Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 32 (1.8.1859)
- Date
- 1859-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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23. Jahrgang. P J J g e M J t N £ ... b2 ....»es. ««parteiisches Organ für alles jüdische Interesse. ' . Herausgegeb.en von u :■■■*: Rabbiner I»r. Ludwig Philippson in Magdeburg. ‘ * \ Leipzig, den 1. August 1859. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal,. Montags, und . wird jährlich, .gegen :80 Bogen und darüber in.Quart inel. deS Tüels^ R?. gisterS u. s. w: umfassen. In Gemäßheit deSZiveckeS. derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig.mit 3 Thlr.. für den Jahrgang; — .'1:Thlr. 15 Ngr. für sechs Monate 22>/L Ngr. für das>Vierteljahr angefctzt worden? Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitnngS«Expeditionen nehmen Bestellungen an; der.Hauptspedition' für beide Letztere hat sich die Künigl.-Sächsische .!• i -v. -‘ " Zeitungs-Expedition allhier unterzögen. ' ' Inh alt. Leitende Artikel: Was ist die Aufgabe der Religion nach - dem Friedensschlüsse?— Die israelitische Bibel-Anstalt. — Literarischer, Wochenbericht. ' : . : , Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Aus Bayern, Dresden. Preußen: Münster, Berlin, Breslau, O este rr ei- " bischer' Kaiserstaat:, Wien, aus Galizien, Kapuvar. Frankreich: Paris. Leitende Arli-kek. . Magdeburg, 24. Jnli' Was ist die Aufgabe der,Religion nach dem Friedensschlujsc? -- . Man fagt^ die Religion sei zu viel' Jdealismüs, und fie wirke daher zu wenig auf die reale Welt. * Dieser Vorwurf: trifft 'das Judenthum n i ch t, denn dieses war immer. realistisch < und gerade als das idealistische Christenthum , ^-k wir sprechen hier von „Religiost", nicht von ,>Kirche^5—^ aus-ihmhervorgegangen war,' wurde es im talmudisch^rabbinischen Judenthum um so realistischer. Dev Mosaismus - verlangte duichcnlseinevön der' Religion:'durchdrungene - Gesellschaft - die ^man wiederum irriger Weife init5 der ,- Theokrcitie" oder Wtiestrrhierarchieik: VetWechMl haD' ' ■-'T+ 'v‘r :: Ee Relrgü)n^ll^fich?nicht in dir Händek der mischen--Sthr 'fichtitz:- Sie. soll kein? Partei tchriiftü'/ sie darf den objektiven, allgemeinen Standpunkt nicht verblassen. Aber von diesem aus soll fie allerdings ihre Stimme erheben, soll ihre Mahnung unparteiisch, asser desto eindringlicher laut werden lassen, soll selbst ihre Züchtigung nicht zurückhcrlten. Haben dies nicht die Propheten gethan? Haben fie es nicht im Aufträge des Herrn und im Geiste Gottes gethan? Wie weit wäre die' religiöse und sittlrche Welt zurückgeblieben, wenn 'fie es nicht gethan hätten! Von diesem ' Gesichtspunkte aus haben wir nicht angestäüden, von Beginn des eben BeendigtenKrieges an, die Ansichten. und. Lehren der Religion Israels, darüber äuSzüsprechen."'und'jetzt',"'da er vorüber, halten wir eS für um so heiligere Pflicht für alle wahren Diener und Verkünder der'Religion, ihr Wort darüber vernehmen zu lassen. - V' V'':' : Wir haben es mit dem besondern Factum nicht zu thun, nicht mitden streitenden Parteien , nicht mit Ursache und Wirkung — uns ist die Erscheinung, die Thatsache von ihrer allgemeinen Bedeutung die eigentliche, die größte Wichtigkeit. ' Seit langer Zeit hat sich die Wahrheit eines Ausspruches nicht' so schnell und nicht' so glänzend bewährt, idie 'die zweier Sätze, die" wir gleich nach Deginn des Krieges m diesenPlättern gaben, nämlich: 'daß der Ärjeg^ iii unfern, denvorgeschrittenen^Zeiten der Cüliür ^in keiner'Ärt fegensreiche folgen hade^ daß er die Verwirrung die Zwietracht nur 'in nM 'größerm Äaßstabe, die^ prägest 'nur noch ungelöster 'hinter sich lafse; und zweitens s