Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 32 (1.8.1859)
- Date
- 1859-08-01
- Page
- Seite 460 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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. 460 durch etwas ungelenk und unlogisch geworden- Möge der Redner fortfahren, ohne Rückhalt auf die Veredlung seiner Gemeinden in jeder Weise zu wirken,- wie er es auf mannigfache Weise bis hierher gethan. — Wir schließen mit folgender Piöce. Der Stadtrabbiner M. Präger in Mannheimein Mann, der in feinem Amte aufs Segensreichste wirkt, ist von vielen Zuhörern aufgefordert worden, eine Sammlung feiner Predigten- -heraüszugeben. Er will Diesem nun Nachkommenindem unter dem Titel „Sabbäthfeier" eine Reihe von-Predigten in-je 30, aber zwanglosen Lieferungen erscheinen soll, von denen jede Lieferung e i n e Predigt enthalte.;! Als Probe -wird ausgegeben: ,-DäS Heiligthum der Religion, Text 2 M. 25, 8., gehalten am S. Theruma 5615 (4. März -1854)", und war dies die Probepredigt deS Verf. zu seinem jetzigen Amte selbst. MitMecht wählte daher der Vers, diese zur Einleitung in seine Sammlung. Er wolltedamit seine Anfickten darlegen, die sich als die der gemäßigten-Reform bezeichnen, welche keinen Neubau - -sondern einen Umbau aus ‘ dem geschichtlichen Judenthume nach dem Geiste und Bedürfnisse der fortgeschrittenen Cultur und des frei gewordenen Israels beabsichtigt. Der Redner legt dies dar, indem er über „die Aufgabe Israels" spricht- „den Glauben in seiner Reinheit und das sittliche Leben in seiner Heiligkeit zu «erhalten." Der^Verf. gehört zu den Rednern, ^die in edler, ruhiger, bemessener Weise den' Hörer sanft überreden, würdig überzeugen.und liebevoll bestärken, ohne gewaltige Erregung,, Schwung und Sturm anzüwendem" Seine Weise ist gedankenvoll und' angenehm in den Wendungen.- Wir - wünschen daher lebhaft, daß daS Unternehmen einen glücklichen. Fortgang habe. , ' ': Magdeburg, 20. Juli. Die Allg. Ztg. d, Jud. enthält in No. .29. einen Artikel von Rabb. vr. Duschak aus Gaya, worin es unter Andern: heißt: „Die Angabe des Herrn vr. Jost S. 300., daß der Wunsch, seine eigenen Kinder zu unterrichten, Mendelssohn wieder auf' das Lehrfach zurückführte, und daß er zunächst für den eigenen Gebrauch eine Ueberfttzung des Pentateuchs verfaßtebewährt sich nicht so ganz. Wohl giebt Mendelssohn diese Intention in einem Briefe u. s. w. selber an , aber er selbst sagt (Werke VI, 452.): Ich. habe ste Anfangs nur für den gemeinen Mann gemacht, finde aber, daß sie für den,Rabbiner noch viel nothwendiger ist." — Mir scheint die 'Behauptung des Herrn Rabb. Düschak gegen Herrn vr. Jost nicht begründet, denn außer in dem - von Rabb. Duschak hier .angeführten, weniger bekannten-,Briefe Mendelssohns, findet sich die Angabe Josts in - Mendelssohns Einleitung - zum Pentateuch, wo er sich doch gewiß zuerst über die ihn leitenden, Gedanken bei seinem Unternehmen ausgelassen, -klar und bestimmt aus-; gesprochen. -Dort heißt es. 'h .">bypn -"nvirs "721 Ü7127- 2^7 u. s. w. Daß eralso, ursprünglich die Ueberfttzung der 5 Bücher Moses für seine eigenen Kinder, unternommen, und nur auf daS Zureden des P71PN lehrers seiner Kinder, des später» Mitarbeiters am-.Commentar und Maffora der 5 Bücher,-Salomo Dubno, hat er sich entschlossen, solche für daS größere Publikum her-, auszugeben. Wenn Mendelssohn aber:in seinen spätern Werken sagt : „Ich habe sie Anfangs nur für, den gemeinen Mann gemacht, finde aber, daß fiefürdenRabbiner' noch viel, nothwendiger ist", - so finde^ich^ hierin eher eine Bestätigung seiner früher ausgesprochenen Absicht, - als. einen Widerspruchs denn was will, das, weiter sagen, .als daß er Anfangs, seine Arbeit für-den des Hebräischem Unkundigen gemacht, gleichviel Erwachsene, Kinder, oder gar seine eigenen Kinder; erhat hier keine, Veranlassung,, dies so speciell zu erzählen, da es ihm nur darauf ankqm, seine später gewonnene Ansicht kund zu thun, nämlich: daß sein« Ueberfttzung nicht nur für den gemeinen Mann, sondern für den. gelehrten Israeliten noch nothwendiger ist, y Nathanson, Cantor und Religionslehrer,- Zeitungsnachrichten, y Deutschland. Aus Bayernim Juli. (Privatmitth.) In -Mitte wichtiger Weltoreigniffe-i die unsere ganze Aufmerksamkeit fesseln, dürfte es doch der Mühe lohnen, -somancho Wahrnehmungen auf jüdisch religiösem Gebiete, die,ich aus einem kurzen Ausfluge nach Unterfrankey gemacht, hier mitzutheilen. Wir treffen dort im Ganzen noch viel Sinn und Anhänglichkeit für das^religiöse Interesse, und. eine gemäßigte Reform wäre, hier nicht nur sehr am Platzesondern fände auch ejnen; .durchaus gesunden Boden, ohne daß; zu fürchten wäre,> mit dem Bade auch daS Kind auszuschütten.. Leider,Hat aber eine Partei sich einen unbegrenzten Minflufi;vtzrschafft,.: die keine Mäßigung kennt- -- die vergißt, Oaß man auch' deS Guten: zu viel th.un kann> die ..nicht bloS daS religiöft -Jntereffe, sondern-: stets -auch-ihren pecuniaren Vortheil im Auge behält-, und da sie in