Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 33 (8.8.1859)
- Date
- 1859-08-08
- Page
- Seite 480 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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richtartLteingeistlvsen Mechatiismus/aüs, und war höchstens - darauf 'angelegt/ dien oft gar nicht urteilsfähigen Eltern zu gefallen, wodurch wenigstens bas „Bleiben" des-Lehrers gesichert war. >' Daßdie'Volksschule auch erziehet müssefiel den jüdischen Lehrern am allerwenigsten ein. Entgegne man Wir ja-nicht; daß trotz dem Allem die jüdischen Volksschüler^-besser Nzögen die Schule verließen/! als die^ christlichen!-MKg diesauch wahr sein, so istes ebeü nüb^ein Beweis Mn ber -erziehlichen Kraft der-heiligeN Schrift,- die stets eistigbetrieben ward. ‘ Wie mit einem Zaüberschlag hatte aber die erwähnte hohe Verordnung', -so wie in ihrem Gefolge der wohl durchdachte allgemeine-Schulplan die Scene geändert. Strebsam griffen -die Lehrer" nach dem- Gebotenen ,' Jeder sich selbst bildend/ um-Andere'bildet zü sönüen.' SchaärenweiseiMlteN sie zw den prövisorischen Prüfungen, ermuthigt und unterstützt von den erwachten Gemeinden, von den bessern Aussichten für die Zukunft in ihrem Vorhaben gestärkt. Schon in diesen Wirkungen, zeigte sich der heilsame Einfluß der neuen Schulordnung. — Ohne nun auf das Einzelne -des Schulplanes einzugehen;Memerke ich, daß ihm gemäß der sämmtliche Unterricht in der Volksschule auf die Lesebücher fußt. Nicht nur das sprachliche und sachliche Element, sondernauch die moralische und religiöse Bildung wird von denselben getragew' Begreiflicher Weise mußte 'also in den für christliche Schulen abgefaßten Lesebüchern Vieles zum Gebrauch für jüdische Schulen geändert werden. Dies gilt vorzüglich von den Stücken i .ethisch-religiösenn Inhalts unddensprachlichen Hebungen/- da letztere oft -Gelegenheit - geben /' auf die religiöse.'und sittlich^-Bildüngl einzuwirken/ Leider U'Äese Arbeit. nichü in die rechstn^ Hände-sierathen: Mögen -die damit betrautugewesenenuHerren ihre Namen schweben in behaglichem Dunkel noch so große Gelehrte sein, für die Schule' schreiben erfordert noch etwas mehr als bloße Gelehrsamkeit. Da tischen sie uns talmudische Erzählungen auf, deren Moralr erst der verzwicktesten Logik zugänglich; da führen ste Gleichnisse an, worin das Verglichene näher liegt-, als das zur Anschauung benützte Bild; bei den Haaren'herbeigezogene Witze geben sie für Moral, aus , ganz nach Art der nunmehr zu gangenen ■; alten Derasch oth - seligen AndeükeNs. Und' das' Alles in einem- Styl, einem - Styl!'— Wie wenn man nach! einer angenehmin Fahrt auf der- Miferstraße'plötzlichauf einen Knüppeldämm geräth, so> plumpt - und -hol-' tert die Rede peinlich Mher/ Beispiele stehen die Hunderte tzwWebüie/' ^ochf'ftieN'Wigiffui?diejenigen LM/eingeschallel, denen die Bücher 'nicht vorliegen. " ‘ci" In dem Lesebüche für die iste Classe heißt eS In''einer- Erzählung von Rabbi Akiba: ,;Wer hat, stägte er, diesen Stein sd ausgehöhlt?' — Die täglich darauf fallenden Wassertropfen, erhielt" er'zur' Antwort. ' Vermag das Wasser „dieser weiche (!) Kiwher/MWM bei sich,' den harten Stein' auszühöhlen/ warum nicht auch die kräftigen Worte der Götteslehre mein Herz zu erweichen im Stande sein?"'— Ferner daselbst in der Erzählung vpn Möses: „Sinnend über das harte Schistsal seiner in Aegypten schmachtenden Brüder,saß % emst gestützt auf seinen' Hirten stab, d e n der Urach uMdäA bei seinem Sch e i d e n aus dem Pürädi ese äls Eri n n e ru n g s z ei chen a n ein h in ge sch w u N d e nes paradiesisches Leben von einem Baume' gehrochen, wnd überschaute die' Hedrdö Jethrh's^" '^"2st das nicht-um außer Athem zü kommen?Ünd'das'ist"für 7 —8jährige Kinder geschrieben! ' " / ' Ohne die Leser durchL fernere Citate zu ermüden/ wiÄ man mir eingestehen, daß mein Tadel nicht zu hart war. Verdient es aber schon Tadel, wenn man eine Arbeit übernimmt, der man nicht gewachsen'ist, da hier doch noch der gute Wille entschuldigt, um wie viel mehr muß Nachlässigkeit gerügt werden, und Nachlässigkeit in einem so hochwichtigen Geschäfte/ als die Bearbeitung ausschließlicher Schulbücher ist! — Was Äüderes als die größte, nicht zu entschuldigende Nachlässigkeit lisgt wohl zu' Gründe, wenn man Sätze, wie die so lg enden, in' ein e mS chul b u che füe-israelitisch'^- "Kinder stehen läßt? — Dä heißt'es uüterm Anderm 2tes Lesebuch Mo. 162/„„Habt'Jhr Mdti Blumen gepflückt. . . um den Altar in dewKirche zr? schmücken, die Fahnen zu behängen, und den Weg zu bestreuen? " — 9tö. 165. das.: „und wenn für das heil: Weihnachtsfest Krippen gebaut werden, so vergißt man dasMovs auch nicht dabei." Ebendas. Sprachübung §/ 57.: „Betet und arbeitet, sagt der göttliche Heiland." (!) 'Ferner §v61.: „Jesus macht die Blinden sehend./.'. (!!) Einem jüdischen Mädchen gefallen unter §.155. die ^Erzählungen des Pfarrers von Kirchthal" von Kristof Schmied. Indessen schreitet der Unterricht erfreulich fort. Der jüdisch-deutsche Jargon ist 'großenteils verdrängt; mündlicher und schristlicher Ausdrück wird gefördert, Natur- und Weltkunde gepflegt. Um so betrübender 'ist aber die HMose Verwirrung im speciell jüdischen Fache." Während' mänche Lehrer den Erlaß des k. k. Unterrichtsmini- - steriums d. d; 27: März 1868„wörin angedeütet wird,'