Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 35 (22.8.1859)
- Date
- 1859-08-22
- Page
- Seite 505 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3226147-3226183--17943-3246882- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
; WM> 7>: August. : (PnvgtmitO.) -Als der Kaiser seinen' Völkern verkündete,. daß der Friede. g sen. ist, brachte :er nebst der ^traurigen Kundedes Verlusteseiner schönen: reichen -Provinz auch die freudigeNachricht: die Reformen-nachJnuen,werden jetzt in-j größerem jMaßstabe vorgenommen werden. ... Wie sehr- - sich auch feindliche -,Stimmen.: bemühen mögen, die Ansicht - zu verbreiten,: es-.werde. nun Alles beim Alten bleiben, so glauben wir zuversichtlich,:waß wie Thatsachen-diese Stimmeu^ügen strafen werden. Was MUN-auch won her sogenannten- „Störrigkeit" Oesterreichs sagen mag, die Lehren der letzten Zeit waren zu eindringlich, alsdaß manshrer so leicht vergessen könnte. Das Wort des Kaisers, dessen Ritterlichkeit selbst sein ehemaliger Gegner; anerkannte,, wird eingelöst werden. Gestatten Sie mir-.zur.Klärung einiger der wichtigsten Fragen Gesichtspunkte aufzustellen. rf i > Zu diesen gehört die c o n s es st on e l l e.. Als das Concordat in der offieiellen. „Wiener Zeitung" erschien, brachte-das'Abendblattwieser Zeitung vom selben Tage einen Artikel, worin es -heißt: - „Die Gleichheit vor dem Gesetze, das über-Alle sich erstreckende gleiche bürgerliche Recht, die^.Unparteilichkeit der-in entscheidenden: Kreisenvorwaltenden Anschauungen,? endlich die ungehemmte Feststellung ihres (aller andern religiösen Genossenschaften des Kaiserstaates) Organismus und der Schutz für dessen Bestand, giebt ihnen genügende Garantien .eines ruhigen.Fortbestandes in einer ungetrübten. Entwickelung.. - In -jüngster- Zeit, hat die „Wiener Zeitung" wieder mit Bezug auf die Juden ausgesprochen, „daß die Regelung der. staatsbürgerlichen Verhältnisse der Juden in nicht seiner Zeit und. in jenem Geiste-des Fortschrittes und. der Humanität erfolgen werde, welche die^Gesittung, unseres -Jahrhunderts kennzeichnet". - ,,-Bewachten.,- w.i.r - nundie Verhältnisse der Juden im österreichischen. Kaiserstaate.etwas -genauer. . Welche Fehler auch der Jude haben mag irwelcher Mensch und welcher Volksstamm ist frei; von, denselben? — so können ihm zwei Tugenden, die wir. zunächst hier hervorheben wollen, nicht abgesprochen werden,. und wiese sind : geistige- Begabung und.patriotischest Gefühl-. .Wenn, der. Jude heute noch sein Gesicht: nach- Osten wendet und mit, Wehmuth;an. Jerusalemdenkt,/ seine Hingebung und seine Opfer an Gut, Blut- und . Leben gelten - seinem wirklichen~ Vaterlande, wv!wie-Wiegeseiner Kinder steht iund wie Grabep fei* ner Väter, sind^ Wenn-dieses noch-gewiesen werden s-.We,.so-7hätte-wieses,.''-ieneueste Zeit zur Genüge ge-? than. . Hüben und. drüben haben die Juhen gezeigt, daß sie, frohen Muthes das Theuerste für das Vaterland hinzugeben bereit sind.. - Die. Begeisterung und mit dieser die. Opferwilligkeit - und Freudigkeit wachsen indem Maße, je mehr die Thatsachen beweisen, daß der Jude wirklich, ein Vaterland hat.^- . - Es ist nun keine Frage» daß.Oesterreich:das.Land der.Nationalitäten» welchej leider osi feindlich sich gegenüberstehen, eines Mediums.bedarf, um die zerstreuten' Gliederzu verbinden. . . Der Grundsatz -chviäe et imxera hat sich selbst gerichtet.. - Der: Persuch,, dem Gewicht ein Gegengewicht zu.schaffen, ist mißlungen. Böswillige- Zungen haben, bekanntlich, behauptet, der Minister Graf Stadion habe.wie Ruthenen schaffen wollen. Wir glauben, Oesterdeich hat esbisher verabsäumt, die Juden zu seinen politischen. Zwecken zu gebrauchen.: -, Die - Juden würden; am besten sich ^eignen, Propaganda für Oesterreichjm Innern, des Reiches zu machen, denn sie sind am meisten geeignet, die Gegensätze zu vermitteln. ... Man glaubte lange Zeit, daß wer Adel durch seinen Einstuß, durch seine bedeutenden Mittel diese Mission übernehmen..werde. Ohne im Entferntesten die Verdienste des Adels in Frage stellen: zu wollen,-Khno zu. verkennen,> wie derselbe; in der Zeitder Gefahr.fstr. das Vaterland einstand, so ist doch, nicht zu-läugnen, baß:: er mannigfach den Hoffnungen, und.-- Erw.arD.ngen nicht entsprach. Wer hat-die Empörung in dem Lombardisch-Venetianischen geschürt?; 7-^^D.ie Nobili.. Wer grollt in Galizien und -schmollt , in Ungarn? --7- Der Adel rc. Es wärenun,-des Versuches -mindestens werth, einen weitern Vermittler zu suchen, und eine Million Seelen ist eine respectable- Zahj^^ Wir glauben, daß wer.Jude,um so mehr zu dieser Mission fähig ift; weil er äe Moto mit dem Bauer in steter Verbindung'dv^mE'öem. Adel bedeutende Cvnnerionen hat.' In Rußland scheint' bt?efe Ansicht in maßgebender Weise " bei den neuesten Gefetzdn mitzüwirken. " 1; :r'. :i;7 Versuchen wir es nun, Lie einzelnen Punkte festzustellen, auf welche wix definitive Regelung der jüdischen Verhältnisse Rücket zu nehmen hat. ' -' - ' - - - : - ./ . W ' ,a* Wien, 10. August., (Pttvatmittl).). :Das neueste Heft, -des „Hechaluz" hat mjjh mjf wahrhafter -Bf-