Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 32 (1.8.1859)
- Date
- 1859-08-01
- Page
- Seite 459 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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m . englischen' Volkesüberhaupt die der -Deutschen bet Weitem übertrifft. ' Auf' der englischen Kanzel herrscht vorwiegend ''der-Verstand vor/ und wie die Engländer überhaupt die Religion mehr in ihren Dogmen Und mit theoretischer Nüchternheit äuffaffen, so ist es vorzugsweise die Demonstr'ätlon, welchevon den Kanzeln widerhallt. Daß dieS 'auch äüf' die israelitisch-englische Predigt Einfluß hat, läßt ' sich votaussetzen und um so mehr finden diejenigen jüdischen Prediger, welche von Deutschland Nach England und 'Nordamerika' verpflanzt werden, den Beruf, die englische 'Predigt durch-deutschen Geist und deutsches Muster zu einer höheren Arisbildüng zu bringen. Wir zahlen unter diese-'den Verfasser der drei vorliegenden Reden, und wissen den Fortschritt, den wir in denselben gewahren, zu würdigen. Nachdem der Redner in der ersten Predigt das Factum - besprochen, und namentlich ihres früheren Mitgliedes >' des bekannten 3üdä Turo erwähnt hat,' stellt er'die Synagoge von ihren zwei Seiten als Bethaus und als ' Lehrhaus - in -eben so klarer, wie ansprechender Weise dar. '' In der'zweiten' Rede/ zur Einweihung einer Synagoge in Mobile gehalten, bespricht er zuerst die Art und Weises wie die Juden'- in Nordamerika sich niederlaffen, Gemeinden bilden und Tempel gründen, und feiert dann die Synagoge in 4 Absätzen als Herd der Gvtteslehre, als Denkmal der Vergangenheit/ als Band der Einheit und Harmonie und als Verbindung zwischen Himmel und Erde. Man steht, daß hier der Redner sich auf ein viel höheres Piedestal gestellt? und seinen Gegenstand aus erhabenerem und umfassenderem Gesichtspunkte ws Auge faßt. Die dritte Rede, an - demselben Platze an dem folgenden Sabbath gehalten, behandelt den „Bund" Gottes mit Israel, in-seinem Charakter als Vertrag , in seinem Zwecke die freie und bewußte Unterwerfung des Geistes und seinen Wirken und Segnungen. —^ Wir schließen hieran „Trende Prdedikener holdte i Synagogen , udgiveN i Anledning af dens 25 aarige Jubiloeum, Loverdag efter Paäskefesten 5618 (den 10de April 1858), af Vr. A. A. Wolfs. Kjobenhavn:" Wir sind der dänischen Sprache nicht so weit mächtig-, Um ein Urtheil über die vorliegenden drei Predigten zu haben. Allein der Redner besitzt einen so 'begründeten: Ruf als einer unserer tüchtigsten und bewährtesten Prediger,-daß wir hier nichts weiter zu bezwecken brauchest/''als auf das Vorhandensein'dieser Druckschriften aufmerksam zu machen. Dieselben erschienen zur Feier des 25jährigen Jubiläums der Synagoge'in Kopenhagen/ an' welchem' Tage die letzte dieser drei Predigten gehalten wurde/ während ldie erste am -Osten und ' am Listen Jahrestage der Einweihung gesprochen worden ist. Wir würden uns freuen/ einmal, wiedereine, deutsche Gabeder glänzenden Beredtsamkeitunseres verehrten Eollegen entgegenzunehmen. — „Festrede über Psalm 20, am Geburtstage Sr. Maj. des Königs Friedrich Wilhelm IV., mit Bezug auf die Uebernahme der -Regentschaft Seitens Sr. Königl. Hoheit'des Prinzen von. Preußen , gehalten am 15. Octvber 1858 lin der Synagoge zu Pr. Stargardt von H. Lefser, Rabbiner." Die Gegenstände diel ser Rede: waren für den preußischen Israeliten bedeutsam ■ genug, um ihnen von der Kanzel herab ein eindringliches! Wärt zu widmen. Der Redner that dies mit innigster Wärme des Gefühls, mit einem so beredten Ausdruck, dass man es ihm sofort anhört, wie dies nichts Gemachtes ist, sondern aus einem wärmen, patriotischen Herzen fließt. Die seitdem'bezeichneten Tage verflossene Zeit hat gelehrt, daß die Erwartungen^ und Hoffnungen , die der Redner, aüsspricht/ nach vielen Seiten Hin-in ^Erfüllung, .gegan*. ,/Israels Nationalcharakter.in seiner Licht- und Schattenseite betrachtet. Eine Homilie. Von vr.M. Zipfer, Oberrabb: zu.Stuhlweißenburg. Pefth 1^57.'" Der, Titel -besagt zu viell Dennes. find vielmehr nur einige Charakterzüge des jüvischen Volkes, welche der Redner her-, vorhebt, die aber noch länge nicht ein Gemälde von „Israels Nationalcharakter" bieten. Wenn von der einen Seite, die Wohlthätigkeit/' das Familienleben, die Mäßigkeit, der Abscheu gegen schwere Verbrechen und die Aufopferungsfähigkeit für die Religion gezeichnet werden, soh weist der Redner von der ändern auf den" Mangel? an - aller Unterordnung, an aller! Anerkennung. einer; Autorität nach innen, und auf die Verleumdung aus -eigener Mitte alias die T>elatoren oder die Denuncianten, die zum Unglück^JfraelS sich immer in seiner Mitte gefunden haben. Es läßt sich hierüber viel sagen , und wir selbst haben, namentlich" in Oesterreich, zw viel unter dem letzten Mißstand gelitten, als daß'wir dem Redner Unrecht geben, ja nur verübeln könntest, daß er darüber gesprochen.. Wir wissen, daß der Vers, die Predigt' meist nur deshalb in den Druck; gegeben hat. um sich zu rechtfertigen, weil man auf dieselbe das Lasters welches sie rügt, allzusehrangewendsst. Hat. Aber soll die Mische Predigt nur „unterhaltend oder gar ,/amüstrm"? soll sie nicht dem Volke-iWarnuug und Mahnst ntz 'zuwenden? - Wen ^es "juckt/ der' kratze sich;; wer sich ftei'fühlt , ' der schweige. Dir-Predigt hat übrigens von der einen Seite das Verdienstliche, mit vielem Scharfsinne eiste Menge Midraschim And Tertstellen auszulegen und zu verarbeiten, wenn - sie auchhon der andern, gerade ha?