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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-09-05 · Heft 37 (5.9.1859) · p. Seite 531

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 37 (5.9.1859)
Date
1859-09-05
Page
Seite 531 (sequence 5)
Language
German
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liegender Schrift an> daß er sich von den gegenwärtig besonders laut gewordenen Schreiern nicht hat beirren lassen, und dieser Richtung feine Aufmerksamkeit schenkt. Eine der Hauptschwierigkeiten für solche Bolksschriften ist die rechte Form zu finden,' in welcher fie der Masse am ehestennahe kommen, fie anzuziehen und zu fesseln vermögen. Die beiden am nächsten liegenden Formen find da die Betrachtung und die Rede einerseits und die belletristische andererseits. Aber die erstere hat den Nachtheil, daß der gegenwärtige Mensch wenig zu abstrakter Betrachtung geneigt ist, und daß daher sogenannte Erbauungsschriften mehr auf den Bücherbrettern als in den Händen des Publikums Platz finden; denn der Ton dieser Schriften ist noch dazu zumeist ein langweiliger und das Thema in längst gewohnter Weise noch einmal abspinnender. Was die belletristische Form betrifft, so hat fie gegenwärtig für das Publikum unstreitig den größten Reiz; aber sie verliert sich zu leicht in die bloße Erzählung oder in das Genre und faßt selten ihre Aufgabe tiefer auf. Die vorliegende Schrift gehört nun zwar zu der ersteren Art; aber der Vers, hat vor Allem die Kurze ins Auge gefaßt und dehnt jede seiner Betrachtungen nicht über vier Druckseiten hinaus. Jede dieser Betrachtungen schließt sich an eine der 54 Sidroth, hebt einen Gegenstand oder einen Satz aus der Sidra hervor, und behandelt in mannigfaltiger und rascher Weise. Dabei, ist die Sprache höchst lebendig und eindringlich. Wir halten daher dieses Werk für ein sehr empfehlenswerthes. Es wäre sehr vortheilhaft,:-wennjeder Familienvater in.seinem Hause, jeder Lehrer ,seinen Schülern am Sabbath eine solcher Betrachtungen yortrüge. Wir verkennen allerdings nicht, daß der Verfi Hier und da noch fehlgegriffen, den Ton etwas zu hoch; und den. Gegenstand zuentlegene gewählt hat, daß die Sprache nicht immer corrcct und die Auslegung des Schriftwortes bisweilen gesucht ist; allein dies ist im Ganzen seltener der Fall. Wir wünschen daher, daß der Verf. recht bald Veranlassung habe, eine zweite derartige Sammlung anzustellen. Zeitungsnachricht e«. Deutschland. ' Äuö Bayern, < Ende, August. (Privatmitth.) Seit meinem letzten Berichte; hat sich die Weltlage, wesentlich verändert, und so mancheschöne Hoffnung, ist ins Wasser gefallen. Wir hatten, seitdemrauch einen außerordentlichen Landtag. Unserer Glaubensgenossen geschah mit keinem Wörtchen Erwähnung, so nahe dieS auch bei der Adreßdebatte gelegen. Am Ende haben unsere Alten recht, wenn sie behaupten: Es ist gut, wenn man nichts Hort. Die „Junggermanische Gesellschaft" hat bei ihret Versammlung am 20. d. M. in Nürnberg, auch beschlossen: „Die Germanische Gesellschaft stelltdie allgemeinste religiöse Duldung als Grundsatz auf. Jede confessionelle Beeinflussung der nationalen und sonstigen Zwecke ist ausgeschlossen." ES ist dies auö dem; Grunde erwähnenswertst und nicht ohne Bedeutung,; weil in dieser Versammlung nicht nur sehr viele deutsche! Staaten, sondern auch so ziemlich olle Stände vertre-! ten waren. Bei den in meinem Jüngsten ausführlich bespro-! chenen Verhältnissen verdient es besondere Anerkennung, daß der Rabbiner Dr. Fürst in Bayreuth die . Bewilligung zur Vorbereitung von Schulaspirantett; in den Realien und Religionsgegenständen nachge- I sucht und auch erhalten hat. Eben so hat in Unterfranken selbst, unstreitig einer der tüchtigsten Lehrer, Blümlem in Unsleben, eine Anzahl Zöglinge angenommen, um sie für ihren Beruf auszubilven. Wir wünschen beiden lobenswerthen Unternehmen v'onHer-; zen Glück, und empfehlen ste jenen Eltern, die ihre'; Söhne dem Schulfache bestimmen, zur besondern Berückstchtigung. R. Preußen. Berlin, 29. August. (Privatmitth.) Die Angelegenheit des jüdischen Lehrerseminars'nimmt einen erfreulichen Fortgang. Am 24. Oktober o. wird dieselbe mit zehn Zöglingen eröffnet, die vorerst eine Claffe bilden werden. Die Anstalt hat vom Ministerium daS' Recht erhalten, daß ihre Zöglinge nach unter'Vorsitz eines Königl. Schulraths geschehener Prüfung durch das EntlassungSzeugniß der Anstalt als vollberechtigte Lehrer fungiren könnend em Recht, welches' dem Lehrerseminar zu BreSlau noch nicht zugestanven ist. Berlin, 29. August: (Privatmitth.) Bei Gelegenheit der Demobilistrung hat Se. Königl. Hoheit der Prinz-Regent auf der Parade vor den versammelten Officieren sich sehr belobend über die Soldaten jüdischen Glaubens; ihre sittliche Führung, sowie ihre

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