Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 23 (1859)
- Issue
- Heft 24 (6.6.1859)
- Date
- 1859-06-06
- Page
- Seite 344 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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344 viele Greuel unter der Maske der Religion verübt worden sind. - Es . ist Zeit, daß?.'es/-immer mehr zum Bewußtsein-, der Menschheit komme/ - wie die einzige wahrhafte und dauernde- Macht allein im Recht und .in der Humanität, wie? dir,einzige dauernde - Gewalt-allein in der Entwickelung besteht. Alles Andere ist Schein -und Heuchelei, und dient nur niedrigen- Leidenschaften zu Waffe und Werkzeug. Wir Juden -insbesondere müfferi uns. lediglich hieran halten. Das Nationalitätsprincip,- wenn es zur Herrschaft käme,, würde: nicht allein die ganze,Welt in-Brand stecken, sondern auch unsre Stellung, untergraben, wie denn unsre Gegner sich dessen schon wft bedient-haben, um-mit einem gewissen Schein von Recht unsder wohlerworbensten Rechte zu berauben: - . . Die isrflelitische Kiö.el-Anstatt. Spenden zur Stereotypirung wohlfeiler hebräischer und hebräisch-deutscher Bibeln: Banquier I. T. Goldberger in B erli n 25 Thlr.; Vorstand der Synagogen-Gemeinde zu- Z ul z: 3 Thlr.; Rabb. Lesser in Pr. S targ a rd t nach.darüber gehaltener Predigt gesammelt 8 Thlr.) zu Moringen gesammelt 3 Thlr. 2^/2: Ngr.; Ungenannter in Posen 5 Thlr.; Vorstand der Synagogen-Gemeinde zu Thorn 5 Thlr.; Lehrer Katzenstein in Pr. Olden d 0 rf ges. 3 Thlr. 4^/2 Ngr.; S. I. W 0 l f in W a n - gen bei Radolfzell (Baden) von sich 1 Thlr., von der Ges. vibiv2 Thlr., zsm. 3 Thlr.; Rabb. S. Weil in Mosbach am Neckar.nach darüber gehaltener Predigt ges. 201/2 G. b., von sich selbst U/2 G. b.,. zsm. 12 Thlr. 17 Ngr. 2 Pf.; Lehrer Cahn von der Syn.-Gemeinde zu Iserlohn 5 Thlr.; Rabb. vr. Stein in- Danzig vom Frauenverein 5. Thlr. und vom Verein zur Erhaltung der Kuabenfreischule 5 Thlr., zsm. 10-Thlr.; A. Schwabachersun. in Sondershausen von sich selbst Vjz Thlr., Rabb. Hei den hei ml Thlr., Hofagent Czarnikow 1 Thlr., S. Schwabach 1 Thlr., M. Wahl 1 Thlr., D. B. u. S. Wetzlar 1 Thlr., Schächter I. Alerander 20 Ngr., zsm. 7 Thlr.; bei der Hochzeitsfeier des Herrn Emanuel Vaumgarten aus Kremfier mit Fräulein Milch sp e i s e r in Austerlitz ges. Rabb. D u sch ak I G., Bürgermeister M i l ch s p e i s e r 2 G., Em. Baumgarten 5 ©., W. Ko lisch 2 G., Rud. Milchspeiser 2 G., Gabr. Milch sp eiser I G., Gemeinderath M. Mandl 1 G., M. M. Mandl I G., D. Kaperl 1 G., Gemeindeschreiber T i n t u er V2 G., Lehrer Mautner '/2 G., Lehrer R ei kl G., A. Rabe bl G., M. Katsch er 2 G., I. Ko ritz sch a - ner 1 G.,. L. Stiaßny 1 G., M. Baumgarten 1 ®.f M. Schimmetschkk. 1 G., M. Winkler 2 G., G. Winkler 1 G,-L. M. Tintner .2 G., J. Kobler 1 G., A. -Hertschka ^2 G:, Eisler: I G., zsm. 32-1/2 G. -- 21 Thlr.- 20 Ngr.; Prof. M.-L enz in Paris -von Ritter re. G ün z b u r g 200 Frcs., Berthen sohn 40. Frcs., von sich selbst 1% Frcs., zsm. 2113/4 Frcs. 55 Thlr. — Gesammtsumme: 1133 Thlr. 16 Ngr. 5 Pf. . LtterarischLr Wochenbericht. Frankfurt am Main, im April. Die Geschichte.des Judenthums, von vr. Jost. Theil II. (Schluß aus No. 1. u. 23. d. I.) Die 10 Glaubensartikel der Karaim werden vom Vers, ausführlich nach der Form von Eliahu Beschizi und mit erläuternder Bemerkung von Hadessi ganz vortrefflich im 13 Cap. aufgestellt. Wie aber Zunz (I. 0. 157.) sagen kann, „nachdem Maimonides 13 Glaubenssätze aufgestellt, fanden fie — dem Islam gleich — daß es 10 seien", ist-uns unbegreiflich, denn Hadessi in seinem 1148 geschriebenen Eschkol Hakofa, den Zunz selbst hierbei citirt, hat schon, / nur in einer andern Form, diese 10 Glaubensartikel ausgenommen und zwar, wie auch Jost beifügt, nach islamitischem Vorbilde; und umgekehrt ist es Maimonides, der zuerst unter den Rabbaniten nach diesen Vorgängen seine 13 Glaubensartikel ins Judenthum eingeführt hat. Die: logische Eintheilung derselben bei Maimonides übertrifft aber die der Karaim,: denn felbst in der modificirten Aufstellung von Beschizi fallen die Artikel 1 und 2, 4 und 5 ineinander (vgl. Schlessinger's Jkarim S. 640; Cusari 5, 18.). Die Glaubensartikel haben aber Lei den Karaim eine iFeit größere Bedeutung als bei den Rabbaniten; denn während bei diesen zu keiner religiösen/Handlung von dem damit Betrauten das Ablegen eines Glaubensbekenntnisses gefordert wird, so muß bei den Karaim zu gewissen rituellen Handlungen (wie z. V. der Schlächter) ein: solches abgelegt werden. Unwahrscheinlich dünkt uns aber die Ansicht des VerfS. (S. 331.), daß der beständige Kampf, den fie gegen die Rabbanim führten; für sie die Nothwendigkeit ergeben hätte, sich hinter bestimmte Artikel zu verschanzen, denn alsdann hätten sich in diesen Artikeln die charakteristischen