Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 36 (29.8.1859)
- Date
- 1859-08-29
- Page
- Seite 516 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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ben dem Züdenthum nicht anders, als 'dem Christenthum einwohnen. Er erkennt mit Freude an, daß die specifischen „Absonderungsschroffheiten" beim jetzigen Juden abgeschliffen find, „die annoch bestehenden aber - als.zu dem religiösen Leben gehörig -für die bürgerlichen - und .gesellschaftlichen Beziehungen als durchaus - ungefährlich ' und unschädlich erscheinen" ' Erschließt-hier mit-den. Worten : „Und endlich, wer gerecht - seinwill-der? wird, es offen eingestehen' müssen: daß es sicherlich nicht, an dem Juden, nicht an feinen Wünschen,- nicht an seinem Streben und Trachten gefehlt hat, nicht an diesem gelegen war, wenn jene von der Gemeinsamkeit der Interessen ihn ausschließende Scheidewand nicht schon längst? durch nach den mannigfachen-Seiten und Richtungen des gesellschaftlichen Verkehrs , des bürgerlichenund Berufslebens für ihn geöffnete Beziehungen und Berührungen so weit verwittern konnte,? daß die Arbeit eines einzigen Tages hingereicht hätten umsie vollends wegzuräumen, -sie von ihrem tausendjährigen Standorte spurlos verschwinden zu machen." Nichtminder, erkennt der Verf. den segensreichen und patriotischen-Einfluß der Juden im-Kaiserstaate an, und folgert daraus, welche große Vortheile dem Staate und der Gesellschaft erst entsprießen würden, wenn man den Juden die vollen bürgerlichen Rechte eingeräumt hätte. Er fordert daher mit dem größten Nachdrucke die Verwirklichung der Gleichberechtigung, für die Israeliten, und fordert dieselbe ohne Verzug. Er sieht in ihrer Gewährung eine Bürgschaft mehr für die Festigkeit des Staates, ein starkes Band mehran dey Kaiserthron. Volle Gewissensfreiheit,- volle staatsbürgerliche Berechtigung erscheint ihm als unumgängliche Forderung der wahren Religiosität und der wahren Politik. So.wie wir. dem Verf. den aufrichtigsten Dank für. diese Darlegung sagen, so wünschen wir auch seinen: Worten Verbreitung, Berücksichtigung und Verwirklichung nach? allen Seiten hin. . -? Wie israelitische Dibet-AnstaLt. Spenden zur Stereotypirung hebräischer Und hebr.- deutscher Bibeln: H. B. M. in B erli n 10 Thlr.; I. Kornfein in Ob er warth 2 G. B. R.; Rabbiner Gunzenhauser in Buttenhausen: von - -sich selbst 1 Fl., den Kirchenvorstehern 1 Fl. 37 Kr., S. Höchstetter «en. 30 Kr.,'Lehrer Löwenthal, I. Adler, M. Adler sem je 24 Kr., von Mehreren zusammen 6 Fl.-2 - Kr.,: zusammen 10 Fl.' 21 Kr.5. Thlr: 27 t/2 Rgr.; N. Landes,. Lehrer in Bolechow, 13 Ngr?; Heinrich Marc'use in Posten. 3 Thlr.; L: M. Levy , M. G r a up'e, B: Pi nn er, B. G r a up e, - gesammelt m Birnbanm. 37 Thlr. —- Gesammtsummer 2006 Thlr. 13 :Ngr. . -----; Zeitungsnachrichten.^ "; Deutschland.; : Stuttgart, 4. August. (Privatmitth.) Heute wurde hier die 300jährige Gründung der württeM bergischen Volksschule feierlich begangen.: Auch israelitische Lehrer betheiligten sich an der Feierst namentlich Herr Alerander Elfä ßer in Iebenhausen der einen hübschen poetischen Toast ausbrachte, welchen -auch das hiesige „Neue Tageblatt" - veröffentlicht. Wir theilen ihn im „Jüd. VolkSblatt" > mit. - Hamburg, 16. August. (Privatmitth.) Hier hat sich ein st,Verein zur Placirung israelitischer Gewerb- und Handelsbefliffenen" gebildet. Die Schwierigkeiten, die sich dem religiösen Israeliten beim ersten Eintritt ins gewerb- oder geschäftliche Leben entgegenstellen , und die dadurch immer mehr um sich greifende Entheiligung des Sab^- baths und der jüdischen Festtage'gaben Veranlassung zur Begründung des oben benannten Vereins, der sich die Aufgabe gestellt hat, zunächst jungen Leuten zur unentgeltlichen Erlangung eines Engagements behülflich zu fein, durch das sie in Beobachtung der Feiertage nicht gehindert werden und ferner nach Maßgabe 'und Zunahme seiner Kräfte auch unbemittelten Lehrlingen nöthige Unterstützung zuzuwenden. Es liegt auf der Hand- -daß-die Bestrebungen des Vereins von nur geringem Erfolg sein könnten, wenn sein Wirken sich auf den hiesigen Platz beschränken würde; er muß deshalb auch auf anderen Plätzen nicht allein Vakanzen aufsuchen, sondern auch Männer, die vermöge ihrer Stellung- und ausgesprochenen Gesinnung ebew sowohl befähigt als auch geneigt wären, seine Bestrebungen zu fördern und zu-unterstützen. - ' r ,; , Aus Unterfranken, im August. (Privatmitth:) -Folgendes' Rescript, welches vor einigen Wochen den