Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 30 (18.7.1859)
- Date
- 1859-07-18
- Page
- Seite 426 (sequence 2)
- Language
- German
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machen was er will, er wird sein Individuum nicht ausziehen. Wer aber wird tz>aS Familienrecht, Aas RechMix, Blutsverwandtschaft uyd Verschwägerung^lZugnenl\m ditzs^s ^leA sich lvirckr^ittHin^ Är Kre?s^bev MdEKH Genossenschaft, der Glaubensgenossenschaft, der Nation und des Staates, und endlich der ganzen Menschheit. Alle' diese Kreise, hahen natürliche,, vMunftgechgße^und^ sittliche Rechte Uuf ^edck'Götschen,tzW^sie Pflichten zu üben. Hingegen steht es niemals in der Macht des einen Kreises — um diesen Ausdruck beizubehalten — die Rechte des' änderet, KreisMMfKühWn und für nichtig zu erklären. Weder die Menschheit, noch die Nation und Familie können das Recht der Individualität vernichten und für sich selbst zumOpfer verlang gen; die Menschheit und die Nation dürfen nimmer das Recht der Familie vernichten, und eben so wenig liegt es in dem Recht der Menschheit, das Recht der Nation abzuläugnen. Gleiches findet aber auch umgekehrt statt, * Und das Individuum darf eben so wenig aus selbstsüch-, tigen Gründen und Absichten seinen Pflichten gegen seines Familie und seine Nation , gegen Commune, Stacit und i Vaterland wie gegen jeden Menschenbruder und die ganzes Menschheit untreu werden. Es ist vielmehr die hohe Auf- - gäbe des Menschen, sich innerhalb aller dieser Kreise mit sitt- ■ lichem Bewußtsein zu bewegen, ihnen 'allen-je nach Stand- . punkt -und Kräften zu genügen, und sie in sich und sich-, mit ihnen in Frieden und Einklang zu erhalten— darin besteht feine wahre Sittlichkeit. Den richtigen Maßstab i für jeden dieser Kreise und dessen Rechte in sich zu tragen, in Collisionsfällen jedem derselben das zukömmliche Maß zu halten, ist die Sache des an Verstand, Herz und Charakter entwickelten Menschen. Leicht wird man dabei erkennen, daß gerade Familie, Nation und Staat hierbei' den großen Vortheil des concreten Lebens haben, während die Menschheit als solche -für das Individuum fast - nur als Abstraktion besteht und nur sehr geringe con-; crete Momente besitzt. Es ist daher in der That mit dem Kosmopolitismus bei der ungeheuren Mehrzahl der' Menschen noch sehr wenig weit her, das Nationale sitzt, jedem Menschen so tief im Herzen, daß schon darum der Vorwurf des Kosmopolitismus wenig Wahrscheiiilichkeit für sich hat. Ein jeder Kosmopolitismus, der die Nationalität'verwirft-und aufheben will, ist einseitig, unnatürlich und rechtswidrig. Wir scheuen uns aber auch nicht, es aus-l -'zusprechen, daß: die Nationalität, die den Kosmopolitismüs gänzlich verläugnet, sich.selbst als alleiniges Moment der ' 426 t ir, ** ■ ■ c "" k •' ................. Bildung, des StrebenS und Zieles als den ganzen Inhal t^der Pfli^Aiwelt ausgiebt, einseitig, unnatürlich und retWMMd M ganz ÄEdK'sAiKon.Widersprich^ McheHebotelEWEWMiMnMäGst^^Dich selbst; liebe den Fremdttssg wie Dich selbst, alle Menschen haben Einen Vater, Einen Schöpfer." Vielmehr wird die richtig^ .Vereinigung.M -KoßmopHttzmus und der -ÄtiönäÜ^t/ 'dÄ Äwnä^en^ des ^flMn^Ä^der Abstraktion, der letzteren im concreten Leben die Aufgabe uyd die sittliche Würde des Menschen ausmachen. .wM^lür 'irufsien Juden, wie er auf seinem Weltgang-sich -durstellt, so ist es gerade jene maßvolle Vereinigung des Kosmopolitismus und der Nationalität, die ihn von Anbegi nn ken nzeich net. Niemand .war....zu einer Vertiefung der Nationalität geeigneter als er.. Bei dem geringen Verkehr, den der Israelit im Lande seiner Väter mit dem Auslände hatte, wo noch dazu die auswärtigen Verhältnisse fast immer als feindliche erschienen, bei den vielen Momenten nationaler Erhebung und nationalen Stolzes betrachtete sind fühlte der Israelit seine Nation abgeschlossen, -ja -in Opposition mit der übri'geU Welt, Demütigeachtet hatte siie .g^glr AnschgÜMg des Jsraelitenthums die ausgesprochene Tendenz zum Kosmopolitismus.. Dchou in Moscheh, fortschreitend in.deu Propheten, den Psalmisten u. s. w., ist der Blick von der Nation aus aUf die gesummte Menschheit-gerichtet. Beabsichtigen dem. Ersteren HM 'schön dieMergniffe'm'Äegypben: daß „alle Völker der Erde den einzigen Gott, seine Macht und seine Gerichte erkennen." : Je mehr die Religion in ihrer concreten Erscheinung das Leben der israelitischen Nation zu ihrem Ziele nahm, desto mehr dehnte sie sich in der Abstraction auf alle Völker aus und stellte den Anschluß aller Völker an die Erkenntniß und Llnbetung des einzigen Gottes, des Israel geoffenbarten Gottes als ihr Endziel auf. Gerade aber seit-der Zerstreuung wurde der Jude auf eine solche Vereinigung beider Tendenzen Hingetrieben. In abstracto 'sah er, 'der Jude, sich überall , sich allen Nationen zugewiesen; während er nur innerhalb der besonderen Nation, in deren Schoße er lebte, sein Wohl und Weh, sein-Glück und Mißgeschick zu erwarten hatte. Mit der gänzlichen Umwänvlung deräußeren Beziehungen, -mir dein'Üebergang des -Juden in die bürgerlichen und staatsbürgerlichen Vtthältniste der Nation > deren wirKiches Mitglied er nunmehr nach allen Richtungen 'und Beziehungen ward/ läutette sich dieses Verhältniß immer mehr. 'Wenn ihm, ab'geschen als Mensch, auch als Jude, seine RelWvn, üllf eine