Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 28 (4.7.1859)
- Date
- 1859-07-04
- Page
- Seite 401 (sequence 5)
- Language
- German
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Aus Bayern/ im- Juni. (Privatmitth.) In Regensburg fanden sich bei den Abgrabungen auf dem sogenannten' Neupfarrplatze in einer Tiefe von 2—3 Fuß die Grundmauern einer Reihe von Gebäuden. Ohne Zweifel äst' die größere Maüerspur mit Säulensundamenten an der linken Seite der protestantischen Kirche die Grundmauer der israelitischen Synagoge, welche einst durch die Wuth des aufgestachelten Pöbels sammt den Jüdenwohnungen zerstört wurde. — Durch den jüngsten Armeebefehl wurden auch zwei Israeliten: zu; Unterärzten in der Armee ernannt. — Unter den.Personen, welche sich durch freiwillige Beiträge für UnterrichtSzwecke im verflossenen Schuljahre in München ausgezeichneten, befindet sich auch der jüdische Großhändler Fränkel. - R. Hombürg,im Juni. (Privatmitth.) Ich darf voraussetzen , daß-es Ihnen bekannt ist, daß im Landgrafthum Hessen die Israeliten schon längere Zeit völlig emancipirt, sind, und daß diese Emancipation nicht nur auf dem Papier steht, sondern durch unfern edlen und hochherzigen Fürsten auch zur Wahrheit geworden ist; daher auch die große Anhänglichkeit und Liebe der Israeliten des Landgrafthums zu ihrem durchlauchtigsten Landesvater, der letzteres im vollen Sinne des Wortes ist.; Dankbarkeit gegen den Ländesfürsten veranlaßte nun den AmtS-Rabbiner Herrn Fromm am 26ften April d. I., dem Geburtstage unseres edlen Fürsten, eine diesem Tage angemessene Feier in der Synagoge anzuordnen, welcher auch mehrere Nichtisraeliten beiwohnten. Von der vom Rabbiner hierbei gehaltenen Predigt, welche alle Zuhörer tief ergriff und rührte, wurde dem Fürsten, der einige Tage später von einer Reise zurückkäm, erzählt, und er freute sich so sehr darüber, daß er dem Rabbiner durch den Hofmarschall eine werthvolle Brillantnadel überreichen ließ und ihm später, als er seinen Dank mündlich abstattete, weitere Versicherungen seiner Gnade und Zufriedenheit ertheilte. Es hat dieser Act der Gnade bei der hiesigen israelitischen Bevölkerung um so freudigeren Eindruck gemacht, als unserem würdigen Rabbiner, der, nebenbei gesagt, nebst seinem Gehalte aus der Gemeinvekaffe auch einen solchen aus Staatsmitteln bezieht, eine Anerkennung für sein segensreiches, thätiges Wirken als Seelsorger und Religionslehrer in unserer Gemeinde geworden^ und eS uns weiter ein Beweis ist, daß unser Landesherr das Verdienst belohnt, wo er es findet: u ■>i': - J :i"- Eylden, r;:-: r ' - ' Landgräfl. - Hest Amts - Secretär^ Preußen. Berlin, im Juni. Dem Frauen -Verein (von 1833) zum Besten israelitischer Waisenmädchen in Berlin istzur Annahme des auf ihn fallendenAntheils von 1440 Thlr. 25 Sgr. 1 - Pf. an demvon dem verstorbenen Juwelier David Jakob Rieß in seinem' Testamente für ein jüdisches Waisenhaus - aUsgesetzten Legat die landesherrliche Genehmigung'-ertheill. Schievelbein, 10. Juni. Obgleich im hiesigen Kreise jüdischeMittergutsbesitz^r nicht angesessen^sindj -bÄb'sichtigten die adeligen -Besitzer doch, des Princips wegen einen Pro t est gegen Zulassung derselben zu den Kreistagen bei dem Staätsminjsteriumnbzugeben. Hieraus entspann sich, wie der „N. Stett. Z." geschrieben wird; auf dem letzten Kreistage eine sehr' lebhafte Debatte, namentlich zwischen dem Vertreter der Stadt und einem Herrn v. M. — Das Resultat war jedoch der Beschluß , den beabsichtigten Protest als nicht zeitgemäß zu unterlassen. - Aus dem Posenschen, im Juni. (Privatmitth.) Der schon im November 1858 von der StaVtverordneten-Versammlung in Posen zum ^besoldeten Stadtrathe" erwählte Herr Assessor vr. Marimilian Samter ist, — nachdem die früher verweigerteBestätigung von Seiten des gegenwärtigen Ministersdes Innern endlich erfolgt war, — am 1. d. M. inseinneues Amt eingeführt und bei dieser Gelegenheit sowohl durch den Herrn Oberbürgermeister, - G! - R. Naumann/ als auch durch den Stadtverordneten-Vorsteher, Herrn Jüstizrath Tschuschke mit den herzlichsten Worten begrüßt Wörden. In Schwerfenz ist beschlossen worden, die durch 0r. Joels Abgang erledigte Rabbinern und Predigerstelle vor der Hand noch eine Zeit lang ganz unbesetzt zu lassend— Die Gemeinde Bojanowo hat zum Wiederaufbau ihrer Synagoge, — welche bekanntlich am 12. Äügsist 1857 abbrännte, — von dem Hause R ö t h s ch i l d ''in Frankfurt ä. M. ein sehr ansehnliches Geschenk erhalten!Die neue Synagoge Ist Übrigens schon^gäE fertig -sind soll nächstens, feierlich ein-