Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 31 (25.7.1859)
- Date
- 1859-07-25
- Page
- Seite 448 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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448 weihte, auf dessen gottesdienstliche Ordnung er.zumeist bestimmend wirkte, und an dem er zweiundzwanzig Jahre im Verein mit dem bald nachher berufenen Dr. G. Salomon daö Predigtamt verwaltete. Seine Leistungen auf der Kanzel sind zum Theil durch mehrere im Druck erschienene Bände von Predigten in weiteren Kreisen, bekannt geworden; doch verdienen dieselben ihrem Gesammtinhalte nach der Oeffentlichkeit übergeben zu werden, da sie als die Leistungen eines der nicht blos der Zeit, sondern auch der Bedeutung nach ersten Männern, welche die deutsche Rede auf den israelitischen Kanzeln heimisch gemacht, für die Geschichte jüdischer Homiletik von nicht geringer Wichtigkeit sind. Kley hat begonnen, den Ertrag seiner homiletischen Bemühungen in einer sehr zweckmäßigen Form zusammenzustellen und zwei Bände von Predigtskizzen, die sich auf die beiden ersten Bücher des Pentateuchs beziehen, herausgegeben. Wir wissen, daß es ein Lieblingsgedanke des hochverdienten Mannes ist, auch die drei noch fehlenden Bände Nachfolgen zu lassen, und hoffen, daß jetzt der günstige Zeitpunkt gekommen, um diese Idee zu verwirklichen. Eine andere, nicht minder segensreiche Thätigkeit übte Kley auf dem Gebiete der Jugenderziehung als Leiter der hiesigen israelitischen Kreisch ule, der er bis zum Jahre 1848 Vorstand, und die er durch unermüdliche Thätigkeit und gewiffenhäfte Treue aus Her dürftigen zweiclassigen Ärmenschule zu einer zahlreich besuchten höheren Bürgerschule, erhob, ausgerüstet mit allen Mitteln, um ihren Zöglingen sowohl während der Schulzeit, als auch beim Austritt aus der Schule die möglichste Unterstützung zu gewähren. Kann man. sich wundern, wenn dem Manne von solchen Verdiensten eine öffentliche Anerkennung gezollt wurde? Aber man würde den wohlthuenden Eindruck der jüngsten Feier schlecht verstehen, wenn man sie als eine jener osficietten Huldigungen betrachtete, wie sie wohl hier und dort verkommen. Sie war veranstaltet von ehemaligen Zöglingen der Freischule im Verein mit Schülern und Schülerinnen, denen er einst als Prediger den Religionsunterricht ertheilt hatte, und war der reine Ausdruck der innigen Liebe und Verehrung, die er durch den hohen Ernst, durch hie wahrhaft religiöse Gesinnung, durch die fromme Hingebung an den Beruf der Erziehung den jugendlichen Gemüthern . in, einem solchen Maße' einslößte, daß diese Gefühle hei einer großen Zahl, die bereits ' zu Männern * uyd Frauen herangereist, nicht blos fortdauerten, sondern sogar noch gesteigert wurden.. AuS dieser Gesinnung war schon einmal im Jahre 184.1 eine Feier hervorgegangen, die durch seinen kurz zuvor erfolgten Rücktritt vom Predigtamte veranlaßt wurde, bei welcher man ihm ein zu diesem Zwecke angefertigtes treffliches Gemälde, den Abschied. MoseS. darstellend, übergab. Der 70ste Geburtstag deS verehrten Mannes schien eine erwünschte. Gelegenheit, um demselben abermals einen Beweis der. noch immer treuen Liebe zu geben. Zu diesem Zwecke bildete sich , ein Comite seiner Schüler, auf dessen Aufforderung beträchtliche Beiträge, darunter auch manche ansehnliche Gabe von jenseits deS OceanS her, einliefen, so daß man beschloß, aus diesem Gelde daS Grundeapital einer.humanen Stiftung, die den Namen ,,Dr. Eduard Kley - Stiftung" führen ' sollte, zu bilden, und alle weitern Bestimmungen.dem Jubilar, zu überlassen. Am 10. Juni, als an seinem Geburtstage, begab sich eine Deputation des ComiteS zu ihm, um ihm im Namen seiner Schüler und Schülerinnen zu gratuliren und ihm anzuzeigen, daß. sie sich eine gemeinschaftliche. Feier auf.den 12ten. vorgenommen. Auch Seitens der Tempeldirection wurde er beglückwünscht, und von vielen Freunden und Verehrern durch besondere Liebeszeichen erfreut. Am 12. Juni, dem ersten Psingsttage, war der große Saal der Lesehalle festlich deeorirt und. gefüllt von einer zahlreichen Versammlung der Schüler und Schülerinnen und von eingeladenen Ehrengästen^ Dem Eintretenden wurde eine von dem zweiten Prediger am neuen israelitischen Tempel, Herrn vr. JonaS, verfaßte, bei B. S. Berendsohn Hierselbst erschienene Lebensskizze des vr. Kley mit..einem,.Porträt.desselben...übepgeben. Als der Jubilar unter den KlängenMozart'- scher Musik auf. seinen Ehrensitz geleitet wurde, den eine liebevolle Hand mit einem frischen Lorbeerkranz geziert hatte, bemächtigte sich der ganzen Versammlung ein Gefühl der Rührung, daß durch die Erscheinung des bescheidenen, sichtlich tief erregten Man-^ ' nes erzeugt wurde. Die Leitung des musikalischen Thei- ■ leS der Feier wurde in trefflicher Weise von dem Herrn Piza,. dem Vorbeter am neuen israelitischen. Tempel, : auSgeführt. Nachdem von dem Secretär des Comite S, Herrn G. Tuch, einem auch sonst für humane/Zwecke, vielbesirebten jüngeren Manne, die.Festrede gehalten, und, von dem Vorsitzenden deS ComiteS, Herrn 8.: 1 Gerstenberg, einem hiesigen achtbaren Banquier,,, der