Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-07-04 · Heft 28 (4.7.1859) · p. Seite 399

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 28 (4.7.1859)
Date
1859-07-04
Page
Seite 399 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3226147-3226176--17824-3246756
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

ieylehreni darbieten; wohl geordnet uttd sorgfältig auSgewählt, so daß wir das ganze: Werk als eine wahrhafte wÄletnCij©^«^ iuny) r; sowohl denSchulett als den Familien mit voller Gewissenhaftigkelt. empfehlen können. Die Ausstattung ist vortrefflich, her ,Preisäußerst billig. - Dresden, im.Juni.- Das hiesige (amtliche):^Dres- •. dener Journal" enthält folgende Recenstou: , . Lr./K.- P eer:.Lebensgemälde biB.I.ischer Person en^ nach A u ffa s fun g der j ü da sch e n Sa ge. Leben Ab r ah a m s -mit - erläuternden Anmerkungen und Nachmeisungen. Leipzigs (Oskar Leiner). 1859. 8..! Nachhem bereits , früher im-Jahrgänge, 1856 des „Wie-! ner Jahrb. st Israeliten", von dem um hie Literatur und dse,^'staatlich-politische,Stellung des Judenthumes hochverdienten Verfasser bas-„Leben Aarons" geschildert war, erscheint hier in ausführlicher, und selbstständiger, Ausgabe das L e be n Äl b.r a h a m ö. Eine gediegene Vorrede belehrt uns über den Begriff der Volkssage, der religiösen Sage insbesondere, und giebt gewissermaßen eine historische Entwickelung der Ausschmückungen des biblischen Grundiertes, die als zahlreiche Sagen mit Zuthaten der Phantasie oder des Verstandes sich zerstreut in der althebräischen Literatur vorfinden.— Was den Zweck des'Verfassers anbelangt, den im Einzelnen H erd ex schon angestrebt, hatte, so bedarf es bei dem Werthe der jüdischen Sage, den ein namhafter Orientalist erst jüngst ausgesprochen hyt, indem er. sie an Gediegenheit, ethischer 'Wahrheitunh.^hpetischer.Äroßärtigkeit über die indische stellt („Ausland", 1859, Nr. 6.), keiner Entschuldigung, da es' verdienstlich H, neben der allgemeinen cultuxgeschichtlichm Tendenz, der Eröffnung eines so reich poetischen Schatzes besönders der jünger» Generation die jetzt vernachlässigte Sagenliteratur wieder ans Herz zu legen. Die'Ärt'cher^'AuDhrung aber überhebt aller Motivirung dieses"Unternehmens. Denn Herr Di*. Beer hat es vortrefflich verstanden, uns ein zusammenhängendes Lebensgemälde vorzuführen, welches den Leser in immer wachem Interesse erhält und sogar den Reiz der Spannung bietet. Die Sprache istklar, bündig und trifft den Ton der Sage, ja derchihlischen Einfachheit und Kindlichkeit in' so meisterlicher Weise, daß wir sie als Muster für dergleichen Bearbeitungen empfehlen können. Weislich find dabei alle stsbMlven Zstthafen, alle künstlichen Deuteleien und apologeti,schen AuWalungen vermieden.> Die Sagen find eben objeotivhingestellt,- wie stefich dorfinden: Nur zuweilen ist sich Widersprechendes in sichere Einheit aufgelöst oder dem Zeitgeschmäcke in der Darstellung, nicht im Material, gehuldigt worden, - — ■ sonst hat der Verfasser mit Recht die verschiedensten. Versionen neben einander gestellt, und so', daß es selbst nicht störend oder verwirrend einwirkt. Demnach -können wir allen Freunden der Poesie und der Sage insbesondere diese Darstellung des Lebens Abrahams empfehlen und find überzeugt, daß das Publikum uns bei dem noch nicht erstorbenen Interesse für diesen Heros des Glaubens es Dank wissen wird. —- Daß die so leicht erscheinende Arbeit aber keine -geringe war, ergiebt sichaus dem, wir möchten-sagen, zweiten Gesichte "des Werkes, welches aus den gelehrtesten Anmerkungen und Erläuterungen besteht, die Belege uüd Quellen, die nähern Motivirungen und Aufklärungen dunkler Stellen, philologische und antiquarische Forschungen in s. w. enthält, und so auch hier nicht bloS für den- Fachgenoffen, sondern weitergehendes Interesse erweckt. Man wird sich einen Begriff von dem enormen Fleiße des Verfassers machen, wenn wir ansühren/ daß die Zähl dieser Anmerkungen (S. 93—210) bis auf 985 steigt. Wie wir hören, will der Verfasser denmächst das Leben Mosis bearbeiten, wodurch er fich den schon erworbenen Leserkreis noch mehr sichern wird. Bei dieser Gelegenheit sei als Nachahmungswuvdiges Beispiel Dessen, was- Einigung vermag, erwähnt, daß die Herausgabe dieser Schrift von einem „Institute zur Förderung der israelitischen Literatur" ausgeht, welches bereits im vierten Jahre besteht und unter Ander»» auch die in diesem Blatte besprochene und auszugsweise mitgetheilte Schrift des vr. L. A. Frankl: „Nach Jerusalem!" besorgt hat. Ein hinreichend großer Abonnentenkreis (für 2 'Thlr. jährlich) sichert sämmtliche Kosten der Herausgabe und rin Comitö überwacht die Beschaffung würdigen Materials. Diese Art von Garantie für Verfasser und Publikum empfiehlt sich auch für andere Kreise. Es würde dadurch mancher Nutzen erzeugt, mancher Krebsschaden des Buchhandels verhütet werden. — c— Zeitungsnachrichten. Deutschland. Dresden, im Juni. Nach den neuesten Mittheilungen der officiellen Zeitschrift des statistischen Bureaus deS Königreichs Sachsen Ro. betmg die Anzahl-der Juden im Königreiche Sachsen bei der 28*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.