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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-07-18 · Heft 30 (18.7.1859) · p. Seite 427

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 30 (18.7.1859)
Date
1859-07-18
Page
Seite 427 (sequence 3)
Language
German
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dereinstige Vereistigung^, - aller ,Menschen iit: der- AnbMyg deA ^ernzzgeD HotteS, hinweisend, und die Theilnahme. an den, Geschicken seiner Stanmnes.- und^ Glaubensgenossen in. asten. Theile.n-der Welt-eme. gewisse Tendenz.zum Kos-. nMolitißmuszieht, wenner weiß, daß nur von der Verallgemeinerung der Bildung, des Rechtsgefühls und der Menschenliebe unter den Völkern die Besserung und Befestigung seines; Geschickes abhängt, so, geht dies doch au.s den Grenzen rdex Abstraction nicht heraus. 3m Gegen-? theil findet der Jude gerade in der nunmehr, geschehenen AufnDme,^ Haftest... ftineh Vaterlandes, in den ihm nunmehr vollständig und. unbedingt auferftgten^ Pflichten gegen Stadt und Vaterland einen neuen, mastigen Anreiz, fich in das Leben der Nation zu versenken, in alle ihre- Bestrebün^en,' Kämpfe/ Und Ziele) aufzugehdn Und ihnen Mit all stiner 'Kraft' zu dienen. Gerade' Äso' üÄgekehrt find es die wirklichen Verhältnisse, welche den Juden dem- KösmoPolitisuM ab und bet Nationalität sein'eK Ländies züwenvW'lassest) und ihn ckit stärkeren Banden aN das Naierländ fesseln') äw andere 'Menschen. Er hat nicht stllein m i t dein Väterlande zu gewinnen und W berlieren/ sondestü 'auch i n dem VaterläNde noch etwas zü'-'gbwiniten n'nd "zu 'üerliere'n.^ Daher das viel geringere Verhältniß der Aüswänöerung bei den Juden, denen man Loch sonst Beweglichkeit nicht äbsprechen kann, und die durch den Besitz unbeweglicher Güter weniger gefesselt find; ja , die eigenthümliche Erscheinung', daß die Judenselbst aus den Ländern, wo ste gedrückt find , fich nur schwer entschließen, äuszuwandern; daher die außerordentliche Anhänglichkeit für Spräche und Sitte der Länder, in denen'' fie einmalgewohnt, d.' h. der Nationen, denen fie' eiNmM äntzehött) weshalb z. B. die Juden m'Rußland' noch Mcher/ wenn auch sehr verdorben, deutsch) Und in der Türkei spanisch sprechen, so daß wir kühn behaupten können, der deutsche Jude bleibe z: B. in England und Nordamerika viel länger Deutscher, als die übrigen Deutschen. — ' Wir kommen daher aufs Bestimmteste zu dem. Schluß : nur in sbstrseto hat der Jude eine Tendenz zum Kosmopolitismus, > während er im concreten Leben der Nationalität >ves Vaterlandes mit aller Kraft und allem Inhalt seines. Wesens? angtzhört, und daß er gerade dadurch derjenigen!: Aufgabe? sich nähert, welche Mem Menschen, in dieser. Beziehung. gestellt ist. AuS den ve.reinigten Donaufürstenthümernim Juni 1859. Nuf üm Hülfe! Als im Jahre 1840 die Nachricht von. der in . Damaskus stattgefundenen Judenverfolgung in Europa anlangte, wurde dieses dadurch in eine Art Aufregung versetzt. Es gab da ) nur eine Stimme der tiefsten Entrüstung darüber bei jedem besserdenkenden Christen, und ein Schrei des Entsetzens, entfuhr, all Denen, die sich zu dem Glauben der Verfolgten bekannten, in allen Gauen unseres Helttheiles. Wie ein heiliges Feuer. durchzuckte, es. die, Gemüther der' Letzter^ der Gedanke, den gequälten ReligipnS^enofsen zu Hüfte' zu rpmmen, wurde ein aflgemeiner. Die Reft^. Mantefiore's^ und Crömieur' nach, fernen barbarischen Länderst, die Opfer/den Klauen des Fanntismus zu entwinden, wird für immer im Andenken ihrer Mastbensbrüder förtltben, wird stets von Jedem anerkannt und ge-, würdigt, der die Sache des Rechts und der Menschlichkeii die seine nennt. Zwei Decennien 'haben wir seit jener traurigen Katastrophe hinter uns—- zwei Decennien -— eben so vielen früher» Jahrhunderten an Fortschritt und Civilisation gleich. Ende dieses Jahres jedoch taucht ein Schattenbild des Mittelalters, einer düstern Wölke gleich, am Horizonte Europas auf. — Es ist die Mottärä - Angelegenheit. — Europa insgesammt, Fürsten, Völker, Presse, ja manchet katholischer Geistliche selbst, kurz, die öffentliche Meinüng sprach sich einstlmirüg dahist aus; daß Ulan däs Kind stinest Eltern und seiner Religion wiedergeben müsse.— Und wiederüür erblicken wir die ganze europäische Jüdenheik sich erheben, an deren Spitze der edle Greis Montefiore; Meetings, Adressen, Bemühungen jeglicher Art würdest überall in Bewegung gefetzt. Und war dies Alles auch nicht vom Erfolge gekrönt, so haben wir döch die Ge-' nugthuung, dätz die ganze ciüilifirte Welt Unsre Sache verfocht, und daß die alten heiligen Bande, welche Israel stets zusammenhielten, noch wie vor ungelockert geblieben find. . Hier kommen wir nun zu dem Punkte, den wir im Auge haben, — zu der im April l: I. in G a l atz stattgefundenen Judenmaffacre, die aus gleicher Verleumdung wie die im Jahre 1840 in Damaskus entstand, und jener in. Nichts, nachgiebt. Die Details jenes schrecklichen UvMygS? habest! ftitd.em die Punde durch^M europäischen 30*

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