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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-07-04 · Heft 28 (4.7.1859) · p. Seite 402

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 28 (4.7.1859)
Date
1859-07-04
Page
Seite 402 (sequence 6)
Language
German
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jtzeweiht werden. Der Grundbesitzer des Ortes, .S. M. Fürst v. Hatzfeld, ist — wie die-Br. Z.-berjchtet^— neulich in Bojanowo gewesen und hat „sich die Synag o g e zeig en laffen"♦ ~ In der Gemeinde Wittkowo (Kreis Gnesen) wird -— seit dem vor zwei Jahren erfolgten Abgänge des.. Lehrers- W e y l — der von demselben gestiftete und mehrere Jahre geleitete „Verein z u r B e k lr r düng i sra e l. Arme ns ch Me r v on Seiten deS Schulvorstandsmitglieds, Hry^ Ch. Markowitsch , . wie wir hören, mitgroßer Treue und Umsicht verwaltet. — Inmitten der Gemeinde Jnowraclaw ist neulich eiw^,,Kölschu-ß-Be,pein/<-.gegründet worden, - welcher namentlich in Zeiten, Me die gegenwärtigen, für die Unbemittelten und Bedürftigen ein höchst wohlthätigeS Institut werden muß. Neheim in Westphalen, 20. Juni. (Privatmitth.) Bei der gegenwärtigen Mobilmachung des preußischen HeereS wird, ohne Berücksichtigung des Standes, auch der Elementarlehrer dem Geschäfte der Erziehung und deS Unterrichts zu dem Waffendienst einberufen. Ich theile mit diesen zur Fahne Einberufenen ein gleiches Loos und verlasse eine mir liebgewonnene Stätte, die Schule. Während ich vonder mir bisher anvertrauten Schuljugend, so wie von meiner braven Gemeinde Abschied nehmen muß, möge eS mir vergönnt sein, daß ich in der geschätzten Zeitung des Judenthums über die erfreulichen Zustände der Gemeinde einen Bericht erstatte, um damit ihrem Verdienste gleichsam ein kleines Denkmal zu setzen. Die Gemeinde besteht nm aus 10 Familien, welche von wahrhaft religiösem'Sinne durchdrungen, schon seit einer Reihe von Jahren sowohl zur Unterhaltung einer Schule als auch eines entsprechenden Betlocals in Liebe und Eintracht ihre nicht unbedeutenden Opfer spenden. Neben diesem einmüthigen Streben erkennt man, daß auch hier der erwärmende und belebende Sonnenstrahl der Aufklärung dem religiösen Fortschritte die Bahn gebrochen hat. Der Gottesdienst ist geläutert, von den veralteten Gebräuchen, den geistlosen Formen keine Spur mehr vorhanden; die Pijutim nebst den in unfern Tagen nicht mehr geeigneten Gebeten find ab geschafft, statt dessen sind gehaltvolle Gebete in deutscher Sprache eingeführt. Das Vorlesen der Thora geschieht nach dreijährigem CycluS, und die Hasthora wird ebenfalls in deutscher Sprache vyrgelesen. Tra- 402 gen diese liturgischen! Veränderung^, Maße zur Hebung des. Gottesdienstes, bei, fo wird derselbe - dadurch' noch andachtsfördernder, daß während desselben eine feierliche Ruhe und -eine:rhrsurchtgebie?- tende Stillecherrscht.: Der Fabrikant Herr Noä Wolff, ein Mann von gediegener Bildung,- versieht, obschon von industrieller und merkantilischer Thätigkeit sehr in Anspruch genommen, bereits seit 10 Jahren mit der gewissenhaftesten Unparteilichkeit das-Amt eines Vorstehers. - Seine- Anordnungen finden siets Anklang und Beherzigung, weil sie die wärmste Theilnahme für die heiligen Interessen der Gemeinde, bekunden. Noch verdient hervprgehoben zu werden:,: wie: der ^biedere Sinn der Gemeindeangehörigen, den : Gebildeten, der christlichen Einwohner Achtung einflößt,: so: daß --letztere trotz deS in hiesiger Gegend noch herrschenden Vorurtheils, gern mit ihnen im socialen - Verkehr leben. Möge eS im Rathschluffe des Himmels, mir Vorbehalten . sein, bald wieder in, ihrer Mitte weilen zu können. H. Meister, Lehrer. Magdeburg, 27. Juni. (Privatmitth.) So eben kommt uns die Bekanntmachung des löbl. Berliner Vorstandes über die Errichtung einer Lehrerbildungs- Anstalt in Berlin und. deren Eröffnung mit Oktober dieses JahreS zu. Wir begrüßen dieselbe mit Freude. Als wir im Jahre 1837 unfern bekannten. Aufruf zur Gründung einer jüdisch-theologischen Facultät und-jüdischer Lehrer-Seminarien veröffentlichten,. .bestand nur eine derartige Anstalt, die von Professor Haindorf in Münster gegründete. Das immer mehr drängende Bedürfniß und die immer wiederholte Besprechung rief seitdem in Deutschland:'noch drei, jüdische. Lehrer-Seminarien ins Leben, welchen: sich jetzt , die neue Anstalt zu Berlin anreihen soll.. Allerdings ist :e.s nicht - der erste derartige Versuch in Berlin.. Aber da diesmal ein praktischer, bewährter Schulmann, der. Rector Horwitz an die Spitze tritt, und zugleich die Gemeindeschule zur praktischen Ausbildung die beste Gelegenheit bietet, so zweifeln wir nicht an dem Gelingen und dem segensreichen Wirken der neuen Anstalt.: Besonders wichtig ist es,, daß die Lehrer zugleich als Vorbeter ausgebildet werden sollen, wozu Berlin dm beste Gelegenheit hietet. Es sind jetzt.drei Jahre,, daß der Redacteur .dieser Zeitung persönlich .in Berlin ^war, um bei einflußreichen Männern für dir Errichtung;eigner solchen Anstalt zu wirsem Es freut uns: daher

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