Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 28 (4.7.1859)
- Date
- 1859-07-04
- Page
- Seite 400 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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MV jüngsten Zählung (3. December, 1858);; 14W Kqpfe. Hiervon .wohnten ..713 in -Leipzig-, 67.9in Dresden, 16 in anderen Städten Md 11-auf dem platten Lande. ^i7, Die. Anzahl der. Juden hatte; sich seit. 1855 um 219 Köpfe vermehrt.; diese Vermehrung kommt-, aber fast allein auf Rechnung</der Handelsstadt Leipzig. „Es ergiebt - sich hieraus .. (.bemerkt das - gedachte officielle Blatt), daß dieisraelitische;Bevölkerung-!-obgleich den einmal in Sachsen aufgenommenen Israeliten jetzt keine Beschränkung; des .Aufenthalts .und; desuBerufs entgegensteht, durchaus keine Neigung,hat> sich in die kleinen Städte uM saus das platte-iLand-r zuverbreiten,; und- Hast der. Zuwachs fast ausschließlich die große Handele!stadt-des -Landes, trifft."i>-7 Wan -ersteht hieraus, wie: unbegründet' die von; den-Gegnern der Judenemancipation - aus den --Landtagen- 18.33, 1837 und selbst noch 1851 . uufgeßeWu Befürchtungen - waren.) Der Sohn des hiesigen Llntercantors L eh m a n n - b ee r üstneulich zum lOhermWärarzt mit Lieutenantsrang ernannt;worden. —vr.? B.; Beer;hatvon Sr^ Majestät dem Könige-für seine Schrift: ,-Das Leben Abrahamsein sehr anerkennendes, huldreiches Schreiben, erhalten.; Aus Rheinhessen, Juni. (Privatmitth.) Am 12. d. M., Pfingstsonntag, wurde in Schornsheim bei Wörrstadt die 3.. Conferenz israelitischer Lehrer Rhein- Hessens abgehalten. Siewar von 10. Lehrern besucht. Siele bewährte Mitglieder waren durch! das schlimme Wetter, . dasdie -Wege fast ungangbar machte- .abgehalten. ^"Ein Abgeordneter, der (oberhessischen) Büdinger Conferenz — Herr Lehrer Brandeis aus Staden .— leitete die Aufmerksamkeit der Versammlung auf die seiner - Zeitveröffentlichten Beschlüsse der -Offenbacher Versammlung- und/ beantragte das Zusammenwirken beider Conferenzen, um deren Ausführung -zu erstreben. Die; Versammlung beauftragtein -Folge dessen Herrn Lehrer Stettenheimer aus Oppenheim, sich mit einem Mitgliede der Büdinger Conferenz persönlich nach Darmstadt zu begeben, um das Thunlichste zu erwirken. Außerdem besprach die Versammlung das Thema „über den Unterricht im Pentateuchübersetzen", das durch ein interessantes Referat des Herrn Lehrer Gottschall aus .Schornsheim/eingeleitet wurde. 'Diebetreffenden Verhandlungenwerden in der nächsten Conferenz, welche zu- Oppenheim a/Rh. wahrscheinlich; nivd-. a- . stattfinden wird, fortgesetzt werden, und' werden, wir seiner Zeit hierüber. Bericht erstatten^ ... -,2 - Dankend müssen wir erwähnen > daß von dem Herrn -Rabbiner Leopold Steiw in Frankfurt u/M., und von-Herrn DrkS. uFormstecher, - Rabbinerin Offenbach, so wie von mehreren ^änderngeehrten Herren werthvolle Bücher als Geschenke für unsere Bibliothek;durch den Bibliothekar des Vereins Klingenstein von; Odernheimuns^ zugekommen: Die Versammlung beauftragte ihr Bureau,; den freundlichen Gebern ihren Dank in geeigneter Weise auszusprechen: ''f In vieken'Gemeinden Rheinheffens wurden am vergangenen Wochenseste Cönfirmatiönen gefeiert. 'BemerkeNwerth ist, daß bei dieser 'Gelegenheit zu Odernheim und Alsheim ^um ersten Male die Orgel*) beim Gvttesdienste mitwirkte. Höffen wir, daß 'dieses Instrument sich mehr Lud mehr in der Synagoge einbürgere. " Herr Hembach in Alzey hak seit' längerer Zeit ein Institut Mr/Vorbereitung für die Recil- Und höhere Töchterschule^ Dasselbe wird vorzüglich' von Kindern aus den -ersten und gebildetsten christlichen Familien frequentirt. Um die CoNcession hierzu, die ihm erst seit Kurzem geworden, müßte er seit beinahe 3 Jahren suppliciren, obwohl sowohl er als auch seine Frau für den Lehrerberuf qualistcirt, und die betreffenden Prüfungen ' bestanden haben. Es ist nicht zu zweifeln, daß eben die Geistlichkeit hemmend im Wege stand. ' ' ,.7 ' ., .7. Im Rabbinate Dürkheim (bayer. Pfalz) macht das Gesuch der Gemeinden gegen die Zulassung der Eidesleistung in der' Synagoge viel von sich reden. Es wäre allerdings erwünscht, daß dies Gesuch eine günstige Folge hätte. Aber — Bayern! wo noch sowohl im Gesetze gegen die Juden, als auch im jenseitigen Bayern hinsichtlich der Religionsübungen so mittelalterliche Anschauungen herrschen, wo der Obscurantismus sich brüstet, üNd die Ausschließung und der Bann und die Verketzerungssucht und wie alle diese ungeheuerlichen Dinge heißen, an derTagesordnung sind, was läßt sich dort für einen Gegenstand wirken, der seine Grundlagen in wahrhafter Religiosität, in höheren freiflttlichen Anschauungen hat?! - L. *) Beiläufig bemerken wir, daß kleinere, die Orgel ersetzende Instrumente (Harmonium) zu dem Preise von 36 Fl. ran — für kleinere Räumlichkeiten vollkommen ausreichend, :in der Fabrik von Trayser iw Stuttgart.zu beziehen find. -