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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1859-05-30 · Heft 23 (30.5.1859) · p. Seite 334

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
23 (1859)
Issue
Heft 23 (30.5.1859)
Date
1859-05-30
Page
Seite 334 (sequence 8)
Language
German
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334 Rzeszow >1 1.0» Aprile (Privatmitth.) Neulich führteein Jude, Mitglied der hiesigen Gemeinde, dessen Mechtgläubigkeit,; moralischer und religiöser Lebenswandel über.'-jeden Zweifel erhaben ist, Peßachmehl von hier, nach her durch den Schienenweg nahegerückten! Kreishauptstadt Tarnow/ um eS in dieser starkbevölkerten Judengemeinde, mit einigem- Nutzen zu verkaufen- und: versah. sich, wie dies; bei. uns Gebrauch ist,-mit einem vw2^-Brief, um auch den Skrupulösesten zu genügen. '■ Wider Erwarten erklärte der -dortige KreiSrabbiner dieses Mehl — trotz dem Zeugnisse, trotz dem unbescholtenen Rufe, trotz allen Gegenvorstellungen, allem Mitten und Flehen des ehrlichen Mannes für.so daß dieser, gezwungen,- es als solches. bedeutend billiger als. es ihm selbst gekostet hatte, an die dortigen Mehlhändler zu verkaufen, dadurch einen sehr empfindlichen Verlust. erlitt. * Wie wir später erfuhren, verkauften es dieselben/ mit Genehmigung desselben Rabbiners, wieder zu guten Preisen für Pessachmehl. Dieses auffallende, nie zu rechtfertigende Benehmen e in e S R ab b i ne rS-. verfehlte nicht, in unserer Gemeinde große Sensation - zu erregen. Als wir einige Tage. darauf einem Tarnower Inden, den ein Geschäft nach Rzeßow führte, unsere Entrüstung über eine solche Vsnui'a äußerten, lachte er aus..vollem Halse über unsere Einfalt. „Wenn ist/" sagte er mit bitterer Ironie, aus der zu entnehmen war, daß ihm solche Geschichtchen nicht neu und nicht selten sind, „wenn S]03 ist, warum sollte es nicht auch die Macht haben: -nvv-. Mehl in und y?an in nos -Mehl umzuwandeln?!" — Wollen.Sie, geehrtester Herr Doctor! der Veröffentlichung dieses Factums,' ,d e ssen W achrheit Referent verbürgt, und auf,Verlangen zu beweisen sn der Lage ist, die Spalten Ihres, „unparteiischen Organes, für alles jüdische Interesse" nicht versagen, w..*pY»p. abi wöbi ^b! A. Z. Rußland. Nekrologs Warschau/ Mai. In unserem Lande, wo. durch Parteiungen einerseits und andererseits durch die mannigfachen Geschicke und Heimsuchungen, die über Polen seit einem Jahrhundert gezogen find , auch unter. unseren Glaubensbrüdern der Gemeinsinn meiffentheils einem elenden mnd verwerflichen Particularismus gewichen ist, in einem sol chen'Lande äst der Verluste i n e S edeln und thatkräftigeu Mannes-aus.unserer Mitte ungleich-empfindlicher, - als nn jedem" andern Lande / in welchem die. allgemeine Humanität auch für unS Juden den Kampfunternommen und. großentheils schon siegreich durchgeführt hat. Einen folchenischmerzlichen und fast unersetzlichen Verlust haben wir die:Gemeinde Warschaus und rdie/ganze Judenheit PölenS durch : den Tod unseres Mitbürgers B e e r/H e rtzfeld erlittene " r Geboren 1797 in Amsterdam, im Hause seines Großvaters,, des - Oberrabbiners Jacob. Moses, bei welchem damals sein Vater Naftali Hertzfeld lebtekam er in früher Kindheit mitiLetzterem nach Swole in Holland, als dieser zum Oberrabbiner daselbst ernannt/wurde: Naftali H. vereinigte mit talmudischer Gelehrsamkeit und tiefer Religiosität «ine vielseitige Bildung; er war der Erste, der jüdische Predigten in h o l l ä n dis che,r Sprache hielt. Seine Kinder - außer /dem genannten Beer H. bekleiden, theilweise/hohe Staatsämter » in Holland und bilden alle mit die ersten und angesehensten Familien daselbst. r - Beer H. war von seinem Vater zum Rabbiner bestimmt und deswegen in seinem achtzehnten: Jahre nach Rawitsch zu seinem Großvaterdem dielbekannten Rabbi Jofua(Schiö) Hertzfeld geschickt, um von diesem gelehrten und: seingebildeten Manne die talmudische Ausbildung zu empfangen. Nach solchen Vor- - bildern hat Beer H. eine für die damalige Zeit reiche Bildung, ein tieferes jüdisches: Wissen und vor Allem, was sein ganzes Wesen charakreristrte, eine unermüd- ' liche Wärme und . Hingebung für seine Brüder/sich ' angeeignet. ,. .■ ■< Durch Verheirathung jedoch mit der Tochter, eines reichen, und angesehenen. Hauses in .Warschau wurde er von der ihm vorgezeichneten Bahn abgelenkt und kam hierher zu einer Zeit, da unter den Juden hiesiger Stadt ein edler Eifer für Bildung und Aufklärung ihrer Glaubensgenossen sich regte, und: Jeder-freudig begrüßt wurde, - der an diesem großen Werke Theil zu nehmen geeignet und gewillt war. Hertzfeld erhielt bald! als . Mitglied des - Vorstandes der jüdischen -Elementar» schulen Gelegenheit, sein liebevolles Herz wie seine aus- : geklärten. Anschauungen der Gesammtheit zuzuwenden. : Größer noch und bedeutsamer war seine Wirksamkeit

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