar der Zeitschrift der Gesellschaft erhält. Es ist dies ganz so, wie man gegen 2 Thlr. jährlich Mitglied deS „Instituts zur Förderung" der israel. Literatur" wird. So achtbar und bedeutend daher auch die deutsch-morgenländische Gesellschaft ist, so ist es doch keine Auszeichnung und Würde, Mitglied derselben zu sein, und sich so auf dem Titelblatte eines Werkes zu bezeichnen, kann leicht für Eitelkeit und Windbeutelei ausgelegt werden. Trzemeözno, 23. August. (Privatmitth.) Die Idee einer „israelitischen Bibelanstalt" und der Beginn ihrer Verwirklichung schon muß den Herren Missionären einen gewaltig derben Schlag beigebracht haben, was aus de.m Umstande schon deutlich erhellet, daß sie jetzt ganz auf den Jahrmärkten öffentlich feilbieten, schön gebunden, mit Uebersetzung für 1 Thaler, und ohne Uebersetzung mit 12 Sgr. verkaufen. Von denselben Herren findet man auch die neuen Testamente in der rabbinischen oder der sogenannten jüdisch-deutschen Schrift edirt, welche den Zweck zu haben scheinen, ihnen in den Häusern der Juden Eingang zu verschaffen; und-nicht selten geschieht es, daß diese von Seiten, jüdischer Kinder als schöne Historien, wie es erst kürzlich der Fall hier war, durchlesen werden. Um ferner ihre Werke, selbst die kleinen biblischen Geschichten mit Stahlstichen von Calw, zu verbreiten, ertheilen sie in ihren; Misstonsschulen. jüdischen Kindern nicht nur unentgeltlichen Unterricht, .sondern lernen auch mit ihnen Hebräisch, allerdings, mit ihrer Uebersetzung, und halten diese Kinder sowohl mit ihren deutschen und hebräischen Bibeln, als. auch mit allen anderen nöthigen Schulbüchern frei. Nebenbei verdient auch erwähnt zu werden, daß unsere Nachbarstadt Gnesen, trotz ihrer fünfclassigen jüdischen Elementarschule, eine Missionsschule hat, welche von vielen israelitischen Kindern frequentirt wird, weil ihnen da der Unterricht wie die Lehrmittel gratis verabreicht werden, und geschieht dies um so mehr von-den ärmeren Claffen, denen von Seiten der Gemeinde.diese Lehrmittel nicht gereicht werden. Leider wird diesem Uebel nicht so leicht abzuhelfen sein, da dieses an gedachtem Orte schon Jahre lang Wurzel gefaßt hat. M. Hurwitz, Lehrer. O esterr eich isch er K a i serstaat. - Horie, im August. (Privatmitth.) Die' jüngsten Nummern der Tagesblätter brachten uns die erfreuliche Nachricht von den Auszeichnungen, die viele unserer Glaubensgenossen in der militärärztlichen Branche von Sr. Majestät unserem erhabenen Monarchen erhielten.. Unter, diesen finden wir auch den rühmlichst bekannten k. k. Stabsarzt in der Armee vr. Simon Hirsch, Sohn unseres unvergeßlichen, in Gott ruhenden Vorstehers H. D. Hirsch, der mit dem Ritterkreuze des Franz-Josefsordens decorirt wurde. Wir freuen uns, daß die Verdienste dieses nur der getreuen Pflichterfüllung und der ärztlichen Wissenschaft überhaupt lebenden anspruchslosen Mannes gewürdigt und von allerhöchster Seite belohnt wurden; wir freuen uns doppelt, daß wir in diesem Beispiele aßekmals einen Act der confessionellen Gleichstellung erblicken, die überhaupt in unserer Armee energisch durchgeführt zu werden scheint, .wovon zahlreiche jüdische k. k. Officiere ein lebendes Beispiel geben. Mögen die jüdischen Jünglinge, die den österreichischen Waffenrock in Ehren tragen, hierin eine laute Mahnung finden, ihrem Väterglauben eben so unerschütterlich treu zu bleiben als ihrer Pflicht gegen das Vaterland; dem Verdienste wird früher oder später denn doch seine Krone zu Theil. Die in Lyck erscheinende hebräische Zeitschrift „YJMh" brachte vor einiger Zeit einen geharnischten Artikel aus der Feder eines russischen Rab-

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