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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-08-08 · Heft 33 (8.8.1859) · p. Seite 475

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 33 (8.8.1859)
Date
1859-08-08
Page
Seite 475 (sequence 7)
Language
German
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4f5 er sich :über bic: Erweiterung unserer' Stadt Und -Mir die.größere Ausdehnung, welche' dieselbe nunmehr ge/ winnt. Wenn. die hiesige Residenz in den letzten Decenn.ien.so bedeutend an Umfang gewonnen, wenn Wohlstand und Reichthüm in; ihrer Mitte sich immermehr verbreiten, wenn Bildung und Intelligenz in ihr in .immer.weiteren Kreisen -Eingang finden, wenn Handel und Gewerbes Künste und, Wissenschaften in ihr gedeihet und MüheN-ufo habe dies/ dessen fti er gewiß/ nrben^MartchKws.andKre^MmstKttdeN''vbvzützjSwÄse-Mer Geist bewirkt, der in jener alten Lehre sich ausspricht, jenerMeistber DÄdung und ToleranzugegM ÄMrSdenkende- /jener! Geist-öder aste Confefstönen ünd-Bekenntnisse als -gleichberechLigt anerkennt Unddeck ed jn auch die Ehre;verdanke, - an', diesem Feste Th'eil nehmen , zu dürfen. -Daß dieser Geist sich immer weiter' und weiter verbreitern muß gewiß jeder Gebildete, insbesondere aber jeder Israelit wünschen, und darum begehe er das heutige Fest mit Freuden. Es kann aber ein. solcher Geist, nur dann bei. der Bevölkerung Ejngang finden, wenn er von.Seiten der Behörden gehegt und gepflegt wird, und wisse er seine Ancrken-' nung dem Magistrate, der fortwährend in diesem Sinne wirke, nicht besser auszudrücken, als wenn er im Pereine mit den- Versammelten der- Spitze desselben , deck Herrn Staptdireetor, ein Hoch aus bringe. — Wie sehr aber, dem Himmel sei Dank,- in Rücksicht auf Toleranz die Zeiten.bei unS.sich geänderthaben, das hat Schreiber. dieses' erst, noch, neulich bei der Durchlesung' von Urkunden, wahrgenommen, die er im'hiesigen Königlichen-Archive zum- Behufe einer Bearbeitungder Geschichte der Juden in Hannover durchgesehen und die er , weil sie von besonderem Interesse-sind , recht halb dem größeren Publikum vorzulegen gedenkt. . . -Ich.benutze diese Gelegenheit, eine irrige Angabe zu..berichtigen, die sich in der jüngsten Correspondenz des vr. 8t-—g. in Prag in diesen Blättern in Beziehung auf die Gründung einer jüdischen Volksschule hierfelbst findet. Allerdings hatte man die Gründung einer solchen Anstalt beabsichtigt; sie ist indeß nichtzur Ausführung gekommen. Preußen. .Stettin- 25. Juli. (Privatmitth.) - Giebt eS im Menschenleben Augenblicke, die durch .ein Ueberm-aß' sroher unduemster Empfindungen über-allen AüSdruG rührend uNb'^ feMtich Gerbest/! 'so'es' diejenigen, in welchen ein treuer ^unb''gMffDäfter'''^hrer ^von seinen Schülern, ein äÜgMeist' g^LehtÄ'üüö' '.geachteter Rabbiner von feister Geckemde'/fichn v'k'rävschiedet, wovon wir hierün-jüngster Zeit Beweise gehabt haben. Bei Gelegenheit des Abgangs Unseres Rabbiners Herrn vr. Meisel als O'bertaMtisr stäch PKh Vereinigte die hiesige israelitisch^' GMMdeschule/ Men Dirigent Herr vr: Meisel 'tzewesLir/ Wen Äfielben mit ihrer lMjAynAm --ffesiÜLch'en'PWüng'' eine Feier, die ebengeführ-t' löokdM 'iß. Naihd'eck' dieselbe sürch Mfäng eingeleitM wurden,und mehrere/ Schüler und Schülerinnen entsprechende- Gedichte vorgetragen und dem Gefeierten , glS Beweis, ihrer Liebe. und Anhänglichkeit v. Humboldts -Kosmos und ein Albumenthaltend Ansichten von Stettin, überreicht hatten, hielt ein Lehrer der Schule einen eben so zweckentsprechenden' als würdigen Vortrag, der von Herrn vr. Meisel aufs, Herzlichste erwidert worden ist. Aber auch viele Gemeindemitglieder, namentlich die'nicht geringe Anzahl persönlicher Freunde deS Herrn vr. Meisel, mochten es' sich nicht versagen, ihm ein Zeichen ihrer Hochachtung in bleibender Form zu geben, und ließen nach Entwurf ustd Zeichnung des Juwelier Wolff hier er-; nen silbernen Pokal bei dem Hosj'üwelier Pollgöld in! Berlin anfertigen und durch eine Tiepütatwn demfelden vor eistigett Tagen überreichest. Der Pokal, iH Fuß' hoch, von. massivem Silber und inwendig stärk' vergoldet, enthält auf dem Kelche zwei Medaillons, ^die von Eichenkranzenumgeben sind. Ans der Flache des einen sind die WivckungSwörte in erhabener/gothifcher Schrift, auf ddr'änderndas Wettiner Stadtwappen ausgeprägt. Auf dem Deckel erhebt sich aus einem' Eichenkranze der preußische Äbler mit äusZebrei-' teten Schwingen, die aufrechtstehenden goldenen Tafeln der 10 Gebote haltend. ' Der Sprecher der Deputation, Herr LouiS Jtzig, hielt an den Gefeierten eine entsprechende Anr'ede und verlas folgenden Scheidegruß, der in einem lithographirten Abzüge und in einen Sackmetumschlag gebunden, demselben überreicht wurde: Ein Mächtiger Strom in heißen Süden zieht, Und wo er fließt, befeuchtet sich das Thal, Auf seinenWogeng'lifitMt Jin, 3n seinen Wellen^ spiegelt flöh das/ Lrmd'.

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