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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-06-20 · Heft 26 (20.6.1859) · p. Seite 373

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 26 (20.6.1859)
Date
1859-06-20
Page
Seite 373 (sequence 5)
Language
German
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373 ter, nicht blos Nm den Bedarf, , sondern auch um die Erziehung, die religiöse und sittliche Erziehung meiner Kinder, eine treue Mutter, nicht bloS um die äußere Erscheinung,: sondern um das Herz und die.Zucht meiner Kinder? ein ehrerbietiger Sohn gegen meine: Eltern, eine gehorsame Tochter gegen Vater und Mutter? ein liebevoller Bruder? rin anhängliches Glied der Gemeinde Israels? ein guter Bürger? Und wenn Du da Dich überzeugt halten darfst, daß.Du dies gethan und gewesen nach bester Einsicht und Kraft — nun, was bist Du dann noch so niedergeschlagen und verzagt und gebeugt? Ja, wenn Dir bei aufrichtiger Prüfung Dein innrer Richter sagt : ich war dies Alles nicht, oder: ich war nicht dies Alles, -sondern das Aeußerliche . allein füllte mein Leben aus, und nun habe ich es verlorenja, dann bist Du verloren — so weit Du nicht Kraft genug' hattest und hieraus schöpftest, Dich aufzuraffen und ein beffrer Mensch und getreuer Jftaelit zu werden ~ ja, dann fürchte Dich vor dem, was noch kommen kann, vor den Schrecknissen, welche die Zukunft noch bringen wird; denn in der That,'diese sind die Gerichte Gottes, und „Er kommt, Er kommt, die Erde zu richten, die Völker zu urtheilen in seiner Wahrheit!" (Psalm.) Und darum sehet, m. Z., in all' dem Dunkel und Wirrsal der Zeit fehlt eö uns nicht an Licht. Eine Stimme ruft: Wenn Alles wankt,, an Zween halte Dich: an Religion und Vaterland! — dann stehst Du fest. An Religion —- denn in den Tagen des Krieges ist es, wo, gerade da der Mensch zur Menschengewalt greift, die Ohnmacht des Menschen am offenbarsten wird. Wessen wird'der Sieg sein? Nicht des Gerüsteten, nicht Dessen; -der der Waffen und Rosse und Krieger die meisten gehäuft, auch nicht des Muthigsten und Wildesten, sondern wem Gott es bestimmt und füget. Wer. wird fallen? Weiß' Einer; der die Kugel entsendet, wen sie trifft und wie weit sie flieget? Wohin werden die Schrecknisse des Krieges sich wälzen? Wer kann es berechnen? wer sich davor schützen? wann werden sie enden Und den Segnungen des Friedens wieder weichen? Da wird die Klugheit des Menschen zu Schanden, und nur Gottes ist der Rathschluß. Und so werden wir um so mehr Hingetrieben, uns uor Ihm zu beugen und uns Ihm demüthig und gläubig hinzugeben. Und da also alle Menschenweisheit trügerisch und alle Menschenmacht ein schwankes. Rohrvas uns in dir Hand sticht, so wir uns darauf stützen, so lasset uns enger , an GotteSlrhre und. Gottesgesetz anschließen, durch die wir alle Nöthen bestehen und alle Drangsale ertragen, und erstarken/ wo; Alles schwach geworden, und erkrästigen, wo Alle? ermüden, und in Fülle uns fühlen, wo Me darben- und entbehren!. Und an daS Vaterland! -7- Da die Gemeinsamkeit aller Menschrnsöhne abermals gestört, und die Brudervande der ganzen Menschenfamilie wiederum zerrissen find, so bleibt uns nur das Vaterland. Wir können seiner., es kann, unsrer nicht entbehren. Da. schweigen alle Wünsch«, da schwinden alle. Parteiungen, da giebt es: nur Ein Heil, Ein Streben, Eine Pflicht — die Treue, die mit Thaten bewährte Treue dem Vaterlande, dir opferbereite Hingebung dem Vaterlande! Und fürwahr! wir können mit Zuversicht, mit, Befriedigung, mit Stolz auf dieses Vaterland, auf unfern erhabenen Regenten schauen. Wenn die Religion den Krieg verurtheilt, Deutschland hat ihn nicht heraufbeschworen, und sollten Gottes Geschicke auch uns diesen Kampf bestimmt haben, so wird es ein von Gott und Religion gut geheißener Verteidigungskrieg sein; wenn die Menschheit den Krieg verabscheut, Preußens Regent hat ihn mit aller Kraft zu verhindern gesucht, hat ihn von uns fern gehalten so viel wie möglich — rein und schuldlos entfaltet er unsre Fahnen, und darum werden sie von Gott gesegnet sein nicht zur Unterdrückung Anderer, nicht zur Befriedigung der Herrschsucht, nicht aus Gefallen an Verwirrung und Blut ziehen unsre Söhne und Brüder in den Kampf, darum wird ihnen Gott den Sieg verleihen. Wir aber wollen in diesem Bewußtsein um so fester, unerschütterlicher, hingebender zum Vaterlande stehen mit Blut und Gut — „bringet dem Ewigen die Ehre, bringet dem Ewigen Ehre und Macht!" — Die israelitische Dibel-Anstalt. Spenden zur Stereotypirung hebräischer und.hebr.- deutscher Bibeln*): M. Benjamin in Essen 4 Thlr.; Hillel Kahane in Stanislaus G. B. N.----2 Thlr. 20 Ngr.; Rabb. vr. I. Fürst in Merchingen (nunmehr in Bayreuth) abermals.80 G. b>, nämlich von der isr. Gemeinde in Hainstadt 22 G., zu Hüng-- heim 2 G., zu Rosenberg 2 G., zu Sindolsheim 4 G. -----17 Thlr. 4 Ngr. 4 Pf.; Professor vr. Wolf^ *) In No. 23. ist unter den Gebern aus Ulm irrthümlich auch ein H. Ahron Meyer mit 2 42 Kr. ' aufgeführt; derselbe hat zwar gezeichnet, aber nicht gezahlt. In den Zahlen macht dies keine Aenderung, -da sein Beitrag nicht mit berechnet war.!

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