Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 32 (1.8.1859)
- Date
- 1859-08-01
- Page
- Seite 456 (sequence 2)
- Language
- German
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daß eine Nation niemals ihre Selbstständigkeit, ihre Freiheit durch einen Dritten .erlange, sondern nur tiefer sinke, wenMsie^fie durch das Schwert eineSMndern>zui erwerb,enHsucht> / ' Wir brauchen^nicht^nachzuweisehl^wie sehr sich diese Worte bewährt haben, wie sie nach jeder Ente hin die volle und ganze Wahrheit vorausgesagt. Um so verdammenswerther ist der Krieg! Um so nachdrücklichewdringt WHtimmeDerMligionFder wah-' ren Civilisation durch, welche den Krieg als ein ihrer unwürdiges, ihr zuwiderwirkendes Mittel der Leidenschaften^ verwirft. Vierzig Jahre des Friedens waren über Europa gegangen. Man hatte sich gewöhnt, die Streitigkeiten der Herrscher und der Völker durch friedliche Verhandlungen schlichten-zu sehen; man fing an, den 'Krieg unter wahrhaft gesitteten Nationen für unmöglich zu halten; man erkannte das Würgen von Menschen, das systematische Morden und Zerstören mit all dem Gefolge von Grausamkeiten und Lasten als pures Heidenthum an, als einer Zeit der Barbarei angehörig, die man vorüber wähnte... Siehe, da war es dem jetzigen Kaiser der Franzosen Vorbehalten, die Welt zu überzeugen, daß dies ein Jrrthum sei; er war es, der 1855 den Krieg in Osten, er, der jetzt den Krieg in Italien entzündete, und damit Europa die Lehre gab, daß die Zeit der Kriege noch nicht vorbei, daß es noch einen Mann gebe, der vor der unermeßlichen Verantwortlichkeit, Hunderttausende von Menschen zur Schlachtbank zu führen , nicht zurückschaudert, und noch ein Volk, das willig fein Gut und Blut hierzu herliefert! H. , , Versetzen wir uns einen Augenblick auf den blos politischen Standpunkt, so ist es Niemandem mehr ein Zweifel, daß eben so wenig der Krimmkrieg auch nur die geringste Entscheidung herbeigeführt hat, wie jetzt der italienische Krieg. Noch ist die Stellung der Türkei in der europäischen Staatenfamilie um nichts gesicherter; noch die Frage der Donaufürstenthümer, die Lage Bosniens und Serbiens, die Verhältnisse Montenegros um keinen Schritt weiter — als in größere Ungewißheit und Verwirrung gekommen. Und ist dies nicht ganz dasselbe mit Italien? Wozu die konsequenten Aufreizungen der . Italiener? wozu die Bundesgenossenschaft? wozu der blutige Krieg, der in einigen Monaten mehr Tausende von Menschen. uyd mehr Millionen an Thälern hinweggerafft, als, frühere Kriege in eben so vielen Jahren? Sind nicht jetzt alle. Verhältnisse in der Halbinsel viel prekärer, viel mehr zu Zusammenstößen, Widersprüchen, Kämpfen geneigt, als vordem? Gilt aber dies schon vom politischen Standpunkte, um wie , viel bittrere wird das Urtheil vom religiös-humanen! Wie^ÄHseE Man^^he^di ^rreg^rvieder^in Eüropa einKWHrtAerÄm bluHieftDRWWenMmKf inßdeDd^nwelt der gesitteten Völker wieder heimisch gemacht, der die Menschen wieder an den Gedanken des Krieges gewöhnt hat, derselbe wagte es, zu behaupten, er komme im Dienste der EiviliWönI! erMinge; demKriHÄmWr civilisatorischen Bewegung willen?! Welch ein Hohn! Seit undenklicher Zeit hat Niemand der Civilisation einen größerwMchtheifM neue, große Hindernisse geschaffen, Heidenthum und Barbarei wieder gestärkt! Der Menschheit von Neuem den Krieg lehren, die Waffen in die Hand zwingen — das soll Civilisation sein! Nein! Dew-rust' MMeligivn^ MMlmMtä^ 'dieMaUhÄ^Ne Gerechtigkeit, die Liebe ihr Nein , ihr dreimaliges Nein! zu.... Fürwahr, es giebt Niemanden, der eine größere Verantwortlichkeit auf sein Gewissen gehäuft hat, und nicht blos die Dreimalhunderttausende, die in der Krimm begraben worden, die Hunderttausende, die in Italien, modern, mögen um sein nächtliches Lager erscheinen, -sondern all die zukünftigen Opfer, welche vielleicht noch aus der einmal wieder erwachten Idee des Krieges den Tod erleiden werden!... ■; Nichts ist sicherer, als daß ein Zustand, in welchem eö von eines Einzigen Willen und Laune abhängt, den Frieden Europas auf lange zu stören, den Krieg zu bringen über die Ländergebiete der Cultur, weder für die Civilisation der N.atihn',1 die^hm. diese^Mächtvöllkommenheit anvertraut hat, noch der Zeit, die ihm sich so zu bewegen gestattet, die nicht einmüthig sich r ihm entgegenstellt, die ihm unter dem Vorwände der „Neutralität" Krieg nach Krieg anzüspinnen Erlaubt; ein starkeS'Zeügniß abgiebk/ Was ist demnach die Aufgabe, die Pflicht der Religion, nachdem der Frieden wieder. zurückgekehrt. . Nichts Anderes, als mit aller Kraft,. mit allem Nachdrucke zu lehren: daß der Krieg, wenn er nicht Vertheidigungskrieg, .rpeny er nicht zur Abwehr eingetretenen oder aufs sicherste drohenden Angriffs geführt, wird,, eine Sünde ist, ein uni so unermeßlicheres Verbrechen; als es unmöglich ist,, die, Grenze .und das Ziel:ahzufthen,l das Maß des Elends im Voraus zu berechnen >vas-er verursacht; . daß,^er Mord 7 ein - Verbrechen - des. Einzelnen, so, dex .Krieg das. eines Staates,^ eines Volkes ist?:: Dies unaufhörlich zu predigen, dieS,-,MzW».üdlich/ zuksinden,. dies l>er.Jugend, einzuflößen/i^ies der.: öffentlichen : Meinung, einzuimpsen,! W zum Maßstqhe derOffentlichen